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Donnerstag, September 26, 2013

I am waging war



I bleed my city
its milky way
of illuminated windows
is the backdrop
for my shuffling step
my barefoot verse
my sweet escape


Out here
the cow bells are ringing
the lights are fewer
are distinct

Who am I
without the constant noise,
the stream of countless
human
experience?

What is my name
when there’s no need
for names?

Are the mountains calling
for my step
when the sun sets
without a hint of orange?

Or am I hearing voices?
Has my wonder left me
already?
I can still hear the beat
the pulse
of the universe
dancing –

There are sparks in the sky!
From a bonfire
not a short-circuit heart…

How am I going to survive
on peace of mind
and solid ground?

I bleed my city
and pray
for acid rain.

Dienstag, Juni 18, 2013

Für wen?

Für wen hebst du den Rest deines Lebens auf? Und wer sagt dir, wie lang er ist, dieser Rest? Dich zu lieben ist nicht einfach. Das ist ernst, aber nicht schlimm. Ich schmeiß die Beatmaschine an und greif die Gitarre, unter uns wird der Asphalt Heizdecke und es riecht nach Bier und Wildrosen.Du sagst "Morgen müssen wir an den See" und wir schauen uns lange an, bevor wir durch die Nacht taumeln und über den Freibadzaun klettern - das hier ist es. Für wen hebst du den Rest deines Lebens auf?

Es ist wie wenn man mit jemandem Zelten geht und tagelang aufeinanderhockt. Man ist froh, wenn man wieder zu Hause ist und endlich wieder allein und nur mit sich. Aber wenn es Abend wird und die Grillen wieder ihr Liedchen anstimmen, dann fehlt da jemand, der auch die Hand ausstreckt zu den Sternen.

Mittwoch, November 09, 2011

Große Pläne, hehre Ziele, heißes Herz

Ich müsste jetzt eigentlich mal still sein und das weiß ich auch. Es ist nur schwierig, weil es gerade im Moment so unheimlich viel zu sagen gibt... - Oder gibt es tatsächlich viel zu sagen? Ich bin mir nicht ganz sicher. Vielleicht gibt es auch nicht sehr viel zu erzählen und mein Mitteilungsbedürfnis ist einfach nur gerade mal wieder etwas größer. Jedenfalls habe ich bereits das Gefühl, ein bisschen nervig zu werden.

Aber es hilft nichts. Man muss tun, was man tun muss. Und da zur Zeit nicht besonders viel meiner schriftlichen Ergüsse in meine Hausarbeit fließt, müsst ihr das jetzt ausbaden. Tut mir ja fast ein bisschen Leid. Denn eigentlich wollte ich diese Arbeit nun bald hinter mich bringen, um endlich mit all den schönen Dingen anzufangen, die ich mir so zurecht geplant habe. Dieses Wochenende geht es los. Nein, eigentlich ist das schon nicht wahr, schließlich habe ich bereits vor ungefähr einem Monat mit der Planung begonnen und nun verlangt all mein Sein nach einem "Auf die Plätze...!".
So einfach soll es aber nicht sein. Vor einer knappen Woche ist die Liebste wieder Richtung Süden gereist und hat mich nach großartigen Tagen voller Licht ein bisschen orientierungslos zurückgelassen, sodass - jetzt, da das eigene Zugticket nach Innsbruck gekauft ist - erstmal nachgearbeitet werden muss. Das umfasst das Ausdenken großartiger Interviews, genauso wie das Übersetzen ellenlanger Ausoniuspassagen und von den Finnischvokabeln wollen wir noch so lange schweigen, bis ich damit angeben kann ;). Aber ich will mich durchaus nicht beklagen!
Mein Terminplan für die nächsten drei Wochen ist straff, aber strukturiert und beinhaltet neben unliebsamer Stupidität auch einige erfreuliche Lichtblicke. So wird dieses Wochenende vermutlich ein wahres Feuerwerk des Augenleuchtens durch Leipzig blitzen. Erst wird am Samstag noch ein bisschen geschafft (fingers crossed) und dann geht es abends ins Haus Auensee zu Jenifferrrrrrr Rostock. Susi wird auch dabei sein und wir werden unser Haupthaar stilsicher von links nach rechts schwenken und mit überragender Textsicherheit beeindrucken.
Für den Sonntag dann habe ich bereits alles beschafft, um mein tückisches Komplott zu schmieden und ich habe mir sogar bereits künstlerische Unterstützung bei Laura gesichert. Eigentlich kann also nicht mehr viel schief gehen, aber da es für mich eine absolute Premiere ist und bei solchen bekanntlich allerhand ungeplantes passieren kann, will ich noch nicht zuviel verraten. Wenn aber alles glückt, wird es hier schon bald ausführliche Schilderungen und auch Bilder geben, die auch eure Augen aufblitzen lassen werden - vor Neid!

Heute noch so: Ich habe einen wichtigen Schritt Richtung Arbeitsabgabe getan, bin eine Stunde lang auf einem Fashionblog versackt, hab mich über Gleitmittel und ihre jeweilige Gesundheits(un)bedenklichkeit belesen, habe eine Unmenge an Nachrichten geschrieben und versucht, sie gleichmäßig auf alle zu verteilen, brillierte in meinem Seminar mit mangelnder Vorbereitung, erkannte, dass man mit 23 keinesfalls zu alt ist, um noch auf der Suche zu sein, und freue mich nun darauf, später mit Kristin auf die Karli zu gehen, eine Kneipe zu suchen und dort ein bisschen zu versumpfen.

Was soll ich euch noch erzählen? Mein Leben ist zur Zeit kein langer Erzählstrang, sondern eher eine Reihe von vielen kleinen Bildern und Szenen, die so schön sind, dass einem das Herz zerspringen mag. Zum Beispiel heute Morgen die an die behauchte Scheibe gemalten Schmetterlinge. Oder gestern Abend in übergroßen Wollsocken über die Küchenfliesen gleitend und dem Knistern des Radios lauschend, während der Wasserkocher zum Crescendo ansetzte und die Teetasse schon bereitstand. Oder im Park, wo Kinder Springseil sprangen und kreischend Blätter in die Luft warfen und den Herbst bejubelten. Oder letzte Nacht, als der Durst mich gegen ein Uhr nochmal völlig verschlafen aus dem Bett trieb und ich im Flur auf Georg traf, der im Halbdunkel seine Wäsche aufhängte. Überrascht murmelten wir uns kaum verständliche Grüße zu. Ich: "Tee in der Küche", er: "Wäsche ist fertig". Wir nickten. Alles verstanden. Gute Nacht.
Was ich sagen möchte: mein Leben ist eine Ansammlung von kleinen Wunderbarkeiten im Moment. Kein großes Erzählen eines neuen Epos (zumindest noch nicht hier), sondern ein Unter-die-Lupe-nehmen des alltäglich Schönen. Macht ruhig auch die Augen auf und schaut mal.

Montag, Oktober 24, 2011

Lucid dreams.

I had a wonderful dream last night. And seeing as I somehow fucked up telling it coherently to the one person it may concern, I will at least try to write it down.

It was a good dream because its set was made from blissful silence and a warm golden light, somewhere, someday with no worries whatsoever. I'm lying on my side in bed with half-closed eyes, no alarm clock and nowhere I'd have to be. My left arm is draped over the loveliest woman I could ever imagine. I have the feeling the golden light might be emanating from her. She is the love of my life. She is pregant. All is bliss. We're just lying there, breathing, our hearts beating. Nothing happens. It lasts an eternity before I wake up. It's one of the best dreams I've ever had. Somehow the text that I write this morning doesn't convey that. The world is not all blissful silence and golden light. It's questions and doubts and reality. And a silver lining odered for friday. When the woman I love will come to the city I call home.

Montag, August 29, 2011

"Aber dann bleibst du da -

vielleicht wird's nie wieder so schön..."

Wir suchen nach einem neuen Mitbewohner. Oder einer neuen Mitbewohnerin. Heute waren zwei da. Eine junge Frau aus Paderborn, die grade 9 Monate in Mexiko Englisch unterrichtet hat, gerne bäckt und die ich eigentlich sofort am liebsten hier haben möchte und ein junger Mann aus Dresden, der unkompliziert scheint, gern kocht und scheinbar großen Wert auf Sauberkeit legt. Auch das soll mir recht sein. Wobei mir die erste doch irgendwie lustiger erschien und mehr im Gleichklang. Aber so ist das wohl. Es ist auf jeden Fall seltsam plötzlich auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen. Allerdings bin ich auch aus dieser Perpektive ähnlich anpruchslos. Passen muss es. Der Rest ist mir egal. Und passen würde es bei beiden. Mittwoch kommen noch ein paar vorbei. Mal schauen, wie es weitergeht. Bis Mitte nächster Woche wollen wir entschieden haben.

Sonst besteht mein Leben gerade viel aus obskuren Einzeilern, die mir stundenlang nicht auf dem Kopf wollen, trashigen Ohrwürmern und nicht eben großer Motivation für mein Praktikum. Also fürs Praktikum schon. Nur nicht für die Praktikumsarbeit. Aber das kommt vielleicht noch. Kommt vielleicht morgen, wenn ich die ersten Stunden hospitiere und mir wieder einfällt, was es zu beachten gilt.

