Mittwoch, April 23, 2008

Nein, das ist keine Disco. Das ist mein Zimmer.

Yeeha. Wenn das mal nix is. video

Ich würd die ganze Erste-Hilfe-Tasche plündern

damit ich so aussehe, wie ich mich fühle: postamputiert. Es herrscht lokale Betäubung irgendwie. Als hätte man mir das Gefühl hinter dem Brustbein einfach sauber herausgeschnitten. Und keine sichtbare Narbe, die das bezeugt. Nur das Warten auf nichts und die Hoffnung, dass da am Ende des Tages noch etwas kommt, denn da muss doch etwas sein hinter der Stille.

Und dass ich mich blutig gebissen habe, muss niemand mehr wissen und dass schlimmstes nicht mehr verhindert werden muss. Sag zum Abschied leise "Fick Dich", wir haben nichts festgehalten und könnten den Weg millimetergenau beschreiben, ob du nun hin willst oder nicht.

Was bleibt, ist immer hier gewesen und ist nur Mobiliar in geschlossenen Räumen, in denen wir nicht mehr Wind machen können, als uns Atem gegeben ist.
Es ist nicht mehr viel Zeit übrig und das Ticken stammt nicht von einer Rohrbombe und wir wissen nicht, ob uns je wieder jemand so versteht, ohne dass wir selbst wissen wohin und berühren die Welt an allen Seiten, in der Hoffnung uns auszukennen, uns zu erkennen, wenn wir den Raum verlassen, als wären wir spät dran und wenige Sekunden später schon nichts mehr daran erinnert, dass wir jemals da gewesen sind.
Noch nicht erwachsen, ich muss enttäuschen. Nur in der Tür, als wäre jemand gegangen.

Sonntag, April 20, 2008

Ich hab nen Krostitzer-Tisch!

Nun also 20. Mein Zimmer war zu keiner Zeit wirklich sprengungsgefährdet. Nett war es trotzdem. Käsekuchen, Wodka, Einkaufswagen und tolle Menschen. Die Polizei haben wir auch gehört(nun ja, Stephan hat sie gehört... immerhin einer^^) und sie kamen auch nicht nochmal vorbei. Heute morgen musste ich mich fragen, ob in meinem Zimmer vielleicht eine Colaschlacht gelaufen ist, alles klebte und war total keimig. Aber inzwischen alles wieder sauber, Teppich liegt wieder, Geschenke sind aufgetürmt und der Kühlschrank ist dank Familienbesuch voll.
Auf unserem Küchentisch ist jetzt ein Urkrostitzerschriftzug vom Flaschenöffner und offensichtlich hab ich letzte Nacht auch per icq keine irreparablen Schäden angerichtet *puuh*.


Und nun? Bin ich so glücklich. So glücklich. Dass sie da waren. Die schönsten und stärksten Kinder der Stadt. Anita, Hendrik, Christian, Manu, Luisa, Felix, Sophie, Stephan, Claudi, Julia, Svenja, 3 nette Männer in Grün... es war schön so. So schön. Und wir sind nachts einwandfrei durch die Kante gehackt und wechselten irgendwann zu Englisch - ich will gar nicht wissen, was ich da sprachlich alles verbrochen habe^^. Ist aber wohl auch nicht so wesentlich, denk ich. Meine Jacke trägt jedenfalls sichtbare Andenken an die Bloody Mary und meine Schuhe sind unerwartet dreckig - wo habt ihr mich denn lang laufen lassen, Leute?!
Wenn mir jemand außer Mia und Sophie SMS geschrieben hat... ich habe an einem Punkt wahllos sms gelöscht, weil der speicher voll war und kann mich nun nicht mehr an alle erinnern. Nicht übel nehmen^^.

Und was hat mich heute morgen begrüßt? Na? Richtig, unser aller Freund, der Käsekuchen!


War toll mit euch und ganz bald wieder^^!

Freitag, April 18, 2008

So in a few days I'm turning 20

and it is kind of a milestone actually. Gerade jetzt, wo ich gestern zum ersten Mal das Gefühl hatte, hier wirklich richtig und aufgefangen zu sein. Jedenfalls werde ich 20 und es werden hier viele Menschen sein, die ich wirklich mag. Aber - und ja sowas musste kommen - es ist schon seltsam... Es kommen all die Leute, die mich als diese neue Person kennen, die ich eigentlich noch gar nicht so lange bin. Es kommt niemand, der denkt "Das melancholische Kind mit den Gedichten und nur sich selbst im Blick". Und auch niemand, der mich hat in Leipzig hineinwachsen sehen, so als Ganzes irgendwo zwischen Überego und "Bin ich hier richtg?". Niemand, der sagt "Für immer 17" und Endlossommer.
Ich vermisse das melacholische Kind mit den Gedichten grade. Vielleicht, weil ich nicht mehr genau weiß, wie sich das angefühlt hat. Ich vermisse das >Alles und zwar sofort<-Gefühl, das mich durch Nächte getrieben hat, besinnungslos taumelnd, singend. Und auch das Überego, das mir sagte "Sprich sie an, der Abend ist jung". Ich vermisse die Männer, die jeweils einen Teil davon mit mir wiederbeleben könnten für einen Abend. Vielleicht weil ich nie geglaubt habe, eines Tages hier zu stehen. So. Eines Tages in einem Seminar zu sitzen, mit der Aufgabe 5 Dinge über unseren Sitznachbarn zu "raten" und am Ende die Anne völlig sicher sagen zu hören: "You're a fun-person. You laugh a lot. Entertaining. Outgoing. You so are.", ich hätte nicht gedacht an einen Punkt zu kommen, an dem andere mich so sehen. Ich bin offiziell Teil der In-Crowd. Well am I?
Ich kann euch - zumindest teilweise - sagen, was ich bin. Ich bin jemand mit Heldensyndrom, der in recht regelmäßigen Abständen zu Medizin wechseln möchte. Nicht wegen der Medizin natürlich. Nur um am Ende sagen zu können: "I saved a life. I did.". Ich bin jemand, der sich bei anderen Leuten zum Kaffee einlädt, um dann stundenlang zu bleiben und über Gott und die Welt zu reden und all die Impulse zu geben, von denen ich nicht mal sicher bin, ob sie in die richtige Richtung gehen. Ich bin jemand, der Briefe schreibt und bloggt, weil so viele Dinge leider ungesagt bleiben, weil sie nicht richtig in meinen Mund passen. Ich bin jemand, der versucht etwas zu sein, mit dem er leben kann. Jeden Tag aufs Neue. Ich habe noch nicht genau herausgefunden, wie dieser jemand sein soll oder ob ich überhaupt Einfluss darauf habe, aber ich bin glücklich die meiste Zeit über. Das heißt wohl, dass ich irgendwas richtig mache.

Und nun werde ich zwanzig. Wird das so geschrieben? Es sieht so seltsam aus. Ich werde 20 und es wird niemand da sein von den verrückten Videoabenden bei Franzi. Oder von den Schwabehauspartys. Niemand, der gesehen hat, wie ich vorm Depot mein Herz verlor. Niemand, der stundenlang im 1930 mit mir Kaffee getrunken hat. Christian wird da sein. Mein Antik-Pub-Companion, mein Heldentenor, meine Mitfahrgelegenheit. Und Luisa, die nicht zuletzt daran schuld ist, dass ich Latein studiere. Die manche Nacht mit mir durch Aken gehackt ist. Und Hendrik, der Mann mit dem Superfrühstück nach dem Filmmarathon.
Matthias wird nicht kommen, der schon nach einem Tag Latein meinen Namen konnte. Und nicht Susi, die mit mir um bessere Belüftung des Welzseminars kämpfte. Julia und Kristin nicht, die ich noch fand, bevor das alles hier so richtig begann und die nun tatsächlich beide feste Institutionen sind in meinem Leben. Nicht Anne, die meine Liebe für das Tonellis teilt. Die Mia muss arbeiten, die plötzlich da war irgendwann und blieb und mit mir verrückte Pläne vom WGLeben und Pizzapastaabenden malte. Und Dennis kommt nicht, der immer noch mein Herz ist und auch nicht Friedemann, der immer noch meinen Rücken stützt. Ich werde 20. Ich werde nur einmal 20 und da ihr alle nicht dabei sein könnt, wollte ich euch schon mal sagen, wie großartig ihr trotzdem seid und dass ich hier bin, weil ihr da wart und dass ich ich bin - wer immer das ist - weil ihr denkt, ich könnte es sein. Und nächstes Mal seid ihr wieder dabei.

Donnerstag, April 17, 2008

it's a fire, a fire!

"... and you with your newborn eyes have you ever loved men like I love him?"

