Dienstag, Juli 26, 2011
Man darf das Glück nicht zwingen. Oder erzwingen?
Da musste ich das Buch zur Seite legen. Auf Seite 25, schwappt einw andere Geschichte, ein anderes Leben, ein anderes Ich herüber und ich strecke meine Arme aus und lasse das Buch aus den Händen gleiten - geht nicht. Es ist nicht das erste Buch, das ich teilen möchte, aber es ist das erste, das ich nicht alleine lesen mag. Es duldet nicht das zeitversetzte Klicken der Standleitung zwischen Jetzt und Gleich. Mir kommt in den Sinn, dass man im Englischen "to be on the same page" sagt, wenn man aus dem selben Fenster auf die Welt blickt und plötzlich ahne ich, was es bedeutet. Das Buch liegt also vorerst hier so rum auf dem Wohnzimmertisch und wartet. Wartet immer noch. Will vielleicht sagen, dass gestern nicht der Tag war. Ich weiß es nicht. Aber vielleicht habe ich gestern doch - ohne es wirklich zu merken - ein Buch gefunden, das beschreibt, wie das ist. Wenige Zeilen nämlich bevor mich der intertextuelle Brückenschlag ausknockte, beginnt ein Kapitel so: "Weil das Leben so sinnlos ist<<, sagt Mia, >>und man es trotzdem irgendwie aushalten muss, bekomme ich manchmal Lust, Kupferrohre beliebig miteinander zu verschweißen.". So ist es. Es könnte auch etwas anderes sein. Aber der Grund. Der stimmt.
Tag 2 - har harrrrrr!
Montag, Juli 25, 2011
Immer noch 1
Aber es geht auch so. Das Orgelsolo funktioniert. Und die Stimme stirbt so dahin. Züge fahren ab und erzählen vom Gehaltensein. Die "Wegrationalisieren"-Funktion nimmt die Arbeit langsam wieder auf und ich ziehe aus, diesen Gigantenkampf zu gewinnen.
Day one
Heute jedenfalls Tag eins. An Tag zwölf bin ich entweder sehr Zen oder richtig irre. Wir werden sehen.
Sonntag, Juli 24, 2011
I might have a flat. And if that is so
Ich brauch die Musik, um sie mit dir zu teilen.
Dass ich verrückt bin, weiß ich selbst. Aber es macht mich trotzdem so froh. So, so froh. Und deswegen bin ich noch hier. Nicht, weil wirklich noch auf etwas zu warten wäre. Sondern weil ich diesen Rausch bis zu Ende fahre. Ausdauer ist nicht meine Stärke. Intensität ist es. Deswegen bleibe ich noch ein Stück. Für die Tränen und das große Glück. Für das Fallen und das Fliegen.
Die Hände in Gletschereis und die Füße im Himmeblau, bleibt nur die eine Frage offen. Aber auch das nicht mehr lang.
Donnerstag, Juli 21, 2011
Leipzig - Moskau 90€
--
In related news: Ich empfinde eine perverse Freude beim Blick auf die Uhr, der mir zeigt, dass es kurz vor Zehn ist, ich also bald ins Bett gehen darf. Gehen darf? Ja. Hier zu Hause sind dem frühen Aufstehen quasi keine Grenzen gesetzt, aber vor elf ins Bett zu wollen ist ein Unterfangen, das sich teilweise nur gegen nervige Diskussionen durchsetzen lässt. Aber ich lieg lieber 22.30 im Bett und springe dann 6 Uhr aus selbigem wieder heraus, als irgendwann gegen Mitternacht ins Bett zu gehen und 6 Uhr morgens gerädert aber unfähig wieder einzuschlafen im Bett zu liegen. 6 ist meine Zeit grad. Und weil Zeit im Moment ein bisschen gezogen werden muss (ist zu müde, zum selber gehen, die Gute), treibt es mich kurz nach 6 immer vor die Tür, aus dem Haus, auf den Asphalt, die ersten 7km des Tages klar machen.
Unterdessen ist mir natürlich klar, dass Zeit sich nicht ziehen lässt, sondern wie ein schmollendes Kind solange sitzen bleibt, bis eine für Außenstehende nicht zu fassende Frist verstrichen ist, bzw. der Eismann um die Ecke kommt. Ich probiere es trotzdem.
Auch muss ich gestehen, dass ich zur Zeit vieles aufschreibe, das nicht den Weg hierher findet. Noch nicht wahrscheinlich. Es schiebt sich hin und her in Tagebüchern ohne Punkt und Komma, in Briefen an lange nicht Gesehene, in dutzenden ungespeicherter Word-Dokumente. Es muss nichts gespeichert werden oder aufgenommen oder gar publiziert. Vielmehr: Es kann nicht. Der Abstand fehlt. Die Möglichkeit, auf etwas zu zeigen, fehlt, schlicht weil ich meine Hände gar nicht davon los bekomme. Das ist schade, weil es großartige Bilder sind in den Büchern und Briefen, großartige Experimente und ehrlich gefühltes, pathetisches, immerwährendes "da muss doch was gehen". Es ist noch sehr viel tragischer, weil ich euch nicht in Echtzeit daran teilhaben lassen kann, wie ich etwas neues lerne. Aber es gehört auch zu eben diesem Lernen dazu. Es ist Wichtig. Für viel mehr als das, was hier gerade passiert. Für alles, was mir vage versprochen wurde vor Jahren. Für alles.