Ich habe beschlossen, mir in diesem Semester die volle Breitseite mit Latein zu geben und BiWi noch ein Semester zu schieben. Obs schlau ist? Das weiß man vorher nie so genau. Aber es gibt vage Hoffnungen auf ein Zeitfenster am Mittwoch und das hieße freie Wochenenden und das wiederum würde mich ziemlich glücklich machen. Abwarten. Noch ist nichts eingeschrieben und nichts fest.

-

Es ist das hier. Ich weiß es. Wenn du wie zufällig meine Füße berührst, ohne mich anzusehen. Dann weiß ich es. Ich hätte es mir nicht ausdenken können, so abstrus ist das Gefühl. So absolut unrealistisch groß. Wahnwitzig, wenn ich dich ansehe, deine Hand halte, deine Stimme hör. Niemand würde sich sowas ausdenken, niemand es aufschreiben, keiner es begreifen. Es ist das hier. Das, was wir nur mit halbgeschlossenen Augen betrachten können. Weil es sonst zurückschaut, uns durchschaut bis zur Rückwand unserer Herzen. Das hier.
Und ich begreife erneut - und ganz anders - was es bedeutet, nichts zu wissen und alles zu verstehen.

Mittwoch, Juli 27, 2011

What use is a night if you can't sleep anyway?

Tag 3. Der leichte Sonnenstich von gestern hat sich wieder verflüchtigt, der Urlaub für August ist geplant und das Zeitfenster zum Umziehen ist plötzlich mächtig zusammengeschrumpft und auch meine Praktikumsarbeit will noch geplant werden. Wir sehen also vielleicht gerade das Ende der Langeweile herannahen. Weil man sich dabei aber nie ganz sicher sein kann, habe ich auch für diesen Tag wieder Ablenkungsmanöver gebaut und werde so heute nach Dresden fahren, um meinen Bruder zu besuchen, ins Kino zu gehen, Dürüm zu essen und vielleicht ein bisschen House zu schauen. Und später dann eben Fachdidaktik. Irgendwann später. Vielleicht an Tag 6? So zur Halbzeit? Mal sehen.

Der August jedenfalls. Sieht wahrscheinlich so aus, dass ich in den ersten Tagen umziehe, dann nach Amsterdam fahre für ein paar Tage und dann entweder für einen Tag heim fahre oder anderswo große Dummheiten plane, bevor es schließlich nach Südtirol geht, Laura besuchen und die andern wiedertreffen. Wenn ich zurückkehre erwartet mich Taucha und der August ist rum. Das klingt alles sehr gut. Wesentlich geschäftiger als dieses Geduldsspiel, dieser Ausdauerlauf. Anyway. Tag 3. Das ist ja schon was.

Samstag, Juli 09, 2011

Die Tage werden lang...

... alle Fenster stehen auf Kipp, die Tassen nicht im Schrank..."

Bräuchte grade mal jemanden, der mir eine scheuert. Abstruse Situationen sind abstrus und Fäuste passen ja immer noch aufs Auge. Was ich sagen will: Gleich vorbei. Das eine zumindest. Das andere ist es wahrscheinlich längst.

Ich habe vor, meine Zelte hin Leipzig heute abzubrechen. Habe keine Lust mehr darauf. Und meine nicht die Stadt und nicht die Menschen und nicht mal wirklich die Uni. Habe keine Lust mehr darauf und sage: Fickt euch alle.

Montag, Juni 27, 2011

Yay! I already had the impression I was feeling too good...

Ich bin zurück. Zurück in Deutschland, zurück in Leipzig. Eben wieder hier. Und es ist gut. Es ist gut, dass endlich wieder jemand schrecklich laut am Küchentisch redet, gut, all die Leipziger wiederzusehen, gut, barfuß durch die Wohnung zu laufen, weil ich nicht alles total keimig ist - gut, gut, gut.
Aber mir gehts grad nicht gut. Ich hab so leichte (schwere) Panik wegen der Hausarbeit, die ich hier eigentlich schreiben will, keine Lust, eine Wohnung zu suchen, Kopfschmerzen, als würde man meinen Schädel als Messerblock verwenden und das ziemlich bestimmte Gefühl, überhaupt nicht mehr zu wissen, was ich will. Bloß gut, dass das nächste Semester noch ein bisschen auf sich warten lässt. Ich wüsste grad nicht, wohin damit.

Ich wollte eigentlich was von der Zugfahrt erzählen, davon wie ich meisterhaft alle Anschlusszüge bekommen habe, dann zu Hause die alten Kassetten von '86 rausgekramt habe und wie großartig es war, dass meine Familie noch nicht da war und wie noch viel großartiger, als sie dann gestern eintrafen. Aber nein. Ist alles kalter Kaffee, interessiert nicht mehr, ist abgehakt und nicht mal eine Erwähnung mehr wert. Die Wucht des Neuen führt Wangenknochen und Pflasterstein zu einem intensiveren Zusammentreffen als anfangs vielleicht erhofft und was meine Lungen da versuchen,ist nicht Atmen, sondern Kampf.

Es ist schlimm. Das sei gesagt. Aber morgen geht es weiter. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt, ein neuer Gewaltmarsch. Hab ich ja gewusst. Man hat es ja immer schon gewusst.

Freitag, Januar 14, 2011

Adieu, Leipzig!

Es geht los, Freunde. Die Koffer noch ungepackt, die Flugtickets noch nicht ausgedruckt, geht es schon los. Die Wohnung ist aus meiner Verantwortung wieder in die des Vermieters übergeben, die Alkoholreste sind vernichtet, die Reisewünsche empfangen und die Leipziger allesamt verabschiedet. Es kann losgehen. Na ja, zumindest fast. Ein bisschen organisatorische Vorarbeit ist noch zu leisten, aber meine Schultern haben die Last des vorhernochschnell abgeworfen und das Gefühl beim Blick aus dem Zugfenster, hinter dem Leipzig langsam in die Ferne rückt, ist ein gutes, ein leichtes, mehr so wie ich mir das mal vorgestellt habe.

Einer detailreichen Dokumentation der Reise steht nichts im Weg: 4 Reisetagebücher, ein Blog und eine Digitalkamera stehen bereit, um eine ganze Menge Eindrücke einzufangen. Dabei schreibe ich für niemanden, schreibe ich für alle, ist nichts geheim, aber alles meins, kann ich nicht sagen, was miterlebt werden soll und was nur zwischen mir und Papier existiert. Ich werde schreiben, was da ist und was fehlt, werde an euch denken und Leipzig aus der Hand geben für dieses halbe Jahr und ich werde das tun, was ich so liebe: Ein Name sein und ein Woher und das Wohin und das Dahinter erst werden und selbst neu entdecken.

Sonntag, November 28, 2010

Bangor, here I come


In meinem Kopf rauscht ein riesiges "Endlich" mit der Kraft Milliarden Schneeflocken zu tragen und erinnert mich daran, dass langer Atem sich auszahlt. In Leipzig stehen nämlich inzwischen die Zeichen auf Abschied. Regal leer, Kisten im Flur, Wohnzimmer gestrichen und endlich, endlich wieder ein Ziel in Sichtweite. Die Flugtickets sind gebucht, wichtige Verabredungen für Ende Dezember geplant, Hausarbeiten allgegenwärtig und - es wird auch Zeit! - erster Advent. Ich bin schon ganz in diesem Gefühl. Vielleicht weil ich schon im April Richtung Weihnachten vorgeprescht bin und mich dann doch noch etwas gedulden musste. Gerade sind Lebkuchen im Ofen, die selbstgebacken tatsächlich schmecken und mir persönlich viel lieber sind, als die aus dem Supermarkt. In mir summt es vor Vorfreude, es zieht mich hin zu Weihnachten, schon hinein in das neue Jahr, mein Herz hat nur ein "immer voran" im Blick, während ich hier den letzten Ballast abwerfe und Frieden mache. Jetzt erst geht es. Und geht doch nur mit Gedanken an diese gleißenden Tage im Juli. Dass das so lange dauert, hätte ich nie gedacht.

Ich fühle euch gerade sehr. Und ich kann nur hoffen, dass auch ihr freudestrahlend die Hand nach den ersten Schneeflocken ausstreckt, dass auch ihr euch in den kommenden Adventswochen hin und wieder dabei ertappt, überrascht zu sein und dankbar für dieses große Glück, das wir Leben nennen.

Mittwoch, August 11, 2010

Keine Dummheiten zu machen, lohnt sich nicht

Ich bin also gestern Nachmittag nach Leipzig gefahren, habe den Polylux bei Stephan abgeliefert und angefangen Utopia von Sir Thomas More zu lesen. Dann wurde ich angerufen. Und wusste es mit Gewissheit. Dass auch die neue, bessere Version von mir brennt wie Zunder. Und dass ich das immer noch genieße.
Also bin ich ins GWZ gelaufen und wir haben uns Horrorfilme angeschaut. Erst zu viert, dann nur noch zu zweit. Als es dann um 4 war, stellten wir wie nebenbei fest, dass es sich nicht mehr lohnt, nach Hause zu gehen, begaben uns in die Horizontale - du auf dem Sofa und ich auf dem Boden - und warteten sehnsüchtig darauf, dass die Cafeteria öffnet und wieder Tag wird in diesem Sommer.
Inzwischen sind die Menschen hier zur Nachklausur angetreten, du verbringst die 90min mit einem weiteren Schlafversuch auf dem Sofa und ich denke mir, dass es vermutlich dumm war, herzukommen und dann auch noch so lange zu bleiben. Andererseits ist es vielleicht so, dass man sich mit der Realität abschrubben muss, wie mit einem Schwamm, damit man das Fantastische, das Rauschhafte des Lebens auf der Haut spüren kann.
Ich beginne meinem Gespür für Leichtsinnigkeiten und Risikoaktionen zu trauen. Das Schleudern, das Ziehen, das Hängenbleiben an Ecken und Türrahmen ermöglicht erst dieses Gefühl. Dass mein Leben ein wildes Tier ist und ich versuche, auf ihm zu reiten. Weil ich nicht ohne es kann.

