Montag, März 24, 2008

Sie ist ja aus Magdeburg... Dass Sehnsucht süchtig machen kann

das fällt mir jetzt auch ganz unvermittelt ein. Jetzt, wo sie weg ist. Plötzlich? Ich weiß nicht. Aber kurz erstmal auf Anfang. Ich hab hier noch nicht von ihr erzählt, denk ich. Dabei ist es eine ganz wundersame (Nicht-)Begegnung.
Ungefähr 8 Monate bevor dieser Blog entstand, im Februar 2005 schätzungsweise, saß oder stand ich in der Küche und tat irgendwas und hörte - wie nebenbei - Rockland. "Michme und der Rest ist Rock'n Roll" lief gerade und es war eine junge Magdeburgerin zu Gast. Eine mit einem unerhört guten Musikgeschmack und die ein paar Texte las von sich und gerade das erste eigene Buch in Eigenregie vertrieb. Sie war ein gutes Jahr jünger als ich. Und sie klang nach Rebellion und Aufbruch und Schöngeist und dem Herzen in der Hand... ich hab nicht viel mitbekommen von der Radiosendung, nur dass sie auf jetzt.de und neon.de ist.
Und da ging ich auch hin. Und las. Eine Weile lang. Ich sammelte ein paar ihrer Impulse auf und vergaß sie dann in Rom beinah. Bis ich wenig später über Neon Laura fand und den gleichen Rhythmus spürte. Da erinnerte ich mich, warum ich überhaupt diese Plattform aufgesucht hatte. Es hat nie einen Dialog gegeben. Mit dieser Radiostimme. Wahrscheinlich war sie zu sehr damit beschäftigt, der Welt ihren Stempel aufzudrücken.
Was ich mit Laura besprach, setzte an dem Punkt an, wo sie meine Neugier geweckt hatte. Sie hatte mich begeistert. Auch wenn ich sie kaum noch las. Nur ganz selten schaute ich noch, was sie so macht und ob sich da noch was bewegt. Ich hatte genug eigene Bewegung auf einmal.
Bis heute. Durch Zufall bin ich auf einen ihrer älteren Texte gestoßen und spürte wieder, dass mich ihre Sprache, ihr Mund, ihr Gehen im Text doch geprägt hat irgendwie und ich hab mal geguckt, was es Neues gibt bei ihr und welche Wellen wohl über sie geschlagen sind in den letzten 2 Jahren... aber bei Neon ist sie schon seit 12 Monaten still. Ihre private Internetpräsenz ist nicht zu erreichen...
Und ich bin ein bisschen traurig. Gerne hätte ich sie groß werden sehen, hätte... und bin doch dankbar darum und werde sie nicht googlen. Denn für voerst, für diese Spielzeit ist es vorüber und die Richtung, die ich aus ihren Elipsen machte, eine ganz andere und sie bleibt ein ewig ungeborenes Alter Ego dieses Sommers 2005, noch bevor der Endlossommer kam und ich denke nur noch selten an sie und denke sie eigentlich permanent, denke in ihrem Sprachfluss und bin so brutal wie jetzt, weil sie ein Stück Horizont in mir erweitert hat damals vor langer Zeit.
Wenn sie jetzt lacht, lacht sie mich aus. Dass Sehnsucht süchtig machen kann beim zusehen, das muss mein Fazit sein. Und dass es Schicksal war. Vielleicht.
Du bist Heldin.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen