Sonntag, August 07, 2011

So ist es - glaube ich zumindest - gewesen.

Seit Wochen schon vertröste ich, warte ich ab, schiebe ich auf. Ich wollte diese Geschichte erst erzählen, wenn sie zu der geworden wäre, die ich erleben wollte. Weil Seiten aber umgeblättert werden und auch Neues versucht werden muss, erzähle ich es jetzt: Wie ich mich in eine große Frau aus einem kleinen Land verliebte, die meine Sprache sprach, obwohl es nicht ihre war und etwas suchte, das sie zwar noch nicht mit eigenen Augen gesehen hatte, an das sie aber bereit war zu glauben.


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Als wir uns trafen - als wir uns alle trafen auf diesen ersten Metern Wales - warst du vielleicht die erste, die mich interessierte und schon da standest du außer jeder Frage und ich wusste es und erkannte, dass du es auch wusstest. Heute sind wir wieder da. Der Fragenkatalog ist zu, hat immer noch - oder wieder - nichts mit uns zu tun. Ich habe viel mehr gelernt, als ich anfangs hoffte.

"Ich werde allen davon erzählen und alle werden verstehen", so wie es in dem Lied von Tomte heißt, muss eine gute Geschichte sein. Dieses Unglaubliche, dem man beiwohnen durfte, muss geteilt und von anderen verstanden werden. Nie habe ich das so gespürt, wie in den letzten Monaten. Denn die Wenigen, denen ich erzählen konnte, die verstanden nicht. Verstanden nicht, warum ich blieb und was so wunderbar war. Denn sie sahen, dass ich litt und ich wusste es und ich konnte nicht mehr zurück.

Wie wir dieses Leben ausprobieren - mit wie viel Hoffnung und wie viel Einsatz, mit wie viel Gewissheit und wie viel Schmerztoleranz und -erwartung - hängt davon ab, wie wir es verstehen. Was für eine Geschichte unser Leben werden soll, aber auch an welche Geschichten wir selbst glauben können, spiegelt sich nirgendwo so sehr wieder, wie in dem Versuch, uns selbst zu schreiben, zu erzählen.

Aufhören können, hätte ich vielleicht im Mai. Wollte ich im Mai. Als ich ängstlich vor diesem Getöse stand und dachte: "Lass gut sein, lass los, tut nur weh.". Da vielleicht hätte ich es noch gekonnt. Aber während mein Atem zitterte und meine Hände, schluckte ich trocken und summte ein Lied ohne Melodie und sagte: "Musst du riskieren. Man muss sich selbst setzen, um etwas zu gewinnen. Sei kein Feigling!". Da nickte ich und schlug mir die Hände vor den Mund, um nicht aufzuschreien, und machte mich auf den Weg, Undenkbares - nur Ausdenkbares - zu erleben.

Später dann, als in meinem Kopf bereits alles vorerzählt war und ich nichts lieber wollte, als allen alles zu berichten, damit sie verstünden, dass die Welt vielleicht doch ganz anders wäre, als vermutet; später, als Schweigen ein Schmerz war und nicht mehr viel übrig abseits von dem Wunder, das ich abzubilden versuchte und nicht aufschreiben konnte, da war es schon zu spät. Konnte ich nicht mehr zurück. Ich wollte dich aller Welt zeigen, weil du mein großes Glück warst, auch wenn du mich nicht glücklich machtest, auch wenn wir nicht auf derselben Seite des Buches lebten, vielleicht nicht mal im selben Buch. Ich wollte dich aller Welt zeigen und konnte nicht, weil ich nicht wusste wie und nicht, ob du das willst.

Ich war mir nicht sicher zuerst. Ich lag nächtelang neben dir wach und wartete, dass die Welt an die Tür klopft und dich zurückfordert, traute mich kaum, einzuschlafen, weil ich fürchtete, unsere Zeit wäre abgezählt. In dieser unfassbaren Serie schlafloser Nächte, in denen du oft auf die Tür deutetest, weil auch du meintest, dass das sicherer wär, vermochte ich nicht, dir zu erklären, warum ich nicht gehen konnte. Ich schaute dich lange an und wusste nicht, wie ich dir sagen könnte, dass wir sind - oder sein sollten -, was ich an alle Wände malen möchte.


Meine Sprachlosigkeit in diesem Zusammenhang begeisterte mich. Ich probierte Sätze und Worte an und legte sie wieder ab, weil sie nicht passten. Ich horchte in der Morgendämmerung auf die ersten Vögel und deinen Herzschlag und lauerte auf ein Wort, einen Ausdruck, der uns begriff. Dass es so schwierig war, dieses zwischen Buchstaben einzufangen, fand ich großartig, weil es bewies, dass wir ganz und gar echt und neu waren. Echt und neu. So wie alles. Ich wollte die Welt sehen - erst deine und dann die ganze -, ich wollte auf alles zeigen, was mich so froh machte, damit du diese Freude teiltest. Denn Freude muss geteilt werden. Das habe ich auf eine Art und Weise gelernt, die es unmöglich macht, das je wieder zu vergessen.
Und ich bin mir nicht sicher, ob du das tatsächlich verstandest - es war mir ja selbst neu und so nie passiert -: Dass ich dich nicht lieben kann, nicht so wie ich liebe, ohne es mit jedem Atemzug zu erzählen. Dass ich weinte und weinte, weil ich so glücklich war und es niemandem begreiflich machen konnte. Dass ich nie einsamer war als neben dir.



Ich begann mein Land zu vermissen, nur weil ich es dir nicht zeigen konnte. Und als ich zurück war, vermisste ich dich vor allem deswegen, weil ich niemandem erklären konnte, was es bedeutete, dich getroffen zu haben, jemanden getroffen zu haben, dem man sein ganzes Leben anvertrauen möchte, dem man alles sagen könnte, wenn man wollte, dem man sich ergibt.



Als sich die Welt weiter drehte und wieder unzählige Kilometer und einige Landesgrenzen zwischen uns lagen, fragten wir uns, was zu hoffen erlaubt war, und was möglich blieb. Wir sezierten uns und zogen uns aus per Telefon und Email, rüttelten an dem Leben, das unverändert da war außerhalb von Wales und zogen Grenzen mit Bleistift, um sie bei nächster Gelegenheit auszuradieren. Sagten all die Sätze, die immer fallen, wenn man sich verfährt, und meinten sie nicht ernst; beschlossen nicht zu telefonieren und hielten 3 Tage durch; waren im Jetzt und waren trotzdem wir selbst. Und ließen nicht los. Lassen nicht los. Immer noch nicht.


Echt und neu. Noch nie hat dieses Freundebleiben in meinem Leben funktioniert. Noch nie. Ehrlich gesagt, habe ich zum ersten mal überhaupt ernsthafte Hoffnung, es könnte vielleicht gehen. Ich vermisse dich gerade so viel, wie erlaubt ist. Falls es so etwas gibt.Wir sind nicht die Geschichte geworden, die ich erzählen wollte. Ich wüsste nicht, ob ich die Worte hätte, wenn wir sie geworden wären. Und doch. Eine Geschichte. Mit Lücken, die wortlos bleiben müssen und einem offenen Ende.

Mittwoch, August 03, 2011

Ging auch so

Auch ohne Martini und Zigaretten, nur mit Gitarre und ein bisschen dringend benötigter, stickiger Hitze im Auto. Die ersten Kisten stehen im neuen Zimmer, der Schlüssel klimpert fröhlich in meiner Hosentasche und es ist vielleicht zum ersten Mal in diesem Sommer so richtig gut. Das Gefühl ist wichtig. Wir werden ein Märchen erzählen. Ein modernes. Wir? Also gut. Ich werde es erzählen, erzähle es schon seit einer Weile.

Ist es manchmal verrückt, wie Dinge funktionieren? Es hat was geklickt. Und ich glaub, das klappt. Das geht. Nee, echt. Ha! Es ist so seltsam, wenn Dinge passieren, von denen man so lange, so unglaublich lange immer nur gehört hat.

Dinge passieren. Gute. Details später. Mein Herz tanzt.

Alles ist jetzt

Hatt ich vergessen. Hätte mir einiges erspart. Aber das Leben ist eben keine Serie von Ersparnissen. Dieser Tag verlangt nach Martini - vielleicht nach Schnaps - und Gitarren und Zigaretten. Ich schau mal, obs auch ohne geht. Werde mich bemühen.
Das Gute daran, dass alles jetzt ist, ist, dass man eigentlich nichts verpassen kann. Cheers to that.

Dienstag, August 02, 2011

So I can stay king in my world.

Ich habe nunmehr eine Wohnung, große Ambitionen für das kommende Semester, Grauen vor BiWi und die vage Hoffnung, dass auch das vorbei geht. Spiele Lieder, die ich Anfang des Jahres geschrieben habe und denke, dass ich vielleicht wieder da bin jetzt. In diesem Irrsinn. "Wise men never fall in love" - immer noch keine Weisheit für mich und wahrscheinlich nie. Nur das große Glück für das ich ja geblieben bin. Das große Glück für wenige Augenblicke alles zu wissen, was es zu wissen gibt. Wünsche euch ähnliche Klarheit und auch einen Teil des großen Glücks.

Montag, August 01, 2011

"And we'll always have August..."

Das sagt mein Handy, wenn ich es anschalte. Und irgendwann muss ich mal daran geglaubt haben. Heute zucke ich die Schultern. Es ist August. Ich bohre meinen Zeigefinger anschuldigend in das Kalenderblatt. August - und nun? August.

Weil nichts passiert und das Meiste eh egal ist: Taube Wochen.

Sonntag, Juli 31, 2011

"we only said goodbye with words..."

Ich überlege schon seit einigen Tagen, ob ich erwähnen sollte, wie ironisch ich es finde, dass Amy Winehouse gerade jetzt vor ein paar Tagen gestorben ist. Es ist ironisch. Auf eine unangenehm bittere Weise. 'Back to Black' der Soundtrack zu dem mir die Ohren rauschten und bluteten. Jetzt auch wieder im Radio. Verrückt. Auch bei mir läuft es immer noch, läuft und läuft und ich denke "brennen muss man".

Samstag, Juli 30, 2011

Tag 6. Das Narrativ des Erfolges.

Manchmal hat man Glück und die persönlichen Stärken sind die, die vom Leben gefordert werden. Dann kommt man ohne große Anstrengung gut voran - Glückskind. Manchmal hat man nicht ganz so viel Glück. Wie wenn es bei SuperMario darum geht, den Endgegner zu besiegen, indem man auf ihn springt, der Mario auf dem Display aber auf Grund des immens schweren Levels nur noch ganz klein ist und nicht mehr so hoch springen kann. Ich bin mehr so der kleine Mario grad. In all seiner verschrobenen Komplexität hat das Leben mich nicht auf das vorbereiten können, was ich hier gerade tue. Das liegt an der Popkultur würde mancher vielleicht sagen. Ich nicke und streiche das Wort "Pop". Es liegt an der Kultur. An jedem bisschen Erzähltechnik und Motiv, das mir jemals zum einschlafen oder wachbleiben erzählt wurde. Von griechischen Sagen bis zu Hollywood gibt es nichts, was es beschreibt.
Die Schlüsse die man daraus ziehen kann, sind überschaubar. Ich schwanke zwischen zweien: a) Was ich hier zu vollziehen suche, ist dem Menschen wesensfremd. Zumindest dem europäischen. b) Was ich hier zu vollziehen suche, wurde nie aufgeschrieben, weil es ergebnisverfälschend wäre.

Tja also. Ich nehme meine aus 5 Pixeln bestehende rote Mütze und springe und springe.

Freitag, Juli 29, 2011

The hardest of all hard days. Oder auch: Fünf.

Blur spielen im Fernsehen, ich bin ungehalten und bloß froh, dass der Tag gleich rum ist. Was ich heute gemacht habe, darf man gar niemandem erzählen. Viel wars jedenfalls nicht. Mein Bruder hat von Dresden aus die in der Küche verfügbare Musik aufgestockt und ich habe heute zum ersten Mal "21" von Adele komplett gehört. Ich hatte kein durchweg gutes Album erwartet, las ich doch in Rezensionen von zu deutlich spürbarem Konzeptpop und war dann vor der Mikrowelle sitzend überrascht, Lieder zu hören, die überzeugten. Vielleicht mag es daran liegen, dass ich in den letzten Tagen Joss Stone hoch und runter hab laufen lassen, vielleicht daran, dass ich meine tägliche halbe Stunde "Smells Like The 90s" sehr ernst nehme oder daran, dass die Welt grad ist, wie sie ist - jedenfalls ist "21" ein Werk purer Großartigkeit. Kann die gute Frau geradezu im Studio sitzen sehen und Spaß haben. Denn bei allem Schmerz, der da zwischen Klavier und Stimme eingesperrt wurde, macht die Musik Spaß. Muss lauter gedreht werden. Und wieder gehört. Und nochmal. Tag 5. Fast vorbei.

Donnerstag, Juli 28, 2011

4. Dresden, Kino, keine Fatima

Es ist Tag 4. Und das ist gut, denn ich bin ziemlich überzeugt davon, dass 8 Tage eigentlich nicht arg lang sind und ich die schon irgendwie überstehen werde. Ich bin soeben aus Dresden zurück, wo ich meinen Bruder besucht habe. Wir waren erst Eis essen und dann im Kino, wo wir uns 'Arschkalt' angesehen haben - ein Film, der mit schicksalsschweren letzten Sätzen und interessanten Fakten übers Einfrieren aufwarten konnte. Nächste Woche hat im selben Kino "Die Einsamkeit der Primzahlen" Premiere, so mit Regisseur und Hauptdarstellerin. Ich mag den Film ganz unbedingt sehen, weiß aber nicht, ob ich schon wieder nach Dresden kutschen will. Das bereitet mir nämlich aufgrund der Baustellenlage und des Sonnenscheins zur Zeit keine große Freude - 80er Kassetten hin oder her. Nach der Vorstellung sind wir dann noch auf dem Kletterspielplatz um die Ecke gewesen und haben uns ein bisschen ausgetobt, um dann schließlich auf dem Heimweg noch bei Fatima vorbeizuschauen für ein Falafelsandwich. Fatima war aber nicht da und die Falafel auch alle. Also haben wir umdisponiert und zu Hause Schnitte gegessen und weil es dann erst halb zwölf war, haben wir endlich den schon lang geplanten "Wer ist Hanna" gesehen. Ein Film, der auf dem schmalen Grat zwischen gewollt und gekonnt balanciert. Zeitrafferszenen, toller Soundtrack, viel Verwirrung, die den Zuschauer auch nach dem Ende des Films nicht freigeben möchte. Zu vieles bleibt offen. Ein Film zum immer wieder schauen, der doch nie die ganze Geschichte verraten wird: "Ich habe dein Herz verfehlt.".

Heute dann erst Großer Garten, dann Mensa und für mich hieß es dann Autobahn und wieder nach Hause. Da sitze ich jetzt am PC, warte darauf, dass es draußen noch ein bisschen kühler wird und werde dann meine Laufschuhe schnüren. Unterdessen ist der Countdown wieder eine Zahl voran geschritten: Tag 4. Die Moral ist heute ziemlich im Keller und da kommt es mir gerade recht, dass es mittlerweile 3 ist und auch dieser Tag schon wieder fast geschafft. Wird alles. Wird.

Mittwoch, Juli 27, 2011

What use is a night if you can't sleep anyway?

Tag 3. Der leichte Sonnenstich von gestern hat sich wieder verflüchtigt, der Urlaub für August ist geplant und das Zeitfenster zum Umziehen ist plötzlich mächtig zusammengeschrumpft und auch meine Praktikumsarbeit will noch geplant werden. Wir sehen also vielleicht gerade das Ende der Langeweile herannahen. Weil man sich dabei aber nie ganz sicher sein kann, habe ich auch für diesen Tag wieder Ablenkungsmanöver gebaut und werde so heute nach Dresden fahren, um meinen Bruder zu besuchen, ins Kino zu gehen, Dürüm zu essen und vielleicht ein bisschen House zu schauen. Und später dann eben Fachdidaktik. Irgendwann später. Vielleicht an Tag 6? So zur Halbzeit? Mal sehen.

Der August jedenfalls. Sieht wahrscheinlich so aus, dass ich in den ersten Tagen umziehe, dann nach Amsterdam fahre für ein paar Tage und dann entweder für einen Tag heim fahre oder anderswo große Dummheiten plane, bevor es schließlich nach Südtirol geht, Laura besuchen und die andern wiedertreffen. Wenn ich zurückkehre erwartet mich Taucha und der August ist rum. Das klingt alles sehr gut. Wesentlich geschäftiger als dieses Geduldsspiel, dieser Ausdauerlauf. Anyway. Tag 3. Das ist ja schon was.

Dienstag, Juli 26, 2011

Man darf das Glück nicht zwingen. Oder erzwingen?

Na ja, ihr kennt den Spruch ja selbst. Ein neuer Tag, ein neues Mantra, ein neues Stoßgebet mit immer gleicher Stoßrichtung. Ich habe gestern, als mir mein Herz so weh tat, einen Buchladen betreten mit dem festen Entschluss ein Buch zu finden, das ich lesen und dazu nicken kann, das beschreibt wie es gestern in mir aussah. Ich verbrachte mehr als zwei Stunden in diesem Geschäft. Ich las einen Roman von Gioconda Belli an, suchte nach den Tagebüchern von Erich Mühsam und Brigitte Reimann, bemerkte zum ersten Mal bewusst, dass die erste Hälfte von "Adler und Engel" in Leipzig spielt, stand lange vor einem Buch dessen Cover und Titel mich überzeugten, das aber durch seine eingeschweißte Jungfräulichkeit nicht offenbaren konnte, ob der Inhalt schritthalten kann - und schließlich kaufte ich ein Buch. Keinen neuentdeckten Schatz, sondern eines, das ich bereits seit über einem Jahr aus dem Augenwinkel betrachte und das bisher immer zu sagen schien: "Später. Warte noch ein bisschen. Ich komme auf dich zu. Es kommt der Tag, da bin ich dein Buch, bin ich vielleicht deine Geschichte." - keine Ahnung, ob gestern dieser Tag war. Aber ich habe es mitgenommen. Heute habe ich ein paar Seiten darin gelesen, bis ein Begriff über die Seiten huschte, der mich so vieles denken ließ. Intertextualität ist - gekonnt eingesetzt - ein Fest für den Leser, ein plötzliches Aufhorchen - die Erinnerung an ein anderes Leben, ein anderes Buch - Welten berühren sich leicht - und dann der Drang, schnell etwas nachzuschlagen, noch einmal nachzulesen, wie es dort war, in der anderen Welt.
Da musste ich das Buch zur Seite legen. Auf Seite 25, schwappt einw andere Geschichte, ein anderes Leben, ein anderes Ich herüber und ich strecke meine Arme aus und lasse das Buch aus den Händen gleiten - geht nicht. Es ist nicht das erste Buch, das ich teilen möchte, aber es ist das erste, das ich nicht alleine lesen mag. Es duldet nicht das zeitversetzte Klicken der Standleitung zwischen Jetzt und Gleich. Mir kommt in den Sinn, dass man im Englischen "to be on the same page" sagt, wenn man aus dem selben Fenster auf die Welt blickt und plötzlich ahne ich, was es bedeutet. Das Buch liegt also vorerst hier so rum auf dem Wohnzimmertisch und wartet. Wartet immer noch. Will vielleicht sagen, dass gestern nicht der Tag war. Ich weiß es nicht. Aber vielleicht habe ich gestern doch - ohne es wirklich zu merken - ein Buch gefunden, das beschreibt, wie das ist. Wenige Zeilen nämlich bevor mich der intertextuelle Brückenschlag ausknockte, beginnt ein Kapitel so: "Weil das Leben so sinnlos ist<<, sagt Mia, >>und man es trotzdem irgendwie aushalten muss, bekomme ich manchmal Lust, Kupferrohre beliebig miteinander zu verschweißen.". So ist es. Es könnte auch etwas anderes sein. Aber der Grund. Der stimmt.

Tag 2 - har harrrrrr!

Die Existenz dieses Eintrags beweist, dass ich Tag 1 irgendwie überlebt habe! Heute bietet sich direkt die erste Steilvorlage, alles abzublasen und das gewissermaßen schon seit 5 Minuten und ich bin immer noch dabei - finde, hier sind bereits beachtliche Fortschritte im Punkt Disziplin festzustellen. Abgesehen davon und von allem andern: Yay!

Montag, Juli 25, 2011

Immer noch 1

Herz tut weh heut. Aber die Musik dazu ist grandios. So grandios, dass ich zu eben dieser Musik schweigend mit dir in einem Café sitzen möchte. Und das Licht wäre dann so. So als wäre es noch Sommer.
Aber es geht auch so. Das Orgelsolo funktioniert. Und die Stimme stirbt so dahin. Züge fahren ab und erzählen vom Gehaltensein. Die "Wegrationalisieren"-Funktion nimmt die Arbeit langsam wieder auf und ich ziehe aus, diesen Gigantenkampf zu gewinnen.

Day one

Heute ist der erste Tag von vorerst 12. Vielleicht werden es aber auch mehr. Und - zugegeben, der heutige Tag ist erst wenige wache Stunden alt - ich finde, ich mache das bisher gar nicht mal schlecht. Was? Nun. Ihr müsst euch das ungefähr so vorstellen: ... Nein, mir fällt kein geeigneter Vergleich ein. Ich kann aber nicht genau sagen, was ich mache, sonst torpediert sich das. Werde aber sagen, was es war, sobald es vorbei ist. Es wird nebenbei viel viel Zeit geschoben und in Nichtschwimmerbecken geschubst, unzählige Liter Wasser getrunken, Füße hochgelegt sobald ich nicht auf ihnen stehe - man könnte meinen, ich laufe einen Ultra. Es ist so ähnlich. Von der mentalen Anstrengung zumindest. Und genau wie ein Ultra ist das hier Wahnsinn und gespielt - aber das heißt ja nicht, dass es nicht funktionieren könnte.

Heute jedenfalls Tag eins. An Tag zwölf bin ich entweder sehr Zen oder richtig irre. Wir werden sehen.

Sonntag, Juli 24, 2011

I might have a flat. And if that is so

I will do a two day trip somewhere. I'm actually in tears right now. There is still hope. For this world.

Ich brauch die Musik, um sie mit dir zu teilen.

Dass ich verrückt bin, weiß ich selbst. Aber es macht mich trotzdem so froh. So, so froh. Und deswegen bin ich noch hier. Nicht, weil wirklich noch auf etwas zu warten wäre. Sondern weil ich diesen Rausch bis zu Ende fahre. Ausdauer ist nicht meine Stärke. Intensität ist es. Deswegen bleibe ich noch ein Stück. Für die Tränen und das große Glück. Für das Fallen und das Fliegen.
Die Hände in Gletschereis und die Füße im Himmeblau, bleibt nur die eine Frage offen. Aber auch das nicht mehr lang.

Donnerstag, Juli 21, 2011

Leipzig - Moskau 90€

Ich will weg grad. Eigentlich egal wohin. Verona für 45€. Aber Moskau würde schon mehr fetzen. Noch immer keine Wohnung - i.e. kein Moskau.

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In related news: Ich empfinde eine perverse Freude beim Blick auf die Uhr, der mir zeigt, dass es kurz vor Zehn ist, ich also bald ins Bett gehen darf. Gehen darf? Ja. Hier zu Hause sind dem frühen Aufstehen quasi keine Grenzen gesetzt, aber vor elf ins Bett zu wollen ist ein Unterfangen, das sich teilweise nur gegen nervige Diskussionen durchsetzen lässt. Aber ich lieg lieber 22.30 im Bett und springe dann 6 Uhr aus selbigem wieder heraus, als irgendwann gegen Mitternacht ins Bett zu gehen und 6 Uhr morgens gerädert aber unfähig wieder einzuschlafen im Bett zu liegen. 6 ist meine Zeit grad. Und weil Zeit im Moment ein bisschen gezogen werden muss (ist zu müde, zum selber gehen, die Gute), treibt es mich kurz nach 6 immer vor die Tür, aus dem Haus, auf den Asphalt, die ersten 7km des Tages klar machen.
Unterdessen ist mir natürlich klar, dass Zeit sich nicht ziehen lässt, sondern wie ein schmollendes Kind solange sitzen bleibt, bis eine für Außenstehende nicht zu fassende Frist verstrichen ist, bzw. der Eismann um die Ecke kommt. Ich probiere es trotzdem.
Auch muss ich gestehen, dass ich zur Zeit vieles aufschreibe, das nicht den Weg hierher findet. Noch nicht wahrscheinlich. Es schiebt sich hin und her in Tagebüchern ohne Punkt und Komma, in Briefen an lange nicht Gesehene, in dutzenden ungespeicherter Word-Dokumente. Es muss nichts gespeichert werden oder aufgenommen oder gar publiziert. Vielmehr: Es kann nicht. Der Abstand fehlt. Die Möglichkeit, auf etwas zu zeigen, fehlt, schlicht weil ich meine Hände gar nicht davon los bekomme. Das ist schade, weil es großartige Bilder sind in den Büchern und Briefen, großartige Experimente und ehrlich gefühltes, pathetisches, immerwährendes "da muss doch was gehen". Es ist noch sehr viel tragischer, weil ich euch nicht in Echtzeit daran teilhaben lassen kann, wie ich etwas neues lerne. Aber es gehört auch zu eben diesem Lernen dazu. Es ist Wichtig. Für viel mehr als das, was hier gerade passiert. Für alles, was mir vage versprochen wurde vor Jahren. Für alles.

Mittwoch, Juli 20, 2011

I've done all I can

Now we have to wait. There's no space for tinkering left. I've done all I can. I'm done here.

I'll be back with the answers at some point.

Sonntag, Juli 17, 2011

Be my Ithaca

If you knew your life held on to something without your pursuing it all the time, you could live. I'm taking this chance. And if it takes twenty years to come back home, it will still be home. Be my Ithaca. I will set my sail, I will love with abandon, your name will be my flag wherever I go. Through war and storms, against demons and madness my steps are always directed to you. I let go of the worries and the fears and of hope too - for whether you are Ithaca or the sea, I would still be on this ship.
Be my Ithaca or at least promise it exists. That's all I ask.

Freitag, Juli 15, 2011

Neue Spielzeuge, alte Musik

Playlisten, die eigentlich für etwas ganz anderes gedacht waren, laufen in der Küche hoch und runter, die neuen Zehenschuhe sind seit gestern das Zentrum meiner Faszination und der Schlafentzug ist immer noch da. Das passt nicht gut, denn morgen soll es ja nach Magdeburg gehen und da wird wohl auch nicht viel geschlafen...

Donnerstag, Juli 14, 2011

... und ich liebe dich so...

Samstag war erst vor 5 Tagen und dieses Schweigen dauert mir jetzt schon zu lang. Allerdings bin ich von der Notwendigkeit immer noch überzeugt. Mein Leben ist ein Geduldsspiel gerade. 5 Tage erst. Jeder Atemzug ein Seufzer. Ich liebe dich so.

You keep me on my toes. Always. But tip-toeing makes it hard to walk straight and keep the balance. So I wait for you to set my feet back on the ground. And I'm trying to do so myself. Who is first, wins.

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It is awful!!! Awful!! Wir werden alle zu Plüschtigern. Mit pro-forma-Krallen. Du hast die Wahl. Oder du hattest.
Spring! Sag ja! Erobere mich. Kämpfe um mich.
Du schüttelst den Kopf. Du kannst nicht. Und ich überlege. Ich wäge ab. Es geht zu schnell immer noch. Niemals schnell genug. Du musst mir nicht sagen, dass du es nicht kannst. Ich sehe es ja. Ich ziehe nicht mehr lange für mich. Dann ziehe ich für jemand anderen, dann musst du für jemand anderen springen. Aber springen musst du doch.
Wir werden alle zu Plüschtigern. Mit pro-forma-Krallen. Und Angst. Aber auch das geht vorbei.

Mittwoch, Juli 13, 2011

Lost letters

I wrote a letter yesterday on my laptop and I was pretty sure I did save it - however it seems to be gone now. Another lost letter. Maybe it's better this way. The fact that time is still passing painstakingly slowly is a nuisance. Word. What is ticking down here is equally fascinating and exasperating. Frustration is this.

"Wer springt hier eigentlich für wen?"



Die Akkustikversion. Der Hammer. Ein ganz anderes Lied. Ich habe nichts zu tun im Moment. Warte auf Wohnungsbesichtigungen und darauf, dass es vorbei geht. Sonst nichts. Abgesehen davon hätte ich grade eigentlich schon ein Zimmer, will es aber inzwischen nicht mehr. Eine junge Frau ist deswegen verständlicherweise aufgebracht, aber ich kann es nicht ändern. Es ist so.

Dienstag, Juli 12, 2011

Entzugsmedley

Höre ein Lied und denke, es passt. Es passt zur Zeit aber sowieso alles. Ich bin fiebrig. Nicht im positiven Sinne. Ich hoffe, mein Körper erkennt die Notwendigkeit, erst noch die Wohnung klar zu machen, bevor er sich verabschiedet. Herz schlägt in ungesundem Rhythmus, Raum dreht sich, Welt wird Karussel. Würd gern ne Woche krank machen vom Leben. Steht schon im Kalender. Aber eine Woche muss ich noch, eine Woche lang wird noch an Wänden abgestützt, Hände an Tischplatten geklammert, konzentriert ruhig geatmet. Danach ist egal. Radio hits home today. Schon wieder ein Lied das passt. Es geht viel um Drogen, ich nicke manisch dazu. And is it true that devils end up like you? - if only you knew.
Ich lese von Depressionen, zertrete Käfer und sofort tuts mir Leid - mein Leben spielt Rodeo und mir wird schlecht, wie ich so halb auf dem Boden schleife und das Himmelblau durch mein Sichtfeld huscht, als wollte es entkommen. Und in allem ist es schön. In all seiner Schrecklichkeit, die sich um meinen Hals legt und zudrückt, bis ich Sterne sehe. Es ist ein Höllentrip. Der Wahnsinn. Wie auf der Achterbahn, bevor das Adrenalin all die Glücksgefühle freizsetzt, aber man schon weiß, dass sie kommen. Noch ein Stück. Leben ist alles in allem ein Ausdauersport, wenn ich es mir recht überlege.
Meine Finger zeichnen die eigenen Blutspuren nach, ohne damit etwas anfangen zu können: Halleluja, Sushi Sushi, Bang Bang, gongo - Das ist der Sommer. So weit, so gut. Es kommt immer wieder Licht. Manchmal Tageslicht, manchmal PeterLicht. Hoffnung ist gesetzt und ist die Tapete, die hinabblickt auf das epileptische Zucken und den Schaum vorm Mund. Das ist der Sommer. They tried to make me go to rehab. I said yes, yes, yes. Denn mein Therapeut und ich, wir haben die Schuldigen erkannt. Ich sag ja - mein Radio platziert Schlag um Schlag direkt im Epizentrum der Schicksalhaftigkeit.
Kann nur erleichtert sein, dass ich schon immer ein Fan von Selbsterfahrung war - anders ginge das hier grad gar nicht. Belügst du mich, belüge ich dich - ich weiß, wir fallen. Es ist faszinierend in all dem Ekel. Ich kann plötzlich nachvollziehen, warum Menschen sich bis oben hin mit Heroin und sonstigem zuballern. Und dass man am Ende, wenn der letzte Rest Selbst von Chemikalien aufgefressen ist, nicht ertragen kann, sich beim Entgiften zu zu sehen, ist nur folgerichtig. Nur mein Herz bricht und es tut nicht weh. Ich denke mir, da geht noch was. Und wieder einen Schritt weiter, wieder etwas auf diese zwei Quadratmeter Glückleuchtfläche geschrieben, das viel länger hält als irgendein Tattoo. Wenn der Nebel geht und das Warten kommt. Das gehört auch dazu. Das Fieber und das Kotzen und am Rand tanzen, ohne runter zu fallen - hoffentlich. Schluss, aus, raus, wir schließen.

That won't work for a while now...

I don't know, if you knew it, but from time to time when I'm in an okay but bored mood I browse the internet for gay-offensive groups, persons, statements. As someone who has never been so much as joked about for being gay, it gives me a reality check and prepares me for things that'll hopefully never come. Accidentally I came across something like that today and realized that I might not be in an okay mood after all. I already feel sorry for whoever will stereotype homosexual around me the next few days. It seems to be sore spot at the moment. As if that part of me had been challenged, as if things being like they are were an equality issue. When I know they aren't. Still. I have close the thread, breathed deeply and made a mental note to really think about this once the essay is handed in. Seems like my feet have momentarily lost ground.

Montag, Juli 11, 2011

Jung, abgefuckt, kaputt und glücklich

Weil ich weiß, dass man sich seit geraumer Zeit um mein seelisch-emotionales Wohlbefinden sorgt, gilt es, dem nun ein Ende zu bereiten. Ich war selten so unglücklich wie in den letzten 3 Wochen und selten so glücklich wie seit gestern. Ich habe immer noch kein Zimmer, immer noch nicht die Hausarbeit fertig, noch keinen Ansatz für die Praktikumsarbeit, riesig Schlafentzug, aber: Seit gestern keine Kopfschmerzen mehr (vielleicht weil ich aufgehört habe, ihn gegen die Wand zu schlagen?) und auch der Selbsthass befindet sich auf dem Rückzug. Es ist großartig. Aus den Boxen schallt Frittenbude und die Welt hat wieder scharfe Ränder, wie frisch aufgebrochen.

Ich würde versuchen, zu beschreiben, wie es ist, wenn einem die eigene Zurechnungsfähigkeit Stück für Stück aus den Händen rutscht und man sie im letzten Moment doch wieder zu fassen bekommt. Aber ich merke, dass man das nicht beschreiben kann. Nicht so, dass andere es verstehen. Ich merke schon hier, dass die Menschen, die direkt dran sind, die Teile nicht sinnvoll zusammensetzen können. Das ist aber auch nicht nötig. Ich halte die verwirrten Blicke ohne weiteres aus, zucke die Schultern und winke der Landschaft, die vorbeizieht. Es ist gut, immer gewesen, aber in diesem Moment auch spürbar. Also danke. Für eure Sorge.

Sonntag, Juli 10, 2011

There might be a tiny little bit of hope left for me



Some things change. Some things don't. I'm on the brink of getting better. There are some ideas in my head and I will share them with you as soon as they become a bit more definite.

You can have your deescalation to yourself. It's not for me. I never want to learn it. It's so much better this way.

Samstag, Juli 09, 2011

Wer es könnte

Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
dass der Wind
hindurchfährt.

Hilde Domin

Heute wünschte ich, ich könnte es.

Du bist jetzt -
draußen vielleicht,
unter Bäumen
oder am Wasser,
in dem Singen,
das der Sommer ist -
glücklich.

Da merk ich, wie klein meine Welt ist grade. Wie unglaublich klein und dass ich Angst habe vor den Wänden, die näher kommen. Ich merke, ich möchte ertrinken und erkenne, ich muss mich ändern. Ich will mich vor fahrende Autos werfen und weiß, dass ich eigentlich nur sagen möchte: Du machst was falsch. Ich will ins Nichts und muss erfahren: Es gibt keinen Weg.
Ich bin hier. Ich sitze das aus. Kotze mich aus.

"Warum hast du nicht um mich
die Erde gelassen - sage?" - Else Lasker-Schüler

Die Tage werden lang...

... alle Fenster stehen auf Kipp, die Tassen nicht im Schrank..."

Bräuchte grade mal jemanden, der mir eine scheuert. Abstruse Situationen sind abstrus und Fäuste passen ja immer noch aufs Auge. Was ich sagen will: Gleich vorbei. Das eine zumindest. Das andere ist es wahrscheinlich längst.

Ich habe vor, meine Zelte hin Leipzig heute abzubrechen. Habe keine Lust mehr darauf. Und meine nicht die Stadt und nicht die Menschen und nicht mal wirklich die Uni. Habe keine Lust mehr darauf und sage: Fickt euch alle.

Freitag, Juli 08, 2011

I have a contract with myself

And I won't break it. ... Which means I probably will. I just want to bang my head on the table so badly right now.

Testbild

Ich schweige öfter. Weil ich weniger weiß. Weil ich immer weniger weiß, wohin mit mir. Vorbereiten kann man sich auf nichts, wird mir klar und ich richte mich schon mal ein in dieser Grauzone. Zu Unrecht. Weiß ich doch, dass ich nicht hier bleiben kann.

Du meinst, ich wüsste zuviel. Verdächtig viel. Viel zu viel eigentlich. Aber es bringt nichts. Es ist nichts wert. Ich gieße mich ins Feuer wie Benzin und es passiert nichts weiter, als dass ich verbrenne und der Sauerstoff weniger wird. Und hell, ja hell wird es auch. Und warm.

Wir hauen mit der Faust auf den Tisch. War natürlich ein Fehler, gestern über den neugewonnenen Gleichmut zu schreiben. Der ist heute gleich mal weg. Zeit tickt vorbei und ist zu schnell und zu langsam zugleich. Es ist nicht auszuhalten. Da ist zu viel "vielleicht" für ein Leben.

Donnerstag, Juli 07, 2011

If I knew...

If I knew how to take you, I would have done it a long time ago, if I knew how to quell your fears, you'd be the bravest of them all. If I knew how to reach you while we're galaxies apart, I would paint your walls with the fibres of my heart. If I knew your eyes were open, I'd have tried to catch fire to light up all your nights and share with you my orange sky. Had I known that this would come, I'd never have walked this far, but here I'm standing on the edge: a little burnt, a little scarred. And if I knew how to do it, if I knew how it worked, I'd give everything I've come for, I would try to find the words. If I knew there was hope - but then it wouldn't be hope of course. It would be knowledge, would be certainty, not improvised and unrehearsed. If I knew anything at all - what would be the point? We're living in times of signs and wonders, we're believing, 'cause this is the point.

What exactly are you doing?

Me? Oh... I... uh... research?

Ok. Still 5 days to get this essay done, still no motivation whatsoever. I feel like I should take the afternoon off, after not really working on the paper for the last 2 days. Sounds like a plan. Might go back to writing later in the evening though... Who am I kidding? I'm thinking about all the things that have to go into this essay... and I kinda know what to look up and write down... I just don't do it. It sucks.

Apart from essay-blues life has given me the equanimity I wasn't even hoping for anymore. Things happen, life goes on. It is wicked how I am so non-plussed. Maybe I am just tired. You never really know. But it is something. Good or bad. It is something.

*ZzzzzzzZzzzzz*

Montag, Juli 04, 2011

Im Wahnsinn

"Am Ende werde ich aufgeben. Am Ende werde ich sagen: Nun gut, und kein Zeugnis von mir und kein anderes Herz. Am Ende werde ich aufwachen müssen und den Wahnsinn verlieren. Am Ende wirst du nicht mehr da sein."

Was die Menschen nicht wissen, ist, was passiert, wenn man den Wahnsinn verliert. Ich hänge fest zwischen Prinzipien und Gefühlen und bin in allem, was ich tue, immer beides: vernünftig und wahnsinnig. Dir muss ich das nicht mehr erzählen, du siehst es doch fast jeden Tag, du hörst ja beide Stimmen, nie nur eine. Jeder Schritt - in welche Richtung auch immer - ist ein Kampf, eine Diskussion, die immerfort in meinem Hinterkopf läuft. Die Frage ist nicht, was ich will. Denn ich will beides: Dich haben und dich freilassen, auf dich warten und dich aufgeben, einen Schritt näher 'rangehen und einen Schritt zurücktreten. Ich will beides.
Dabei ist alles mal wieder nur ein zeitliches Problem. In meinem Kopf ist alles jetzt und weigert sich, in Sequenzen geordnet zu werden. Noch ein Nachteil, wenn es kein Morgen gibt: Die Ordnung geht verloren und Heute wird Müllhalde für eine Menge von Dingen und Ereignissen, die ganz klar 24h sprengt. Ich lasse es geschehen. Im Wahnsinn ist es nicht schlecht: Alles ist wichtig, der Zufall entscheidet, was begonnen wird, was verloren geht - alles ist da. Wartet am Rand des Bewusstseins und muss mühsam zurückgedrängt werden, um ein bisschen gedanklichen Freiraum zu schaffen. Es gibt nichts hypothetisches, keine Experimente - alles ist ernst und echt und lebenswichtig - manchmal lebensgefährlich.
Wahnsinn ist gut, weil Wahnsinn bedeutet, dass ich noch an kausale Zusammenhänge glaube. Den Wahnsinn verlieren, hieße, sich nicht mehr zu wehren gegen das Fehlen von Ursache und Wirkung. Etwas, das erst eines der beiden Herzen in meiner Brust begriffen hat: Es ist, wie es ist. Wir können nichts dafür. Wir haben uns nichts verdient, nicht den Zorn höherer Mächte auf uns gezogen, sind nicht im Karma-Dispo und unser Gute-Taten-Konto ist nicht wertlos, aber unnütz. Es ist, wie es ist. Nimm hin, erdulde, ergib dich! Alles andere wäre Windmühlenkampf. Das eigene Geschick lässt sich nicht überlisten und nicht bestechen - es ist, wie es ist.
Es wäre so einfach! Wäre da nicht das andere Herz mit seiner Überzeugung, dass Sich-Ergeben Sterben heißt. Natürlich, es hat Filme gesehen, Lieder gehört, Gedichte und Romane gelesen - es ist vertraut mit den Motiven, den Figuren und Wendungen. Und wenn man nur festhält, aushält, es irgendwie auf die Heldenposition schafft, dann bekommt alles einen Tauschwert - nichts ist umsonst! Der Lauf der Dinge ist zu beeinflussen: Haltung, Intentionen, Schmerz - alles zahlt sich aus. Verdienen, erringen, herumreißen - mehr sein als eine Spielfigur auf einem unüberschaubaren Brett.
Dumm nur, dass keines Recht hat. Dumm nur, dass ich beiden nicht glauben kann. Denn der Wahnsinn ist beides: Von der Vergeblichkeit des eigenen Wollens wissen, ohne aufhören zu können; von der Notwendigkeit ausdauernden Hoffens überzeugt sein, ohne es fertig zu bringen.

Am Ende werde ich aufgeben. Oder dich kaputt schlagen. Es ist sozusagen ein philosophisches Problem.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint...

Das Laptopnetzteil liegt zu Hause, auf Herzebene probt man den Bruch und Leipzig regnet nach, was Bangor nicht geschafft hat. So ist es. Heute ist kein Arbeitstag in dem Sinne. Heute wird liegen gelassen. Es muss. Herz tut weh, Magen macht neuerdings Parkour und die Augen brennen vor Müdigkeit. Was haben wir heute gelernt? Man weiß es noch nicht, es ist noch keine gesicherte Erkenntnis gewonnen, nur eine Hand voll Hypothesen und die Gewissheit, dass der Wahnsinn wartet.

Mittwoch, Juni 29, 2011

Aus dem Fenster

Sie ziehen mit Fackeln gen Himmelblau, es anzuzünden und sehen nicht: Es brennt längst.

Die Hausarbeit läuft so vor sich hin. Sehr langsam, aber das liegt auch nur an mir und daran, dass hier niemand richtig Druck macht. Die andern sind noch gar nicht hier, haben auch noch nicht angefangen, lassen es auf sich zukommen. Nur ich bin hier. Weil ich ohnehin kein anderswo hätte. Weil ich so oder so vor einem Bildschirm säße und F5 drückte. Weil die Zeit zögernd vorbeitickt und alles, was ich tun kann, ist Grammatiken zu wälzen, Inschriftenkataloge zu durchsuchen, Fragment zu vergleichen.

Sie ziehen mit Fackeln gen Himmelblau und wissen dabei nicht, dass es nur aufgemalt ist, getöntes Plexiglas.

Ich kann nichts tun und atme und atme, repariere Fahrräder, die nicht mir gehören, rauche Zigaretten, die nicht meine sind. Ich kann nichts tun. Noch hat niemand gefragt. Aber die Antworten liegen schon hier, abgezählt wie Kleingeld. Dead End.

Sie ziehen mit Fackeln gen Himmelblau, es anzuzünden und sehen nicht: Es ist nur noch Asche.

Montag, Juni 27, 2011

Yay! I already had the impression I was feeling too good...

Ich bin zurück. Zurück in Deutschland, zurück in Leipzig. Eben wieder hier. Und es ist gut. Es ist gut, dass endlich wieder jemand schrecklich laut am Küchentisch redet, gut, all die Leipziger wiederzusehen, gut, barfuß durch die Wohnung zu laufen, weil ich nicht alles total keimig ist - gut, gut, gut.
Aber mir gehts grad nicht gut. Ich hab so leichte (schwere) Panik wegen der Hausarbeit, die ich hier eigentlich schreiben will, keine Lust, eine Wohnung zu suchen, Kopfschmerzen, als würde man meinen Schädel als Messerblock verwenden und das ziemlich bestimmte Gefühl, überhaupt nicht mehr zu wissen, was ich will. Bloß gut, dass das nächste Semester noch ein bisschen auf sich warten lässt. Ich wüsste grad nicht, wohin damit.

Ich wollte eigentlich was von der Zugfahrt erzählen, davon wie ich meisterhaft alle Anschlusszüge bekommen habe, dann zu Hause die alten Kassetten von '86 rausgekramt habe und wie großartig es war, dass meine Familie noch nicht da war und wie noch viel großartiger, als sie dann gestern eintrafen. Aber nein. Ist alles kalter Kaffee, interessiert nicht mehr, ist abgehakt und nicht mal eine Erwähnung mehr wert. Die Wucht des Neuen führt Wangenknochen und Pflasterstein zu einem intensiveren Zusammentreffen als anfangs vielleicht erhofft und was meine Lungen da versuchen,ist nicht Atmen, sondern Kampf.

Es ist schlimm. Das sei gesagt. Aber morgen geht es weiter. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt, ein neuer Gewaltmarsch. Hab ich ja gewusst. Man hat es ja immer schon gewusst.

Montag, Juni 20, 2011

Das bisschen Meer... Das bisschen Mehr...

Die Tagesaufgabe für heute war, mein Zimmer zusammenzupacken und ich bin so gut wie fertig damit. Und was soll ich sagen? It hurts. Like hell. I really don't want to leave. Whereas I'm looking forward to being home again, I absolutely don't want to leave Bangor for good. Or maybe I want to. It just hurts. I thought I'd already parted with the past semester 2 weeks ago, but no - the real goodbye is now. Tonight out for the last time, I have to force myself because really all I want to do is stay in. But I know it's better to go out. So I go. Last night on the town.

Sonntag, Juni 19, 2011

So ist es nicht.

Und es ist immer noch so, als könntest du gleich hier lang gehen,
es ist so, als wärst du eigentlich noch hier,
so, als müsst ich nur diese Straße hier hinaufgehen
und dich anrufen und dann bin ich bei dir,
aber so ist es nicht, glaub mir, das weiß ich schon, so ist es nicht.

Und dann? - Weiß ich nicht mehr....

Man lacht. Man kennt sich ja aus. Hatte es nur vergessen für den Moment. Aber jetzt ist das bestellte Wort vorbeigerauscht und nun schau ich mich ratlos suchend um: Hier sind gar keine Flüsse. Und ich frag mich, wie ihr das hinbekommen habt damals. Wie ihr es geschafft habt, still zu halten für so viel länger. Ich hab euch zugesehen und jetzt - Jahre später - stellt sich heraus, ich habe rein gar nichts von euch gelernt. Sah nicht so schwierig aus von außen, das mit der Deeskalation. Das Schwert des Unabänderlichen hängt immer noch so da, aber wenn man hochspringt und sich daran hängt, verblutet man vielleicht und stirbt nicht vor Angst. Ich versteh jetzt Dinge. Nicht die wichtigen. Aber andere als noch gestern.
Ich lache. Ich kenn mich ja aus. Flüsse oder nicht. Aber dass man zweimal im Leben so dumm sein kann, ist schon beachtlich.

Samstag, Juni 18, 2011

Wer, wenn nicht du? Wer, wenn nicht ihr?

Manchmal schaut man sich von außen zu. Und schüttelt den Kopf. Und weiß nicht was. Vielleicht - wenn ich hier bleiben könnte - vielleicht könnte es dann so weiter gehen. Dieses nicht-gehen. Ich klopfe die Gesamtsituation kritisch ab - werden da schon wieder Nicht-Ereignisse erwartet? Vielleicht. Der nächste Schritt kommt von ganz allein, dafür muss ich nichts machen. Ich seh ihn schon vage vorgezeichnet und hoffe eigentlich nur, dass ein Wind kommt und mich umwirft und die Richtung ändert, in die das hier geht. Aber das Schwert des Unabänderlichen hängt festgezurrt über meinem Kopf und weigert sich, hinab zu fallen und mich zu enthaupten. This is defeat. Die Fassung, die mich nicht verliert, Resignation. Und Ungläubigkeit. Ein leises Zweifeln. Ich habe zu viele Bücher gelesen, zu viele Filme gesehen, um das hier für echt zu halten.
Welten von hier sitzt einer, für den es noch ein letztes bisschen Hoffnung gibt. Ich wünsche ihm Glück. Weil ich weiß, dass er es in jedem Fall gut brauchen kann. Ich hingegen brauche kein Glück. Die Zeit vergeht, ganz ohne dass man etwas macht. Und ich schau ihr zu dabei. Ich hab mir das hier schön ausgedacht. Es war gut, dabei zu sein.

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Ich hab euer Bild wieder zusammengeklebt, so gut ich konnte - man sieht die Risse kaum. Und wenn man draufguckt, nickt man unweigerlich, sagt "ja", stützt sich kurz an der Wand ab, Sonnenuntergangsszenario. Ich hab euer Bild wieder zusammengeklebt. Aber es ist eben nur ein Bild. Und viel trauriger als die paar Fetzen Fotopapier und nicht so einfach mit Tesa zu retten, ist das andere, was da vor der Kommode liegt. Mir tuts nicht Leid. Aber weh. Ich will dir meinen Arm um die Schultern legen, auf den Horizont zeigen und sagen "Es kommt...", aber es kommt nichts. Das wissen wird beide. Halt dich nur fest. Auch dieses Stück Treibholz wird ein Floß, ein Schiff, ach, eine ganze Armada! Behalt das Bild. Sonnenuntergansszenario. Nimm es mit. Als Kevlarweste für Zukünftiges. Ich wünsch dir Glück.

Donnerstag, Juni 16, 2011

Aber das ist nicht wahr...

Manchmal ist es doof im eigenen Kopf. Und das grade heute, wo ich mich mit Chris treffen und ihm erzählen will, wie großartig alles im Grunde ist. Aber das wird dann wohl nichts. Dann kriegt er die andere Version zu hören, die, die nur mit Tequilla zu berichten ist. Denn manchmal ist es doof im eigenen Kopf. Eigentlich ist alles noch genauso wie gestern. Nur eins ist anders. Nur eins. Ein winziger Satz. Sieben Worte und - wuuusch - we're right back to Square one. Das müssen wir noch üben. Rückfalltaktiken und Notausgänge. Meine zwei Tage mit Heulkrampf im Bett hatte ich auch noch nicht. Muss erst Koffer packen. Oder so. Hab ich heut natürlich nicht gemacht. War ja damit beschäftigt, zu versuchen aus meinem eigenen Kopf rauszukommen. Man ist schon von sich selbst angewidert in Momenten.

Mittwoch, Juni 15, 2011

Home again

Trip is over, rest of the journal will come up eventually.

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I'll never forget - or I hope I won't - how my breath caught in my throat, how my heart always skipped a beat when I touched you and your eyes darkened. How the blood was rushing through my ears like the ocean when I touched you and realized you were flood, coming and going in waves, taking me under. I will never forget the hummingbird flutter in my chest when I felt your breath on my ear, your hands on my thighs. I will never forget how I fell into your wide open eyes, how they swallowed me whole and I didn't resist. I will never forget how you took my own weight off my shoulders with a mere brush of your hand. I will never forget how I drowned in your scent and wished I could live on your collarbones forever. I will never forget the pure bliss that I was, that you made me be. I will never forget - or I hope I won't - how you were the sweetest thing.

Mittwoch, Juni 08, 2011

Just focus on breathing...

The force that has been sending its harbingers for quite a while now has finally hit me. Most people have left Bangor and the time to go home is approaching fast. Today I left my heart in a train, while I travelled on to Cardiff. Now I'm startled by voices that aren't there, checking my mobile for messages that don't come and holding back tears I cannot cry. It is a messy goodbye. In more than one way. For today it might be first and foremost that woman I left in the train, but it's more than that. When I walked Cardiff's streets and saw a Finnish street entertainer, heard a street musician sing Adele's "Someone like you", popped into Urban Outfitters, I missed them all, it all, every shared experience, everyone. A lot has happened in these past 5 months. It is a messy goodbye. One that leaves you breathless and dumbstruck and grateful. Because under all the pain you can still feel the beauty of it, the sheer luck of having been part of it.

I'm trying to make this goodbye less messy by taking it outside. Another trip, more distraction and hopefully another escape from insanity: UK Trains.

Freitag, Mai 27, 2011

Mein Schmerz gehört mir. Auch wenn ich ihn nicht empfinde.

Es rollt etwas auf mich zu. Etwas, das größer ist als ich selbst und dessen Herannahen sich in Erdbeben äußert. Ich stehe in verzücktem Erstaunen davor. Man muss die schiere Kraft der Gewalt, die da kommt, anerkennen. Und obwohl ich es sicher weiß - dass das ein Ende ist, vielleicht sogar das Ende, dass die Luft zum Atmen mächtig dünn wird, dass die Welt hier auf ihren Abgrund zuläuft -, glauben kann ich es nicht. Eine Welle Adrenalin reißt die Mundwinkel nach oben: Solches mitzuerleben, derartige Bewegung zu sehen, ob sie nun vernichtet oder erschafft, das hätte ich nie erwartet. Und so stehe ich gebannt. Wenn dass das Ende ist, klatsche ich begeistert Applaus.

Montag, Mai 23, 2011

Es war noch nie so schön - 555. Post

Während hier auf dem Blog ein kleines Schnapszahljubiläum vorbeizieht, ziehe ich einen Strich unter alle Teenage-Angst, unter krampfende Hände und Wartespiele. Es war noch nie so schön. Auch hier. Auch jetzt. Vielleicht hatte ich das Grün vergessen, wenn die Sonne hinter den Linden steht, vielleicht habe ich nicht bedacht, wie sich die gelben Ziegel vor dem blassblau des Unendlichsommers machen, vielleicht habe ich verdrängt, welche Kraft aus Verzweiflung wachsen kann - aber ich habs gesehen in den letzten Tagen. Hab es wieder gesehen und kann nun fast verstehen, dass man das Wunderbare des Aussichtslosen nicht fassen kann ohne den Staub, den Backstein, die übergroße Stille. Aber ich habe rotes Wasser bestellt und weißes Rauschen, einen Kolibripulsschlag und Untertitel. Jetzt warte ich. Aufs Zurück. Morgen Zug, Flug, Zug und dann wieder Meer, nicht mehr Flüsse und wenig später wohl die letzten Takte Crescendo ohne Elbe und Martini. Aber ich weiß ja, wie es geht. So ein Herz ist kein Knicklicht, es brennt ja ohnehin. Es war noch nie so schön. "Ein Gefühl vom Sommer, das schon wehtut, beim an der Ampel stehen" - dass mein Brustkorb nicht mehr geschlossen existiert, ist nicht neu - und doch. Ich hatte vergessen, wie das brennt, da wo die Stimme sitzt und dass man nicht weiß, ob man lachen muss, oder aufschreien. Diese Bilder sind für die Ewigkeit und alles, was die nächsten Schläge bis zum Fortissimo bringen, ein Gewinn. Ein Geschenk. Es war noch nie so schön.

Donnerstag, Mai 19, 2011

"I'm yours, you're mine"

Talking Turtles in my head all day: "We're both each other's heroes - I'm yours, you're mine". In related news: Germany! Dancing in Kaufland, wide range of dairy products, Halle(!), summer, thunderstorm, clean bathroom, own bed - so many things to be thankful for. 

The preparations for saturday are in full swing - tables are chosen, beer and wine is bought, flowers are ordered. It's going to be great. At least I hope so. It's going to be stressful and annoying and hopefully sunny, because rain would suck and in the end it will be just great. The ceremony in church starts at 5pm and after that we will have at least 7 hours of what will be a really exhausting party. In the garden. With green flashlights and more wine than 4 strong men could carry. And cake. And 80s music. I like.

I'm fascinated all over by this city, this country, amazed by the increased feeling of strangeness that I have walking these streets. And I miss Bangor. The Erasmus people. The sea and the tide. Even the seagulls. I don't know how to live without it yet. But that will come probably. That will come.

Dienstag, Mai 17, 2011

Kaleidoskope heart - no tomorrow for tomorrow-girl

We’re hanging on a string from the window sill of tomorrow. Cut the lifeline. Don’t anticipate. Just cherish the adrenaline rush of letting tomorrow go. Because even if there is no future, no prospect, no silver lining – you have now. Now is the only thing we ever really have. The lifeline that lets us hope for a parachute, a plan, a chance – this lifeline is only a fluke. We can’t seize tomorrow. It’s not ours. That doesn’t mean we can’t have today.

You go to the land some book has told you about. We come out of books. We carry pages and chapters around in our chests, prologues on our fingertips, epilogues on the backs of our feet. There’s dying in our eyes. But that’s alright. Today we’re beautiful. Use up all the words you have. There’s no sequel, no final version that’s still to come. Use up all the words you have, for this is our story. We need to tell it all now, tonight, before sunrise; we’re vomiting lightning as we reach out for the raindrops on each other’s skin. There’s dying in our eyes. But today we’re beautiful. Use up all the words you have.

I remember it all. Not in the right order. But I remember it all. The feeling of the ground as I lay on it. The fire in my chest. I remember it all. Putting it together differently with lots of tape. You’re looking back and you’re not seeing it. Not the plot I weaved out of all the arbitrary events. I remember it all. We are a story now. And we look at it from outside:

You: Then where was that love when we needed it most?

Me: If only I wasn’t so afraid.

--

This world tosses us through the air, juggling our lives between its hands. And we lie. We feel our stomachs going queasy and our visions getting blurred and we pretend to be sure. But we don’t really know. If this is indeed sheer happiness or only the giddiness before it gets bitter. We are clinging onto this rollercoaster with white knuckles and dishevelled hair, while blood rushes to our head. And it doesn’t really matter. If we’ll get off alive. Because we are here for this ride only, for this is the only thing we feel. This is the closest we can get to reality. However nauseous it might make us feel, however surreal it might seem. This is the closest we can get. And I want to get even closer. I know my limit. And I haven’t reached it yet. I’m in for the bruises and the scars. I’m in because that’s my idea of how life works. It’s totally worth it. The tossing, the turning, the flying, the falling – it’s totally worth it. I wouldn’t trade this rollercoaster ride for anything. It’s the closest I can get to what I think is real.

Mittwoch, Mai 11, 2011

Und draußen zieht jemand die Landschaft vorbei...

Ich will etwas über mein defizitäres Zeitmanagement schreiben - und es wäre so wahr auf allen Ebenen - aber ich kann nicht, ich hab nämlich keine Zeit. Uh, oh - jetzt hab ich grad fix die Magnum-Pleasurehunt durchgezogen und dabei hab ich doch keine Zeit!
So ist es nämlich mit mir: Ich will ganz viele andere Dinge machen, anstatt diese Essays zu kloppen. Dabei ist es im Grunde nur noch eins. Nur noch eins! Klingt gut, mh? Muss aber auch bis morgen Abend fertig sein. Ätzend. Natürlich nur, weil ichs mal wieder nicht auf die Reihe bringe, mir vorher zu überlegen, wie viele Essays so in eine Woche fallen. Trotzdem.

Die anderen Ebenen auf denen mein Zeitmanagement suckt? Ach, auf allen, auf allen! Was soll ich sagen? Ich hab mir in meinem Kopf kluge Sachen ausgedacht, die ich jetzt niemandem erzählen kann, weil andere Menschen geneigt sein werden zu glauben, es wäre Schwachsinn. Die Entscheidung, ob ich mich hier gerade an Scharfsinn übertreffe oder nur mein Hirn zu Brei haue, möchte ich offen lassen. Ich werd aber drauf zurückkommen, sobald konklusive Ergebnisse vorliegen.

Samstag, Mai 07, 2011

A Priori -- Nicht zynisch werden

Ich mag es, wenn das Wetter mitspielt. Und es sieht ganz so aus, als machte sich der Himmel bereit für eine Runde Ausdauerregen. Ich campiere derweil auf meinem Zimmerboden, habe die indieste Indiemusik die ich hier ausmachen konnte aufgelegt und schlage in regelmäßigen Abständen die Fäuste gegen die Wand oder die flachen Hände auf den Boden. I'm struggling. With myself. First and foremost with myself. Because I think I get her point. But I'm not so sure about mine. I'm not at all sure that this is the right thing to do. And I think I might've missed the five seconds.

I think we've left limbo. And now one half of me is screaming: Try harder, godammit, try at all! Are you really going to let this go by?? And the other half says: Leave her be, she has to figure it out herself. It's not the same as letting it go by.
I'm unhappy with both options. And I try to remember the state of a priori gratefulness from a week ago. At this point I'd rather be the ungrateful bitch who tried harder and broke all the rest apart as well. But it is not only my heart on the line, so I try to shrug my shoulders and believe myself when I say "not ready". But I'm not sure.

Donnerstag, Mai 05, 2011

In limbo

Ich denk weiter, als ich sollte und kann nicht anders. Auf dem Heimweg heute ist mir eingefallen, dass ich dir das noch gar nicht erzählt habe. Dass ich dich meinte in Dublin. Als ich sagte, ich hätte eine Zehn gesehen - eine Zehn! -, da habe ich dich gemeint und kurz zu dir rübergeschaut und schnell wieder weg und ich war mir sicher, jeder weiß es ganz genau. Dass ich dich meine. Ich will dir das erzählen. Eigentlich gleich und sofort. Aber ich glaube, du brauchst ein bisschen Zeit und Raum. Ein bisschen Luft, um nach deinen eigenen Gedanken zu fassen, ohne dass ich meine in den Raum werfe. Also suche ich nach Zeit, die wir augenscheinlich nicht haben, weil das Semester sich dem Ende neigt. Suche nach Zeit, weil es gut ist, sich hier Zeit zu nehmen, Zeit zu lassen, einen Schritt zurückzutreten und Anlauf zu nehmen, um doch wieder kopfüber hineinzufallen. Zumindest wäre es mir am liebsten, wenn das am Ende stünde. Aber ich weiß es nicht. Weiß nicht, was noch kommt und ob noch was kommt. Aber Zeit sollst du haben, nicht hineinhetzen in diese Flutwelle. Ich derweil bin schon drin und atme Salzwasser. Das funktioniert soweit. Es funktioniert. Und wenn es dunkel wird und kalt, dann wäre es nicht schlecht, wenn irgendwoher eine Sauerstoffflasche auftauchte. Also vielleicht schaust du dich nach sowas mal um?

Mittwoch, Mai 04, 2011

Es ist doch so...

Der Boden unter meinen Füßen schlägt plötzlich Wellen und ich vermute, dass Bangor schon mal beginnt zum Abschied zu winken. Ich schiebe eine längerwerdende To-do-Liste vor mir her, schaue hinaus in die Sonne, tippe Liedzeilen in die Statusmeldungsbox von facebook, ohne Enter zu drücken und verliere Schritt für Schritt den Faden. Die Tage verschwimmen ineinander und ob etwas gestern, vorgestern oder heute war, ist kaum zu sagen. Mein Wecker macht inzwischen mit und sagt schon vor 9, dass es eins ist. Meine Post liegt immer noch im Briefkasten und wartet darauf, dass ich endlich mal wem Bescheid sage, der mir meinen Zahlencode ändern kann... Und ich weiß. Ich weiß, dass mancher darauf wartet, dass die Dinge, die da passieren, über die ich nur mittelbar im letzten Post schrieb, konkretisiert werden. Aber es gibt vermutlich noch gar nichts konkretes. Dass ich trotzdem darüber schreiben muss, dürfte einleuchten, schließlich muss Freude geteilt werden.

Montag, Mai 02, 2011

Dinge passieren

Bin ich verrückt nach dir oder bin ich nur verrückt?

My writing isn’t any more effective than yesterday. I’m reading stories about death and decay, about post-war misery and still I am not thinking in literary terms, still my thoughts are occupied by you. My mind lies there like an empty parking lot and you are drawing chalk paintings in every box.

My brain closes down; flooded with all the messages I won’t send you today. With all the messages I’m trying to memorize for tomorrow, for later, for someday. My heartbeat shakes the chair I’m sitting on – that’s how much writing I’ll get done today. I am writing them all on the inside of my skull; the texts, the shouts, the random bits and pieces that have to stay in there for now. A speech on fairness unfinished over my right ear – “there is no such thing”, would have been the point. I leave it there to finish it off later;

right and wrong – no such thing, true and false – no such thing, good and bad – no such thing; only time ticking down with every breath, every futile attempt to focus.

“Five second rule”, denke ich und halte mich bereit. Andere fragen nach dem Verhältnis von Aufwand und Ergebnis, fragen, ob es das wert ist. Ich denke „five second rule“ und hebe die Brauen; noch so eine Frage, die es sich nicht zu stellen lohnt. Ob es das wert ist?! Ich schüttle den Kopf, ungläubig; muss lachen, weil ich weiß, wie es von außen aussieht. Und verpasse es so vielleicht. „Five second rule“; wenn das hier alles – nein, falls – falls es auseinander fällt, bleiben fünf Sekunden. Fünf Sekunden, den Restherzschlag vom Boden zu kratzen, rote Schlieren über hellblaue Fliesen zu ziehen und Katalognummer und Namen darunter zu schreiben; dann ist Unglück eine Installation und kann bewundert werden auch später noch. Aber Zeit bleibt unwägbar und fünf Sekunden nur ein Symbolwert, der nicht im Kopf abgezählt werden kann. Eins vier fünf eins zwei vier drei fünf – Five Second Rule – Reihenfolge ist egal, Zeit läuft ohnehin nicht linear. Lese „Restherzschlag“, denke „reicht“. Reicht endlos.

Ein Schlagzeugsolo. Eins. Dieser Tag schreit förmlich danach. Ein Schlagzeugsolo. Ich denke „Crescendo“; hab es fünf jahrelang nicht mehr gedacht und weiß vielleicht erst jetzt wirklich was du meintest. Crescendo. Und im Hintergrund setzt mein halbes Leben zum Schleudergang an. Tag fast geschafft und die Welle, die auf mich zurollt erst ein Mezzoforte, das schon jetzt die Luft aus meinen Lungen drückt und ansetzt, meine Schlüsselbeine zu brechen. Ich nicke, entrückt lächelnd; der Bass ist nunmehr Teil meines Weltgeräuschs, mehr greifbares Objekt, als Klang. Die Vorboten der Flut wippen bereits im Takt; Salzwasser staubt vor dem heranrollenden Rauschen, das sich bricht, sich selbst einholt und übertönt. Und ich stehe atemlos davor. Crescendo.

Dienstag, April 26, 2011

walking home

You know, it might not be a bad thing, that I'm walking home alone tonight. - How come? Are you fed up with people now? After you managed two weeks of togetherness? - It's just that... I feel that I need to think things through. - What things? - I cannot talk about them right now. I have to debate them with myself at first... I don't even know what to say at this point. - Is this about this falling in love thing? Do you need to figure that out? - Oh, about that... I think I will never really figure that out. And I really don't need to figure it out now. I'm in the good place. It's not like my heart beats faster when I see you... ok, I'm lying here, it does beat faster. But not in a creepy kind of way. I try to catch myself early. I'm not acting on it. Because I'm in the happy place, the point where I just hope, that you are happy, because it would be a shame if you weren't. - ... - Alright, that was a little bit too much, I get it. It's just that you are this person that makes me feel really good. And I want to keep you, I want to not weird you out. So there is no thinking about the falling in love thing. Nothing's gonna change that any time soon.

So what will you be thinking about then on your walk home? - About what we discussed today: Commitment, promises, guarantees, marriage... that kind of things. - You're still thinking about it? I thought, your mind was made up: No promises, no guarantees. - It sounds harsh, when you say it like that. And that's not what I meant. - Well, what did you mean then? You want to commit, but you can't promise that you won't fall in love with other people and you can't even promise to not act on these feelings, so what kind of promises can you make? - Not a lot obviously. But when I love, then this is unconditional. It's not 'I love you as long as you love me back' or 'I love you as long as you're young and beautiful' or 'as long as you're healthy' or 'until I meet someone better', it's not like that. When I love someone and I want to commit to them, then I'm saying 'You are this person. When I'm with you, I'm good. You make these things happen inside of me. And I like that feeling. I always want to feel that way. I always want to feel that way with you. And if there comes a point where this is starting to slip away, I will do everything I can to keep that feeling. I will fight for it. Because I want to love you. I'm not just doing it.' That's the promise I can make. And if that's not enough, I don't know what would be.

That's it for now. That's what this night held in store for me. There's enough love for each and every one of us out there.

How about the trip? It's all here.

Montag, April 18, 2011

things to come

I've been decidedly silent for a while now. I am currently in Glasgow, tomorrow off to Edinburgh and then to Bangor again. but my travel journal will go online when I'm back. So be patient, guys - there's hot stuff coming up. Emotional turmoil, new cities, sheer happiness - I am not exaggerating here!

Sonntag, April 03, 2011

haven't found...

Man weiß nie, dass man verloren geht, bis man verloren ist. Besuch ist ne schwierige Kiste. Und schöne Frauen treffen eine noch schwierigere. Ich denke mir hier so „Dann eben nicht bereit, aber gucken darf man ja“. Und plötzlich, ohne dass mans gewollt oder auch nur geahnt hat, ist der Hals wieder über dem Kopf. Heute Chorkonzert. Die Lieder alle viel besser, als noch in den Proben, die Kleider alle viel kürzer als abends zum tanzen. Und ich ganz „After Party, After Party!“, aber nein. Nur Paddy’s und Yellow Pub und nichtsnichtsnichts.

Ohmygod what’s happening?!

Sonntag, März 27, 2011

müdemüdemüde

Trotz Zeitumstellung. Und morgen muss ich wieder ganz früh raus. Aber ein bisschen zusammenfassen muss ich ja schon, was hier so passiert. Und? Was ist passiert? Es war St. Patrick's day. Erst wollte ich gar nichts trinken und dann konnte ich mich am Ende nicht mal mehr genau erinnern, wie ich in den Pub gekommen bin - nicht unbedingt mein schönster, vielleicht aber mein betrunkenster Abend hier. Ansonsten erhält hier doch langsam der Frühling Einzug. Die letzte Woche war wunderbar sonnig und verhältnismäßig warm, bis auf gestern. Gestern waren wir im Alton Towers Freizeitpark. Wenn ich die Augen schließe überschlage ich mich jetzt noch. Eine ganze Reihe wirklich guter Fahrgeschäfte haben die da stehen und wenn man sich in 2,5 s auf 100 km/h beschleunigen lässt, zittern die Hände plötzlich nicht mehr vor Kälte, sondern vor Adrenalin. Ein wahrer K.O.-Tag, von dem ich mich heute wohl noch nicht ganz erholt habe. Während ich also Frühling feiere, sind andere Erasmusmenschen schon wieder fern von hier und kriegen von all dem gar nichts mit. Ich schlage die Hände über dem Kopf zusammen und frage 'wie kann man nur', denn ich weiß nur ich kann nicht, kann keine Beziehung zu Menschen aufbauen, die nicht hier sind. Auch nicht zu Kleidungsstücken, die nicht hier sind.
Heute habe ich das Zimmer gesaugt, die Stundenplanungen fertig gemacht und die Luftmatrazen aufgepustet, denn ab Dienstag heißt es: Besuchszeit! Erst kommt Christian und dann Kristin, Julia und Stephan. Wie die hier Platz finden weiß ich noch nicht ganz genau. Aber es wird schon gehen, muss ja.
So. Ich gähne. Und geh ins Bett. Bald mehr.

Sonntag, März 06, 2011

The next will be the last...

after the trizillionst episode of Grey's Anatomy this weekend I am full of emotional crap. But more than that: I'm full of the stories I'm trying not to tell, because they only partly belong to me, they are my kind of souvenirs and half-stolen and I don't know... but on wednesday I realized something: I work at this school in Conwy with a storyteller. A gifted storyteller. This woman never fails to pick the right story for the right situation, never fails to deliver the punch line, enhances with gestures, sound effects and funny out of the picture comments - and I am keeping all this to myself. And all to myself. I am not even writing about it for myself alone. But I think it is about to get back on here. Maybe. If this thirst for telling stays.

Since Thursday evening the enemy's been taking over. I could feel its every step. In the early evening I was just tired. Then I read a bit of Schnitzler and decided to call it a night and went to bed, where I lay for hours and hours with first a headache, then a sore throat, then fever - it was adventurous! Lucky me, that I got my Essay for Friday done just a few hours before. I slept through most of friday after that. I called Vera and she printed out my Essay and handed it in and then I sat at home and read and slept and ate and slept and read some more... all that sleeping led to some breathtaking insomnia for the rest of the weekend. At some point on friday night I decided it might be wise to see the signs, stick to reality, speak truth when it hits home and somehow live through this. I am still struggling with it. I don't know exactly what this holds for me. It could be incredibly good. It could be depressing. Sometimes you have to take a plunge.
In all my sleeplessness I watched more than a whole season of Grey's Anatomy, panicked a few times about my "this is the life" decision, went shopping, read Schnitzler and essentially took a weekend off. From it all. And now. Now after I watched the second episode of the fifth season I am going to go out for one of these walks. You know one of these walks, where it doesn't matter where you go and what you see and how the weather is and if you get lost - you just need the feeling you're moving, the feeling the world is still moving. I need that a lot. Like when my friends and me picked on that girl in school bus because she was so pretty and seemingly friends with everyone and we just tried to convince her that she was cross-eyed and when I got home I was so ashamed of myself I had to walk for 8 kilometres to lash out on myself. Or like when I fell in love for the first time since I knew for sure that I was gay and I was really unsure about how to handle it and if I might be to clingy and stop it all together and then she sent an email, a really long email and I only got to read the first few words, where she called me like no one else called me and no one else called me that because I wouldn't let them - and I read the first line and I had to get out and feel this world under my feet and smile like a complete lunatic und just be freakin' happy for me, just me. Or like when I failed my first exam and I wanted to quit it all - Latin, teaching, university, you name it - and I had to make myself walk fast and breath a lot of the late summer's air to convince myself I might be not a failure after all, if I don't let myself be one. That's the thing to do. When all else fails - I walk, I jog, I run. I've been running an awful lot these past few weeks. And I don't want it to be a running away. Because I am not. I just-. Need time to think things out. To put stories together. Stories I probably never tell anyone because I wouldn't know how. Stories that keep me sane. At least I hope they do. Maybe they only keep me out of this great chaos we call life. I don't know that yet. But I decided to rip my chest open, to tell stories or let them go, to try what has to be tried und to bury what is long gone - so I am going for a walk. And when I come back this world still has to be there - waiting for me to mess everything up.

Montag, Februar 28, 2011

Ihr Flug wurde gebucht.

Da habt ihr es. Mein Flug ist gebucht. Der Prüfungsplan ist raus und nun ist klar, dass ich im Mai nach Hause fliegen werde, um mit meinen Eltern ihre Silberhochzeit zu feiern. Und natürlich will ich das gerne. Mit ihnen feiern. Aber... eigentlich will ich gar nicht heim. Nicht im Mai und nicht irgendwann, erst ganz am Ende vielleicht. Ich bin sehr hier grade. Trotzdem. Im Mai werde ich den ersten Koffer nach Deutschland bringen, meinen Trekkingrucksack mitnehmen und danach steht mir hier noch ein großartiger Monat bevor. Einer ohne Uni und ohne Prüfungen und frei.

Sonntag, Februar 27, 2011

Weiße Nächte - stummes Telefon

Eine großartige Nacht war das! Tortillaabend. Und er wollte und wollte nicht enden. Wir diskutierten über Musik, Lady Gaga, Sexualität, Beziehungen, Schulsysteme, dumme Wetten und einiges mehr und als Julian und ich schließlich Richtung Normal Site aufbrachen, war es beinahe 6 Uhr. Dementsprechend spät begann mein Tag heute und sollte eigentlich voll und ganz Great Gatsby gewidmet sein - aber dann! Dann habe ich Elena Undone geschaut. Und seitdem ist es Essig mit Gatsby. Ich vermisse ein gewisses Kleidungsstück wie Hölle und seufze so vor mich hin und schiebe das Buch von links nach rechts und schreibe Liebeslieder und weiß nicht wohin mit all dem. Ich bin ein Bündel höchst widersprüchlicher Gefühle grad. *seufz* Aber ich weiß wohin nicht. Das Telefon bleibt aus.

Freitag, Februar 25, 2011

Die 90er und King Lear

Ach und Manchester. Da waren wir auch. Am Samstag nämlich. Ein Ausflug, der sich zugegebenermaßen nicht unbedingt gelohnt hat. Wegen des Wetters und der anhaltenden Müdigkeit nach Freitagnacht. Wir sind ein bisschen durch die Stadt gewandert, haben Mexikanisch gegessen, eine Steel Drum Kombo gehört, ein Shopping Center durchforstet, das Gay Village angesehen und sind dann wieder in den Bus nach Bangor. Man müsste mal zum feiern nach Manchester. Das wird vielleicht nächsten Samstag. Da ist nämlich Robyn in Manchester und es gibt noch Tickets und die sind gar nicht mal sehr teuer. Also bin ich dann vielleicht dort.
Samstagabend haben wir dann trotz großer Erschöpfung noch Almost Famous geschaut und uns für den Sonntag zum Pizzabacken bei Veera verabredet. Dieses artete dann nachdem die Pizza gegessen war in ein Gespräch über Ehe, Kinder und Blumen aus, auf das ich so gar nicht vorbereitet war - und: Einige Menschen stecken voller Überraschungen.

Diese Woche hieß es hier dann Grippewelle, sodass am Dienstag zur 90er Party leider nicht alle erscheinen konnten. Eine echte Tragödie, denn es wurde fast alles gespielt, was ich mir so erträumt hatte und die Tanzfläche hatte genau die richtige Menschendichte. Abgesehen davon, war Lauren da, die in Maine studiert, und mich antanzte als gäbe es kein Morgen und so war der Abend dann nach anfänglicher Unlust meinerseits doch sehr sehr schön. Ich hatte nämlich am Nachmittag plötzlich gar keinen Bock mehr auf nix. Nicht auf Chor und nicht auf 90er und nicht auf Haus verlassen... hab ich aber dann alles gemacht. Und das war gut.
Mittwoch haben wir fix das Hostel in Glasgow für unseren Ostertrip gebucht und uns Mietwagen angeschaut, bevor Vera(nicht Veera) und ich dann hoch zum Main Arts Building stürzten, hinein in den Bus und auf nach Llandudno, wo in der Venue Cymru ein Ensemble mit "King Lear" zu Gast war. Und nicht irgendein Ensemble. Derek Jacobi, Ron Cook, Gina McKee - es war der Wahnsinn! Und es wurde schändlich kurz geklatscht dafür. Josy hat mir aber gesagt, dass das hier ganz normal ist, egal wie gut das Stück nun war. Ich bin jedenfalls begeistert. Und überlege vielleicht öfter mal ins Theater hier zu gehen. Dieses Mal war es sogar kostenlos. Von der Uni gesponsort sozusagen.

Gestern habe ich angefangen in der Bibliothek hier zu arbeiten - ein Alptraum! Man kann hier offenbar alles ausleihen. Und das bedeutet: Alles ist ausgeliehen! Ist nicht zum aushalten! Ich hab nur noch 2 Wochen für diese Essays und die Bücher liegen bei irgendwem zu Hause! Frechheit! Abgesehen davon sind die Regale nicht so top sortiert wie in Leipzig - ich werde also voller Liebe für die Albertina zurückkehren. Am Wochenende gehts weiter und irgendwann werden dann meine 4 Essays fertig sein... hoffe ich.
Seit gestern weilt Jill auch erstmal wieder in Köln. Für 2 Wochen. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Ich könnte jetzt nicht einfach 2 (zwei!) Wochen nach Deutschland. Weil... ich bin ja grad erst hier. Außerdem geht hier alles unheimlich schnell und in 14 Tagen kann man ne Menge verpassen. Ich will nicht nach Hause. Auch wenn ichs ab und an vermisse. Ich will hier sein. Und vielleicht hier bleiben sogar. So genau weiß ich das jetzt noch nicht.

Ich habe hier grade meine erste Kochwäsche in den Trockner geworfen (hab sonst immer alles zusammen gewaschen) und warte, dass es 10 wird, denn dann heißt es Tanzen gegen Brustkrebs! Mir ist es recht. Ich brauche ein bisschen Ablenkung gerade von allem. Morgen ist Tortillaabend und Sonntag bisher noch frei, aber das wird wohl nicht lange so bleiben...

Samstag, Februar 19, 2011

Keeping the distance - you're getting better

Heute war Hausparty bei den Mädels aus Martinique und vorher hieß es Vorglühen in F-Site. Wir haben Ring of Fire gespielt und waren eigentlich schon betrunken genug, um heim zu gehen, als wir zu besagter Party aufbrachen. Ramneet war es auf jeden Fall. Und dann? Mütze war ein einziges Bündel sexual tension und ich stand davor und dachte nur *nichtküssennichtküssennichtküssen*. Ein Akt unglaublicher Selbstbeherrschung, den man mir erstmal nachmachen soll. Denn ich habe durchgehalten auch als später Rihanna lief, auch als andere Leute hinter geschlossene Türen verschwanden um werweißwas zu tun, auch als sie Millimeter von mir entfernt mit jeder Zelle "nimm mich" schrie. Ich mach das vielleicht doch gar nicht so schlecht.

Morgen Manchester.

Mittwoch, Februar 16, 2011

Keeping the distance - you're doing it wrong!

Gestern war ein Tag ohne Handschuh undund Mütze, der nur auf den Abend zulief, an dem es hieß: "Fruit Salad"! Das ist die Homoparty der LGBT-Union hier und ich kann mich nicht beschweren: Es waren einige hübsche Mädels unterwegs, ich habe nette neue Menschen kennengelernt und versucht, deren Namen zu behalten, wurde von einem Mann angeflirtet (Warum?! Warum ein Mann?! Warum nicht Laura oder Laura oder Elizabeth oder - nevermind)... und schließlich war ich um 3 zu Hause, um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, bevor um 7 der Wecker klingelt. Heute war ich nämlich wieder in Conwy in der Schule.
Die Deutschlehrerin war krank und so hatte ich die Schüler quasi für mich allein (quasi, weil immer noch ein Lehrer für autoritären Beistand aber ohne Deutschkenntnisse drinsaß) und durfte diverse Arbeitsblätter durcharbeiten. Es war eine dreifach Stunde. Von 9 bis 12 (mit Pause, na klar). Meiner Meinung nach schon für die Schüler eine einzige Quälerei, für mich aber war es die Hölle. Und dementsprechend ausgelaugt fühlte ich mich dann auch, als ich mich nach Hause schleppte mit schmerzendem Kopf und brennenden Augen vom Schlafentzug - ein ungeahntes Tief. Aber auch das ist inzwischen überwunden und ich sitze hier ganz entspannt auf dem Bett und tue das, was ich eigentlich nicht machen will: Ich bin zu nah dran.
Ich schreibe mit Mütze. Und will nicht. Und denke immer: Heute mal nicht. Und dann stolpere ich wie ausversehen in ihre Wohnung oder sie ruft an oder schreibt auf facebook oder mir entwischt doch eine SMS... ich bin eine totale Niete im auf-Armlänge-halten. Mein Herz kann Weitsprung. Und ich versuche es doch. Nicht alles gegen den Baum zu fahren. Zumindest nicht sofort. Aber es ist verdammt schwierig einen kühlen Kopf zu bewahren mit dieser Mütze. Eigentlich unmöglich.

Samstag, Februar 12, 2011

Emotional Turmoil

Ich habs versprochen und ihr sollt es bekommen. Aber erst was anderes: Am Donnerstag war ich zum ersten Mal in meiner Schule in Conwy und habe mich rumführen lassen von herzallerliebsten Deutschschülern. Ich habe den Verdacht, dass es mir dort sehr gefallen wird und ich darf Videos drehen mit meiner Stimme und Powerpoints mit Ton versehen - kurz: meine Stimme zur Verfügung stellen. Selbiges mache ich gerade auch in meinem Seminar zu "Working with European Literature", wo diese Woche Gedichte dran waren. Ich bin - wenig überraschend - in der Gruppe für deutsche Literatur und wurde inzwischen vom Dozenten noch zu einem anderen Seminar eingeladen - abgefahren!

Am Dienstag ließ ich mein Seminar zu englischsprachiger Walisischer Literatur ausfallen, um mit Viljo, Vera und Jill eine kleine Tour unter diesem wunderbar blauen Himmel zu machen. Nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung. Wir sind ein bisschen auf Anglesey rumgehackt, haben Schafe geguckt und wolllten eigentlich beide Brücken überqueren, sind aber an der zweiten gescheitert, weil es keine Fußgängerspur gab. Deswegen gab es auch vorerst nicht die Waterfalls auf der Festlandseite zu sehen, aber das wird in bälde nachgeholt!
Auch noch am Dienstag war die erste Chorprobe für mich. Ein bisschen U2, ein bisschen Musical, ein bisschen Irisches Volksliedergut und ein Bass, der uns (die drei Austauschstudenten im Chor) direkt für demnächst in sein Haus einlädt, um mehr über Leipzig, Jyväskylä und Maine, NY zu erfahren. So sind sie eben, die Briten.

Jetzt emotional turmoil. Wir sind noch nicht ganz einen Monat hier und wir sind teilweise schon recht nah an einander dran. Im Rahmen dieses Nicht-Für-Immers wird offen gelegt, was man anderswo vielleicht verborgen hätte, werden Gespräche geführt, denen man sich an anderer Stelle gar nicht gewachsen fühlt. Manchmal streifen wir die Zukunft und unsere Hände zucken zurück, wie verbrannt: Wir haben bis hierher gedacht, bis Bangor und oft nicht weiter. Nun, da Zeit dafür wäre, ist es schwierig - zu sehr hämmert jetztjetztjetzt auf uns ein. Das hier ist unser Limbus.
Das zur allgemeinen Situation. Zudem war gestern Freitag und gestern Nacht dementsprechend Freitagnacht. Das hieß: Gala der internationalen Studenten. Die war nicht besonders atemberaubend, aber nachdem wir zu viert 2 Flaschen Sekt geleert hatten, sind wir doch kurz rein, um uns das anzuschauen, dann aber recht schnell weiter, was essen, dann zum trinken und Rascals und zum tanzen ins Octagon. Ab irgendeiner Station dieses Weges war ich alkoholmäßig ziemlich gut dabei (wie die anderen auch) und es wurde gesungen und hingefallen und nach einer recht kurzen Zeit im Octagon war für mich dann auch der Punkt des Heimweges gekommen. Der gestaltete sich dann etwas surreal mit Abba, Gesprächen über Affären und emotionales Involviertsein in diesen, SMS-Feuerwerk und schließlich angekommensein/nichtweiterwissen. Der Morgen begrüßt mich mit der unbestimmten Furcht gestern eine Linie übertreten zu haben, hinter die ich nicht mehr zurückkann. Aber das weiß ich noch nicht sicher. Das wird sich erst noch zeigen im Verlauf des Tages.

Und Mütze! Wenn ihr wüsstet! Ich hab doch keine Superkräfte, dass ich vor so einer Schönheit stehen könnte, ohne Dummheiten zu machen. Dabei bemühe ich mich. Ich fürchte, ich bin nicht sehr erfolgreich dabei.

Dienstag, Februar 08, 2011

Müde und angetrunken. Immer.

Wir waren im Kino! Am Samstag! Wir haben The King's Speech geschaut und ich habe erfahren, dass es tatsächlich Leute gibt, die mit Popcorn werfen. Am Sonntag habe ich mich mit der Koordinatorin für die Fremdsprachenassistenz getroffen und ich werde mir am Donnerstag zum ersten Mal die Schule anschauen. Sonst war das Wochenende ein Paradebeispiel für britisches Regenwetter. Der Regen staubt hier richtig vor lauter Wind. Ich LIEBE es! Noch wahrscheinlich. Aber trotzdem.
Gestern Abend haben wir unsere Osterferien geplant. Es soll erst nach Irland gehen und dann weiter nach Schottland. Ein Trip, der mich vermutlich in den Ruin treiben wird und dem ich doch voller Freude entgegenblicke. Gerade habe ich den Flug von Dublin nach Glasgow gebucht - es gitb also kein zurück mehr! Abgesehen davon habe ich gestern auch das erste Lied in Bangor aufgenommen und direkt auf Facebook gepostet - ein Stück voller Kitsch und Koffeinschock. (hier)

Heute dann wieder LGBT Treffen. Diesmal mit Vicky, deren Freundin laut eigener Aussagen gorgeous ist und morgen im Ras cals unbedingt von mir begutachtet werden soll. Weiß aber noch nicht, ob ich hingehe, da als Alternative ein Treffen mit Mütze auf dem Plan steht... was auf jeden Fall morgen geht: Ich werde zur Chorprobe gehen. Zusammen mit Viljo. Das wird bestimmt ein Spaß!
Das soll hier nur einen kurzen Abriss liefern. Die Aufzeichnung emotionalen turmoils kommt später.

Samstag, Februar 05, 2011

Der Schlaf überkommt dich so oder so // Hormonstau

Es ist doch immer das Gleiche: Man bricht von einer Party auf in dem Gefühl, dass man zu Hause nur noch aufs Bett fällt, die Decke über sich zieht und mindestens 2 Tage durchschläft und wenn man die Zimmertür hinter sich schließt, ist es, als hätte jemand ein Licht angeknipst und alle Müdigkeit liegt irgendwo vergessen auf den Straßen. So geht es mir gerade. Ich schreibe M einen Werbetext für Spielsucht und weiß dabei nicht recht, wie ich mein eigenes Roulette beschreiben soll. Ich bleib also vage. Zumal man nie weiß, wer hier welche Sprachen spricht und vielleicht doch noch auf diesem Blog landet - Immer wachsam! ^^

Zum Vagebleiben gehören auch coole, illustre Decknamen. Und hier sind zwei: Handschuh und Mütze (brr, das klingt ja schon alles sehr winterlich...). Beide sind sehr unterhaltsam, attraktiv, (halten warm?) und hetero aber offen (zumindest Mütze [das sind tolle Decknamen. Ich habe schon jetzt unglaublich viel Spaß damit]). Ernsthafte Chance male ich mir bei keiner aus, nein schlimmer noch, bei beiden habe ich das Gefühl, dass eine Beziehung für mich nicht the-way-to-go wäre. Worauf bin ich also aus? Ich will sie ins Bett kriegen (übrigens nicht beide gleichzeitig), klar. Aber eben auch mehr als das. Ich will mit ihnen Filme schauen, Lieder singen, tanzen gehen, blöde SMS schreiben, Kaffee trinken, kurz: Ich will mit ihnen befreundet sein. Und dazu dann mehr oder weniger separat den Sex. Casual also. Friends with benefits. So in der Art. Das ist neu. Sonst will ich entweder nur Sex oder nur Freundschaft oder ne Beziehung. Könnte aber natürlich auch an der Aussicht liegen, die meisten hier nach dem halben Jahr wohl nicht wieder zu sehen.
Warum erzähle ich das? [Abgesehen davon, dass ich nicht schlafen kann] Damit ich hier einen kleinen Poll starten kann: Friends with benefits - wolltet ihr das schon mal mit jemandem sein?

Freitag, Februar 04, 2011

Leben ist wie Fußball

Manchmal schießt man ein Tor, manchmal kriegt man eins rein..."

Wenn man bei der dritten Wodkacola ist und immer noch nicht weiß, dass es besser wird, muss man gehen, muss man aufhören, muss man Pause machen. Ich sage nur soviel: Ich dachte, 17 ist man nur einmal und wenn man das überwunden hat, ist alles gut.

@M: Im Englischen nennt sie sich "Um". Und ein Mann mit schwarzen Handschuhen? Ich muss mehr erfahren!

Dienstag, Februar 01, 2011

Und immer denk ich: Morgen.

Morgen, da schreib ich was. Morgen erzähl ich von dem, was hier so geht. Morgen, morgen, morgen. Wird immer alles nix. Also jetzt. Ich bin müde wie sonstwas, aber was muss, das muss.

Wo anfangen? Die letzten Tage waren gewohnt ereignisreich. Am Donnerstag hatte Viljo Geburtstag und wir haben uns aus diesem Grunde alle hier auf der Normal Site getroffen und zeitig angefangen, uns warmzutrinken. Halb Zehn sind wir dann in die Stadt gewankt und direkt in die Silent Disco hineingestolpert, wo viele Menschen mit Kopfhörern zu Musik auf verschiedenen Channels abgehen. Nette Sache und ich gegen vierteldrei auch schon wieder daheim und am Freitagmorgen dementsprechend bereit für meine Vorlesung. Freitagabend wurde dann der Restalkohol vernichtet, Spiele gespielt, Lieder gesungen und dann recht früh ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag sollte es nach Chester gehen.
Ging es dann auch. Um 9 trafen wir uns alle am Bahnhof und dann sind wir nach Chester zum Shoppen, Kathedralegucken, Stadtmauerablaufen. Ein wirklich ganz malerisches Städtchen voller Leben und wunderbarer alter Gebäude. Nur kalt wars. Wirklich kalt. Und als wir kurz nach 6 wieder Richtung Bangor fuhren, waren wir alle breit, schliefen schon im Zug oder konnten selbiges nur mit Mühe verhindern - die Müdigkeit sitzt einem hier ständig im Nacken.
Gestern dann war mein erster "social evening" ohne ausgehen. Wir waren zu siebent bei Jill um neidisch ihr Zimmer zu bestaunen, zu kochen und Alice im Wunderland zu schauen. Es war großartig und hat mich ein bisschen an zu Hause erinnert, besonders als wir uns gegenseitig ein paar Youtubevideos vorgespielt haben (ich kenne jetzt einige grandiose finnische Comedians). Was soll ich sagen? Ich vermisse euch schon ein bisschen. [Ein bisschen?! Nur ein bisschen?! Ja. Zu sehr hält mich das alles in Atem, zu fasziniert bin ich von neuneuneu.]

Heute dann war ich mit Chris und Jésus bei der lgbt Society. Viele Männer, wenig Frauen. Aber die anwesenden Männer einfach göttlich und cute. Bangor ist - so habe ich das Gefühl - beinahe overwhelmingly gay. Oder zumindest sehr offen. Vielleicht fällt es auch nur noch mehr auf, weil hier alles noch ein bisschen dichter aufeinander ist, als in Leipzig, mir jedenfalls fällt es auf und offensichtlich nicht nur mir, wenn ich die Kommentare der anderen Erasmusstudenten so höre.
Gay Society also schön und gut, jetzt muss ich nur noch Bangor's Lesben finden und alles ist schön. Ich kämpfe nämlich anscheinend gerade mit einem hormonellen Notstand. Die Frau mit den roten Handschuhe ist aus dem einfachen Grund, dass ich sie jetzt 2 Tage nicht gesehen habe, mehr oder weniger abgemeldet und ich habe bereits ein neues Objekt der Begierde aufgetan. Da zeichnet sich vielleicht ein Trend zu Psychologiestudentinnen ab? Aber abwarten. Gebt mir noch 2 Tage, dann sieht das schon wieder anders aus.

Apropos sehen: Heute ist meine Digitalkamera angekommen und ich werde in den nächsten Tagen ganz schrecklich viele Fotos machen und euch zeigen, wie es hier so ist.

Über Postsendungen freue ich mich im Grunde immer, besonders gern gesehen Sind Schoki oder irgendwelche Poster, mit denen ich mein trostloses Zimmer etwas gestalten kann. Sollte euch so etwas über den Weg laufen, einfach hierher:

Neuadd Arfon Room 45
Holyhead Road
Bangor, Gwynedd LL57 2PJ
United Kingdom

Sonstso: Ich habe inzwischen einen Platz im Foreign Language Assistantship Programme und werde dementsprechend an Schulen im Umland beim Deutschunterricht helfen dürfen. Dass ich den Platz erst jetzt zugewiesen bekommen habe, liegt daran, dass unser Koordinator, Andrew, seit einer Woche krank ist und ohne ihn anscheinend nichts geht. So kann auch niemand meine Immatrikulationsbescheinigung unterzeichnen, die ich eigentlich bis heute hätte einreichen sollen. Ich hoffe nun, dass die deutschen Ämter Gnade zeigen und sich noch ein paar Tage gedulden können.

Morgen Abend ist das erste Treffen mit unseren Tandempartnern und ich bin schon ganz gespannt, wer hier ernsthaft Deutsch lernen möchte (das scheint eine ganze Menge zu sein, denn in fast allen meinen Kursen ist irgendwer, der Deutsch studiert oder mal gelernt hat oder Familie dort hat oder oder - sehr faszinierend). Soweit erstmal. Was macht Deutschland? Alles gut?

Mittwoch, Januar 26, 2011

Und Handschuhe aus Licht

So. Ich habe kurz Zeit. 17 Minuten. Dann bin ich zum Tee verabredet. 17 Minuten, die ich vermutlich damit verbringen sollte, das Buch zu lesen, das nächste Woche im Seminar drankommt, oder das 50-seitige Gedicht für Amerikanische Literatur morgen... aber das muss dann wohl heute Abend. Wäre in der Zeit jetzt eh nicht mehr drin.
Zur Uni: Das Lesepensum ist sportlich, die Vorlesungen dafür aber lächerlich kurz. 60 Minuten. Und es wird immer c.t. angefangen also eigentlich nur 50 Minuten. Dafür bin ich eigentlich gar nicht bereit 20 Minuten in die Stadt zu laufen. Aber seis drum, die machen das hier eben so. Dafür ist mein Seminar über englischsprachige Walisische Literatur dann gleich mal 2 Stunden lang und das heißt für jeden der 6 Seminarteilnehmer gibt es 20 Minuten Redezeit. Erfrischend, gerade dann, wenn man sich in Walisischer Geschichte und Kultur so meisterhaft auskennt, wie ich *ironieaus*. Beschweren will ich mich trotzdem nicht. Ich hab mir ja die Seminare so gewählt, damit ich schön viel lesen kann. Übrigens nicht nur englische Literatur, nein, auch Schnitzlers "Professor Bernhardi" und Schlinks "Vorleser" werden dabei sein. Ich bin schon ganz gespannt, ob ich dieses Mal einen Draht zu Schlink finde.

So. Ich wollt ja noch ein bisschen dies und das erzählen neulich. Erst zur Wohnsituation. Das Wohnheim ist nicht schlecht, aber auch nicht gerade ein Luxusschuppen. Im Bad gibt es 3 Duschen und eine Badewanne und ich durfte bereits feststellen, dass die Briten offenbar ein perfides Vergnügen daran haben, die verschiedensten Funktionsmechanismen an Badarmaturen zu entwerfen. Alle 3 Duschen müssen unterschiedlich bedient werden. Mit der Wanne hab ich nix zu schaffen, die wirkt auch nicht so sauber. Ausnehmend schmutzig hingegen ist die Küche. Hier wird mindestens einmal die Woche sauber gemacht und danach sieht es immer einen halben Tag lang gut aus und dann stellt sich irgendwer was in die Mikrowelle (denn das bedeutet hier offensichtlich kochen ;)) und schon sind wieder überall Krümel, undefinierbare Flüssigkeiten, klebrige Stellen, dreckiges Geschirr... Eben alles sehr wohnheimtypisch. Ich bin immer noch dabei mir ein Fach in den 2 Kühlschränken zu erkämpfen, die wir uns zu siebent teilen. Das klingt erstmal nach viel Platz, wenn man aber bedenkt, dass hier offensichtlich jeder Stundent einen 750g Becher Margarine lagert, den er wahrscheinlich niemals alleine aufbrauchen wird, sind 2 Kühlschränke zu wenig. Wozu man hier Margarine braucht, weiß ich aber ohnehin nicht, Brot essen die Studenten hier nämlich offensichtlich genau so wenig wie ich. Aber auch die 2kg-Beutel Haferflocken finden nicht den Weg in ihre Küchenschränke, nur die zwei Gefrierschränke sehen aus, als wollten sie ein Tiefkühlpizzageschäft eröffnen.

Fein. Jetzt hab ich noch eine Minute. Und werde etwas über Frauen ohne Internet erzählen. Nur noch 30 Sekunden. Das Internet lassen wir weg. Also: Ich trat auf Bangors Straßen, zum ersten Mal allein und ziemlich orientierungslos und da stand sie mit roten Handschuhen und der gleichen Karte in den Fingern und wir sagten: "Hi! - Visiting student? - Where are you from?" und da war es im Grunde vorbei, war alles gelaufen und nun schlägt mein Herz schneller, wenn ich an rote Handschuhe denke. So viel in Kürze.

Montag, Januar 24, 2011

"Du bist doch lesbisch, oder?"

Dieser Satz markierte für mich den Beginn eines wunderbaren Samstagabends. Er kam von Chris, der eigentlich in Berlin studiert und mit dem ich hier sicher ein bisschen die recht beschauliche Szene erkunden werde. Noch Samstagnacht versuchte ich auf Facebook eine kleine Coming-out-Welle in der Erasmusgruppe loszutreten, aber das ist wohl nicht recht gelungen, ich hätte da nämlich noch zumindest einen in Verdacht. Aber wir kennen uns ja alle erst eine Woche und das Semester ist ja doch noch ein paar Monate lang... da ergibt sich das dann vielleicht noch so.

Erst eine Woche hier. Das ist schwer zu glauben. Wir waren viel unterwegs. In der Stadt, in Pubs und Clubs, in der Umgebung, in der Uni - immer gibt es irgendwas zu sehen, immer eine Party oder irgendwas in der Art. Gestern war Karaoke im Partick's, am Samstag End of Exams Party in der Bar Uno und anschließend fröhliches abspacken im Rascals, das im oberen Stockwerk sehr gaylastig ist, am Freitag war Undergrad Party im Octagon, Donnerstag Abendbier im Patrick's, Mittwoch Dinner im Fat Cat und Dienstag war der bewusste Kennenlernabend. Es ist also abends immer was los. Aber auch tagsüber sind wir bisher immer recht beschäftigt gewesen. Ein Ausflug über die Brücke nach Menai, ein Spaziergang an der Küste, Teetreffen in den Halls... es nimmt kein Ende. Viele sind müde abends oder müssen auch mal aufs Geld schauen oder wollen schlicht mal alleine sein, aber sie sind trotzdem dabei, sie wissen, dass man Erstwochenerlebnisse nicht irgendwann später nachholen kann. Gespart und geschlafen werden muss später. Vorerst ist alles einfach nur jetzt.

Ich habe gerade meine erste Vorlesung hinter mir und kann mich noch nicht so recht mit dem 60-Minuten-Konzept anfreunden, aber das wird wohl auch noch werden. Sonst ist erfreulicherweise festzustellen, dass ich alle meine Veranstaltungen im gleichen Gebäude habe und nachdem ich es heute gefunden habe, muss ich wohl vorerst keine Räume mehr suchen. Und dast ist definitiv ein Vorteil, denn vom Schilderwald ist hier nichts zu sehen, zwar sind alle ganz freundlich und hilfsbereit, wenn man sie fragt, wenn aber niemand da ist, hat man Pech.

Ich würd gern noch dies und das erzählen, von hübschen Frauen ohne Internet und chaotischen Küchen... vielleicht später, vielleicht heute Abend. Jetzt muss ich grade mal ein bisschen Schlaf nachholen.