Montag, August 09, 2010

Vinylknistern im Ohr

Du rufst an. Und ich frage mich, wie ich das jetzt schnell alles möglich machen kann. Den Polylux zurückgeben, meinen Vater willkommen heißen, das Eis ausgeben, Mia treffen, Tasche packen und dich sehen. Das nun auch noch. Also schiebe ich und erbettle Fahrzeuge, zucke die Schultern und klimpere etwas auf der Gitarre... es kommt nicht an. Wenn ich morgen Abend in Leipzig bin, bin ichs mit dir. Und weiß nicht, ob das so gut wär. Weiß vieles nicht.

Sonntag, Juni 06, 2010

Living my life in all honesty

Bei sommerlichen Temperaturen in einem vollen Regionalzug zu sitzen und die Abendsonne direkt im Gesicht zu haben, ist in erster Linie eklig, klebrig und ziemlich unangenehm. Aber es hat auch was. Die erschöpften Mienen der Menschen, die unter allem Schweiß und allem Nichtmehrkönnen doch auch froh sind. Weil Sommer ist. Plötzlich. Das hat schon was.

Ich habe diesen wunderbar sonnigen Tag zum größten Teil im Dessauer Stadtpark zugebracht, wo heute der Anhaltische Kirchentag stattfand. Ich habe Vorträge gehört, auf einem Keyboard geklimpert, ein Theaterstück gesehen, gesungen, Kuchen gegessen und mich gefreut. Über die Sonne und das bunte Treiben.
Zu Hause erwartete mich eine ungepackte Tasche und ein Kaktus-Eis, sowie die Aussicht, bei diesen Temperaturen einen Zug besteigen zu müssen. Aber als wir in Leipzig einfuhren, war die Stadt plötzlich ein Leuchten und ich ging zu Fuß nach Hause und nahm nicht die klimatisierte Straßenbahn, die eine dünne Scheibe Glas zwischen mich und den Sommer geschoben hätte. Und dabei finde ich den Stadtsommer unsagbar schön. Es hat etwas zärtliches, wenn die Stadt daliegt, wie ein müdes Tier und ihre Bewohner die Häuser verlassen, voller Fürsorge für das Ungetüm, dem sie jetzt all ihr Lachen, ihr Tanzen, ihr Herzklopfen schenken. Stadtsommer, das sind asphaltwarme Nächte.

Und jetzt genieße ich einen der ersten richtig warmen Abende, indem ich auf dem Balkon sitze, lese, ein kühles Wasser trinke und die Beine hochlege. Es ist nämlich höchste Zeit mal wieder ein bisschen in den Himmel zu schauen und ein paar Tage lang nur für jetztundjetztundjetzt zu leben. In den vergangenen zwei Wochen war ich sehr mit meiner Bachelorarbeit beschäftigt, es war auf einmal nur noch wenig Zeit übrig, aber noch viel zu schreiben. Ich brachte jeden Tag viele Stunden in der Bibliothek zu und schrieb und schrieb. Am Ende ist sie doch noch rechtzeitig fertig geworden. Aber viel Spielraum ist nicht gewesen. Eher weniger als sonst.
Wie sehr mich diese 16 Tage gefordert haben, merke ich erst jetzt wirklich. Ich nehme mir vor, nächstes Mal früher anzufangen und ahne bereits, dass ich es wieder nicht schaffe. Aber es war wirklich kritisch. Vor allem emotional gesehen. Dieses Immer-auf-dem-Sprung sein und nochnichtfertig hat sehr an mir genagt. Umso größer war die Erleichterung, die Arbeit am Dienstag endlich einzureichen. Danach bin ich nach Hause gefahren und wusste nichts mit mir anzufangen. Ich musste ja nicht mehr schreiben. Oder korrekturlesen. Oder so. Also fing ich an, zu lesen. Von allem etwas. Vor wenigen Minuten habe ich die Stieg Larsson Trilogie beendet. "The Picture of Dorian Gray" ist so gut wie durch, Aristophanes' "Die Vögel" wird heute Abend noch beendet und ich habe auch wieder ein paar Kapitel in meinem geliebten "Spieltrieb" gelesen. Denn das mache ich im Juni: Lesen. Ich habe ein paar Bücher zu Hause, die ich gekauft hatte, um meine Englischleseliste ein bisschen aufzustocken und danach werde ich mich ein bisschen der Abteilung für Moderne Literatur in der Germanistik widmen. Ich freue mich drauf. Zwei Bücher pro Woche habe ich mir vorgenommen. Mal schauen, was da so bei rauskommt.