Eine eher gute Woche neigt sich - zumindest unimäßig - dem Ende entgegen. Mein Zimmer brilliert durch neugewonnene Leere, morgen ist der Balkon dran. Ich freue mich doch langsam wieder auf meinen Geburtstag - gestern habe ich einen Kasten Bier gekauft - nie wieder!!! Mir tun jetzt vermutlich noch 3 Tage lang die Schultern weh.

Sprachtheorie gestaltet sich, wie erwartet interessant und auch die Wege für Dienstag haben sich durch einen Wechsel ins Grassimuseum relativiert. Spoken Academic Discourse ist der Wahnsinn und so wie ich das sehe, wird auch das Proseminar Cicero okay. Was will ich mehr? Außer vielleicht Hernn Glock! Griechisch ist irgendwie nicht mehr so amüsant wie im letzten Semester... aber man kann wahrscheinlich einfach nicht alles haben.

Ich werde jetzt den Unikram für nächste Woche vorbereiten, damit das Wochenende dann schön frei ist. Yeeha!

Samstag, April 12, 2008

Sei dabei, komm du auch!

Die kleine Anna wird am kommenden Sonntag(20.4.) 20! Um das Ereignis gebührend zu feiern und diverse Wohnheimrekorde zu gefährden, bittet sie um eure Mithilfe: Für die Sprengung von Titaniaweg X, Zimmer XXX[Nähere Infos auf Anfrage] am 19.4.(!!!) wird noch Unterstützung im Personalbereich gesucht.
Der Versuch beginnt um 21 Uhr. Unbedingt zu empfehlen ist das Mitbringen von Alkoholika, da eventuelle Einschränkungen des personal space nicht ausgeschlossen werden können. Die Energieaufnahme in fester Form sollte bis zu eurem Eintreffen unbedingt abgeschlossen sein(es gibt nichts zu Essen, dafür lustige Trinkspiele).

Werdet Teil von etwas Großem, bringt so viel Alkohol und Freunde mit, wie ihr tragen könnt und sprengt das Wohnheim!

Anna

Mittwoch, April 09, 2008

Sprachgeschichte, Sprachtheorie... Ich liebe es!!

Englisch wird die pure Freude, in diesem Semester!! Bei Latein bin ich mir da noch nicht ganz so sicher. Grammatik gestaltet sich wie gewohnt anspruchsvoll, Prosa ist heute so ziemlich flach gefallen und die Seneca-Vorlesung war mäßig.


Kann man einen Diskurs führen, ohne sich mit dem Inhalt auszukennen, wenn man Sprache beherrscht? Ich bin dabei, dem auf den Grund zu gehen. Das hieße ja, dass man theoretisch jedes Problem erörtern könnte...

"Isn't it funny how we both change?
You look like your father now, your eyes are still the same..."

Noch so in meinem Kopf in letzter Zeit:
- Worte an eine kürzlich Verlassene
Ich kann auch stöhnen. Und es sind deine Hände. (Das liest sich ein bisschen primitiv irgendwie. Klingt beim Denken aber hübsch)
- Was hast du gedacht?
Was hast du eigentlich gedacht? Als du meintest, du könntest grad nicht klar denken und da wär noch was, hinter dem hier. Irgendwas. Was hast du gedacht, als ich vor deinem Himmel verrückt wurde und vergaß zu atmen, während ich von Kirschbäumen sprach?
- Wie hast du eigentlich damals geschlafen?
- Ich bin da gewesen.
Eigentlich immer. Und ich weiß noch nicht, ob das jetzt schade ist oder schön.
- Kaffee ist hier bittersüß und schwarz.
Und es passt zu dem Himmelblau, das meine Augen automatisch auf die Wolkendecke projizieren.
- Ich habe Durst, als hätt ich seit November nichts getrunken. Vom Leben.
Als käme ich aus der totalen Isolation. Und jeder Reiz ein Feuerwerk und jede Sekunde unbedingt wahrzunehmen, als hätte ich nur wenig Zeit, viel zu wenig, um auf meine Haut eine Momentaufnahme der Welt zu zeichen. Und dabei weiß sie gar nicht, wie sie aussieht!
- Wenn du mal groß bist, machst du alles anders.
Und weil du das glaubst, muss ich bleiben. Um mir das anzusehen.

Noch mag es regnen, aber bald - ich sage euch: bald! - wird heißer Asphalt unter unseren Schuhen sein und wir werden vergessen, dass die Zeit vergeht und sich nicht neben uns auf die Parkbank setzen will und der Sommer wird verschwimmen zu einem einzigen Rauschen.

Montag, April 07, 2008

Bin ich noch ich

Ohne dich ist mein Hals nur leere Knutschfleckleinwand,
bin ich nur wenig, weil ich alles in Briefen an dich schicke,
ohne dich ist mein halbes Flügelpaar nur Hand,
und alles Weltgeschehen nur ein flüchtiger Augenblick,
ohne dich - na klar, ich bin auch ohne dich,
bin ich noch ich nur eben nicht so richtig.

Ohne dich ist mein Herz faustgroßer Muskelkater,
bin ich nur halb konzentriert, suche dich am Horizont,
ohne dich ist mein Gehen und Reden nur Theater,
für ein stummes Publikum, doch da erzähl ich dir nichts von,
ohne dich - na klar, ich bin auch ohne dich
bin ich noch ich nur eben nicht so richtig.

Samstag, April 05, 2008

Einen Ozean

Und wir sagten immer "Ans Meer, my love", ohne zu sehen, dass wir längst schon unter Wasser stehen...

Wir haben uns einen Ozean geweint, als wir 15 waren und denken immer noch, wir hätten den Mond gesehen, wenn auf der anderen Straßenseite eine Laterne flackert. Wir rennen barfuß durch die Nächte, taumelnd und trunken und werden langsam misstrauisch. Die Luft wird knapp, 20000 Meilen unter dem Meer.
Weißt du, wie ichs mein? Ich weiß, warum unsere Haut salzig schmeckt, warum auf unseren Schultern eine kleinere Last liegt, ich weiß, weshalb wir es ständig rauschen hören und dass die Untertitel uns Artikulation ersetzen mussten. Wir sind Meer. Und ich dachte schon, ich hätte den Mond gesehen, dabei sah ich uns alle untergehen und das Leuchten war nur ein Notsignal.
Und während die Welt den Atem um uns anhält, während sie uns zu bergen versuchen, atmen wir all das, was sie gar nicht wahrnehmen. Und sie geben uns verloren, rettungslos. Nur wir wissen. Wir sind gerettet.
Wir haben uns einen Ozean geweint. Ans Meer, my love.

Freitag, April 04, 2008

Wie hab ich eigentlich so glücklich werden können??!

Ich hab grad sturmfrei in Dessau. Blaste das Haus weg mit Musik, tanze über den Flur und spiele Luftschlagzeug. Was kann ich zu meiner Verteidigung vorbringen?
Susi, mit der ich am Dienstag einen Kaffee trinken wollte und dann erstaunlich viel Zeit totschlug, Juno sah und einem Bräutigam in spe Löcher in die Hose schnitt, die kennt doch tatsächlich Sara Bareilles!!! Echt! KleineWelt sag ich da nur.
Mittwoch Bingegedrunken. Oder eher weniger. Aber lustig wars auf jeden Fall und ich überwinde so langsam das Gefühl, in den Englischkursen keinen richtigen Anschluss zu haben.

Und jetzt? Ich rücke gleich Boxen ans Küchenfenster, mache Musik an und hüpfe, tanze, wälze unseren Rasen kaputt. Heute ist eine weiße Nacht. Ich headbange mich so durch und ihr machts mal hübsch bitte. Alles, was heute beginnt, wird grandios.

Dienstag, April 01, 2008

Balkoncafé

Und die Omas gegenüber trinken Kaffee und gießen ihre Blumenkästen, blicken in die Welt mit dieser unerschütterlichen Gewissheit: "Ach, es kommt schon wieder einer...", ein Sommer zum Beispiel. Oder ein neuer Tag. Andere Menschen. Wird schon wieder einer kommen. Ist doch immer so gewesen.

Da ich immer noch nicht den kürzesten Weg zum GWZ weiß, bin ich gestern kurzerhand zu einem Spaziergang dorthin gekommen, mit Salatmayonnaise["Es ist Sommer, es riecht schon wieder nach Salatmayonnaise"] und frisch gemähtem Gras und Sonne. Nach der Einschreibung wurde ich aus einem Café heraus von Anne und Jule erspäht, angerufen und zu einem Kaffee verpflichtet. Danach kochen, aufräumen, lesen, Sommer atmen.

Erst wenn das Parkett geschliffen ist, wirds kaputt getanzt!
Baguetteboden kann man bestimmt auch kaputt tanzen. In diesem Sinne: Raus mit euch, es ist so wunderschön! Euer Herz gehört gegen Wände geworfen, macht was draus!