Und was habe ich nun eigentlich im Mai gemacht? Ich wollte ja eigentlich Guerilla Gardening ausprobieren. Aber ehe ichs so richtig bemerkt hatte, war schon der 8., ich hatte die BA-Arbeit am Bein und musste mir irgendwas überlegen, was weniger Zeit kostet. Hab ich auch. Ich habs mir in Münster überlegt auf diesem wundervollen Konzert: Mal nur die Wahrheit sagen. Einen Monat lang.
Ich bin nicht unbedingt eine notorische Lügnerin, aber vieles ist doch irgendwie einfacher, wenn man es nicht ganz so genau nimmt mit der Wahrheit: "Haben Sie schon mit der BA-Arbeit angefangen?", "Bist du sauer auf mich?", "Schläfst du schon?"... Ich habe mich also sehr genau kontrolliert und versucht, immer die Wahrheit zu sagen. Und das war gar nicht so einfach, wie ich es mir vielleicht zu Beginn noch vorstellte. Ganz routinemäßig - ohne darüber nachzudenken - waren viele Wahrheitsmodifikationen schon längst ausgesprochen, bevor ich es bemerkte. In der zweiten Woche habe ich dann angefangen, mich zu korrigieren, wo es ging. Es ist ein seltsames Gefühl für ein paar Wochen ohne Lügen zu leben. Nicht nur gut und befreiend, sondern kompliziert und demontierend. Die Wahrheit genauso unverkrampft und wenig verletzend zu formulieren, wie die vielen kleinen Alltagslügen, ist gar nicht so einfach. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Menschen plötzlich in meinem Kopf drin waren. Und da wollte ich sie ganz und gar nicht haben.
Bereichernd war es aber auf jeden Fall. Ich habe sehr deutlich erlebt, dass Wahrheit und Unwahrheit nicht durch klare Grenzen voneinander getrennt sind, sondern in einander verschwimmen. Häufig zumindest. Und ich überlege, ob ich das Projekt vielleicht ausbaue.
Vielleicht.

Freitag, Mai 07, 2010

Warum schlaft ihr denn?!

Ich bin gerade aus dem Bad gekommen und bin froh, dass ich in 2 Stunden auch schon los in Richtung Seminar gehen kann... Schlafen hat keinen Sinn mehr, der Abend, der seit gerade eben erst vorüber ist, war leuchtend schön und kalt und glitzernd und scharf. Ich bin sehr froh, hier zu sein und mit euch zu sein und Leipzig gewählt zu haben unter allen Sternen.
Vor wenigen Stunden habe ich experimentell kochend eine vegane Pizza mit fake-Fleisch und fake-Käse fabriziert, dann Long Island Ice Tea ausgeschenkt und schließlich Wahrheit oder Pflicht gespielt. Jetzt bin sehr fertig, aber gleichzeitig auf einem unglaublichen Stimmungshoch, das ich nicht gegen Schlaf eintauschen möchte. Auf der Fahrt nach Münster werde ich ein bisschen die Augen schließen. Einfach so. Glücklich.

Samstag, Januar 30, 2010

rastlos. nie ratlos.

Das geht jetzt hier ein bisschen an die Mia, die offensichtlich auch studivzsuizid begangen hat und deren Mailadresse ich jetzt leider grade nicht zur Verfügung habe. Macht aber nichts, geht ja auch so.

Ich habe am Glücksrad gedreht. Und mich beworben für ein Erasmussemester. Erstwunsch ist ein Kaff in Wales direkt am Meer, Zweitwunsch ist Birmingham, Slade-Heimatstadt Wolverthampton hat es kurzfristig doch nicht auf die Liste geschafft. Wenn alles klappt - bittebittebitte - bin ich im nächsten Januar dann schon dort und will mir direkt im Anschluss gern noch ein Urlaubssemester nehmen, um mir dieses ganze Großbritannien anzuschauen. So wie ich das sehe, gibt es im April Bescheid und bis dahin warte ich atemlos vor Spannung.

Die Frage sollte nun lauten: Was will ich in einem walisischen Küstenkaff? Laut Motivationsschreiben möchte ich vor allem die tollen Literaturkurse in Anspruch nehmen. Aber das steht da ja irgendwie pro forma. Im Grunde will ich dort die wunderbarsten Dinge tun! Ich will ans Meer, die Welt erobern, kaputt brechen, wieder zusammenwachsen und ich will weg. Dabei will ich eigentlich gerade vor allem eins: Hier bleiben. Nicht ganz so einfach vielleicht.
Auch das war ein Grund - neben der drängenden Zeit - mich jetzt für den Erasmusplatz zu bewerben: Ich bin hier zu Hause. Völlig. Bin angekommen und nenne dieses Messestädtchen Heimat und meine dabei die leuchtenden Augen, schlagenden Herzen und tanzenden Beine, die jederzeit diese Stadt verlassen könnten. Ich habe das Gefühl, da wäre noch genug Platz in meinem Brustkorb, um auch den Rest der Welt so lieb zu gewinnen. Mit diesem Ziel zieh ich aus.

Ich fühle schon jetzt ein selbstgewähltes Exil über mir schweben, wie ein Damoklesschwert und bereits die greifbare Nähe des Fortvonhier gibt meinem Leben, meinem Herzschlag, meinem Schritt einen Hang zum Exzess, zur Konsequenzlosigkeit. Es ist die wahnsinnige Schwester der Lebensfreude: Todesgewissheit.

Und weil ich noch hier bin. Noch hier. Habe ich mir überlegt, dass die Leipziger Szene mich vielleicht doch noch braucht. Oder ich sie. Und werde deshalb mal schauen, was da geht.

Dienstag, Januar 12, 2010

Kalt, kalt, Schnee, Eis, kalt -

ich mag es. So ein richtiger Winter hat doch was. Auch wenn er den Weg zur Uni, zur Nahtoderfahrung macht. Er verleitet zum Beispiel dazu, dass man, wenn man einmal in der UB angekommen ist, auch gerne mehrere Stunden dort bleiben will. Allein das Erscheinen beim Seminar wird als Engagement gewertet. Der durchschnittliche Adrenalinspiegel der Studenten erhöht sich: "Wenn ich jetzt ausrutsche, werd ich überfahren - da ist ein Auto direkt hinter/neben/vor mir!" und das gibt wiederum dem Unibetrieb so ein leichtes Endzeitflair. Angenehme Stimmung irgendwie.

Mittwoch, November 25, 2009

Egal wohin.

Lasst uns nicht übers Wochenende reden.

Ich habe fast ein Thema für meine Bachelorarbeit... jetzt muss ich nur noch eine Outline dafür ausarbeiten, dann ist es meins. Und das gestaltet sich aufwändiger als ich dachte. Eigentlich sollte das auch diese Woche werden, allerdings ist die Präsentation für morgen noch nich ganz fertig und die geht irgendwie vor...

Gestern große HRK-Demo. Sehr laut, aber auch spaßig, mit Stürmung des Neuen Rathauses und Besetzung des Rektorats. Das Wetter hat am Anfang sehr fein mitgepielt und erst nach 2,5 h setzte Regen ein. Bin auf die Auswertung des ganzen im nächsten Plenum gespannt.
Und nach der Demo und einem Gastvortrag zu Ciceros Tod, sind Kristin und ich noch mit zu Isabell, die Nacht rumbringen mit Zigaretten, Mandarinen und White Russian und dem Best-of-Disney Soundtrack im Hintergrund. Ein Abend wie gemalt, nach dem ich dann heute ausgeschlafen habe. Und jetzt zimmere ich die Präsentation.
Ja, an diesem Vormittag könnte ich beinahe den Eindruck gewinnen, es sei ein ruhiges, beschaulisches Leben...

Montag, Oktober 26, 2009

Woche 3. Pause. Einfach Pause.

Diese Woche nun also Besuch. 2 Männer, wie es scheint. Aus Polen. Und ich hab am Ende wahrscheinlich doch nicht sehr viel davon, da ich Donnerstagnacht bereits nach Hause aufbrechen muss, zum Orgeln... hoffe aber, ich kann spät am Freitag nochmal hier aufschlagen und das eine oder andere sehen. Es gibt so viele interessante Filme!
Also geh ich mit Jan ins Kino am Mittwoch. Einfach so. Hoff ich. Weiß ich nicht genau. Mal sehen, wie das wird.

Am Freitag war bei Julia B. Einweihungsparty und mit dabei war eine grandiose Simone, die zwar bi aber vergeben ist und noch Samstagmorgen(grade wieder zu Hause) direkt zu wilden Phantastereien meinerseits führte. So zu hören hier.

Heute war ich dann mit meiner heimlichen Geliebten, der Philologie, in der UB und musste feststellen: Eine schwierige Frau habe ich mir da ausgesucht. Heute wollte nichts gelingen, alles, was ich tat war falsch und so verließ ich die Albertina recht schnell wieder, werde aber noch heute Abend wieder nach meiner Philologia schauen und noch eine metrische Analyse anfertigen. Vielleicht stimmt sie das milde?

"Bin so müde
alle Nächte trag ich auf dem Rücken..."
Frühaufstehen bleibt das Motiv, das jeden Tag wiederkehrt, um Zeit zu finden für all das Schöne und alles, von dem ich schon immer sagen wollte, ich hätte es gemacht. Dementsprechend geht es morgen Abend zur StuRa-Versammlung. Schauen, was geht. Schließlich habe ich mir jetzt noch ganz grandiose Fachschaftsratsarbeit unter den Nagel gerissen, die bewältigt werden möchte. Weltherrschaft, ich bin bald da!
Aber natürlich hinterlässt das auch alles Spuren und ich bin heute schon wieder mächtig fertig. Ich werde also nach einem kurzen tête-à-tête mit der gelehrigen Arbeiterin der Nacht erschöpft ins Bett fallen und diese Woche wohl eher weniger arbeiten...

Samstag, Oktober 17, 2009

Dauert alles.

Die Ausführung zum Halbmarathon sollten ja eigentlich schon seit ein paar Wochen hier stehen - daraus wurde dann aber irgendwie doch nichts. Die Uni hat wieder angefangen und ich bin ganz Glück mit meinen Lateinkursen - wer hätte das gedacht?! - und schon ein bisschen in Panik vor Englisch und echt verärgert, dass in meinem Französischkurs alle Welt fließend spricht und ich mir da wie der letzte Depp vorkomme. Frau Müller hat aus ähnlichen Gründen ihren Italienischkurs bereits nach einem Kurs wieder abgebrochen - aber derartiges kommt für mich natürlich nicht in Frage, obwohl ich bereits erwogen habe, die Studienordnung nach einem Hintertürchen für mich abzusuchen, dass mir das Französischdilemma erspart... na ja.

Zum Halbmarathon jedenfalls. Wenn alles läuft wie geplant, laufe ich am 25 April 21,4km durch Leipzig. 2,5 Monate Ferien trieben mich und Kristin an den Rand der Unzurechnungsfähigkeit, was bei uns ganz unabhängig voneinander zu verstärktem Bewegungsdrang führte. Vor 4 Wochen im Zug war es dann soweit: Unsere halbgaren Gedanken vermengten sich zu einer explosiven Mischung und am Ende stand ein brillianter Plan: Halbmarathon laufen! Und später auch Marathon! Jap. Ich bin noch sehr gewissenhaft und motiviert bei der Sache und schon recht gespannt, ob ich das dann auch so hinbekomme.

Übernächste Woche haben wir Gäste vom DOK-Leipzig. 2 Frauen soweit ich das bisher weiß. Und dafür bekommen wir Dauerkarten für das Festival. Ich bin schon sehr gespannt, wie hoch mein Cineastenherz da schlagen wird.

Und dieser Herbst! Habt ihr diesen Herbst gesehen?! In Grau und Gold und mit Regenbögen und Herbstwind, der nach Herzwind schmeckt! Ach, Herbst!

Dienstag, Juni 30, 2009

Nur nebenbei so nebenher

Gestützt von glücklicher Fügung lebe ich trotz Fahrad-Auto-KOntakt noch und habe das gestern auch gleich ein bisschen gefeiert und einen Glückskatzenschrein gebaut. Was man eben so macht, wenn man eigentlich für Prüfungen lernen sollte. Das mach ich dann heute... oder so. Denn jetzt gerade sitze ich ja in der Albertina und schreibe einen Blogeintrag... aber bis eben habe ich mich mit dem lateinischen Konjunktiv in allem Formen und Farben auseinandergesetzt und bin zuversichtlich, das bis morgen Abend doch ganz gut zu können... jetzt warten nur noch die tollen Satzgefügeparagraphen auf mich. Und BiWi. Und Sprecherziehung. Und Englisch. Und Französisch. Und Plinius.
Lieber noch nicht dran denken.

Der Zeitplan für die nächsten Wochen ist knapp und das gerade jetzt, wo draußen ein wunderbarer Sommer aufgefahren wird. Man möchte von Ironie des Schicksals sprechen und traut sich nicht, weil man weiß, dass man trotz allem ja ganz Rauschen und Fliegen und Fallen ist in diesen Tagen.

Meine Familie ist im Urlaub, die Pflanzen in Leipzig sind umgetopft, Michael Jackson ist tot und die Kirschen sind reif. Ich hänge in der atemlosen Sekunde vor der ersten Prüfung und bin zuversichtlich. Ganz ohne Grund eigentlich. Und doch. Zuversichtlich, dass das alles wird. Knapp, aber wird.

Was geht bei euch? Sommer, Prüfungen, Ferien?