Mittwoch, Juli 20, 2011
I've done all I can
I'll be back with the answers at some point.
Sonntag, Juli 17, 2011
Be my Ithaca
Be my Ithaca or at least promise it exists. That's all I ask.
Freitag, Juli 15, 2011
Neue Spielzeuge, alte Musik
Donnerstag, Juli 14, 2011
... und ich liebe dich so...
You keep me on my toes. Always. But tip-toeing makes it hard to walk straight and keep the balance. So I wait for you to set my feet back on the ground. And I'm trying to do so myself. Who is first, wins.
--
It is awful!!! Awful!! Wir werden alle zu Plüschtigern. Mit pro-forma-Krallen. Du hast die Wahl. Oder du hattest.
Mittwoch, Juli 13, 2011
Lost letters
"Wer springt hier eigentlich für wen?"
Die Akkustikversion. Der Hammer. Ein ganz anderes Lied. Ich habe nichts zu tun im Moment. Warte auf Wohnungsbesichtigungen und darauf, dass es vorbei geht. Sonst nichts. Abgesehen davon hätte ich grade eigentlich schon ein Zimmer, will es aber inzwischen nicht mehr. Eine junge Frau ist deswegen verständlicherweise aufgebracht, aber ich kann es nicht ändern. Es ist so.
Dienstag, Juli 12, 2011
Entzugsmedley
Ich lese von Depressionen, zertrete Käfer und sofort tuts mir Leid - mein Leben spielt Rodeo und mir wird schlecht, wie ich so halb auf dem Boden schleife und das Himmelblau durch mein Sichtfeld huscht, als wollte es entkommen. Und in allem ist es schön. In all seiner Schrecklichkeit, die sich um meinen Hals legt und zudrückt, bis ich Sterne sehe. Es ist ein Höllentrip. Der Wahnsinn. Wie auf der Achterbahn, bevor das Adrenalin all die Glücksgefühle freizsetzt, aber man schon weiß, dass sie kommen. Noch ein Stück. Leben ist alles in allem ein Ausdauersport, wenn ich es mir recht überlege.
Meine Finger zeichnen die eigenen Blutspuren nach, ohne damit etwas anfangen zu können: Halleluja, Sushi Sushi, Bang Bang, gongo - Das ist der Sommer. So weit, so gut. Es kommt immer wieder Licht. Manchmal Tageslicht, manchmal PeterLicht. Hoffnung ist gesetzt und ist die Tapete, die hinabblickt auf das epileptische Zucken und den Schaum vorm Mund. Das ist der Sommer. They tried to make me go to rehab. I said yes, yes, yes. Denn mein Therapeut und ich, wir haben die Schuldigen erkannt. Ich sag ja - mein Radio platziert Schlag um Schlag direkt im Epizentrum der Schicksalhaftigkeit.
Kann nur erleichtert sein, dass ich schon immer ein Fan von Selbsterfahrung war - anders ginge das hier grad gar nicht. Belügst du mich, belüge ich dich - ich weiß, wir fallen. Es ist faszinierend in all dem Ekel. Ich kann plötzlich nachvollziehen, warum Menschen sich bis oben hin mit Heroin und sonstigem zuballern. Und dass man am Ende, wenn der letzte Rest Selbst von Chemikalien aufgefressen ist, nicht ertragen kann, sich beim Entgiften zu zu sehen, ist nur folgerichtig. Nur mein Herz bricht und es tut nicht weh. Ich denke mir, da geht noch was. Und wieder einen Schritt weiter, wieder etwas auf diese zwei Quadratmeter Glückleuchtfläche geschrieben, das viel länger hält als irgendein Tattoo. Wenn der Nebel geht und das Warten kommt. Das gehört auch dazu. Das Fieber und das Kotzen und am Rand tanzen, ohne runter zu fallen - hoffentlich. Schluss, aus, raus, wir schließen.
That won't work for a while now...
Montag, Juli 11, 2011
Jung, abgefuckt, kaputt und glücklich
Ich würde versuchen, zu beschreiben, wie es ist, wenn einem die eigene Zurechnungsfähigkeit Stück für Stück aus den Händen rutscht und man sie im letzten Moment doch wieder zu fassen bekommt. Aber ich merke, dass man das nicht beschreiben kann. Nicht so, dass andere es verstehen. Ich merke schon hier, dass die Menschen, die direkt dran sind, die Teile nicht sinnvoll zusammensetzen können. Das ist aber auch nicht nötig. Ich halte die verwirrten Blicke ohne weiteres aus, zucke die Schultern und winke der Landschaft, die vorbeizieht. Es ist gut, immer gewesen, aber in diesem Moment auch spürbar. Also danke. Für eure Sorge.
Sonntag, Juli 10, 2011
There might be a tiny little bit of hope left for me
Some things change. Some things don't. I'm on the brink of getting better. There are some ideas in my head and I will share them with you as soon as they become a bit more definite.
You can have your deescalation to yourself. It's not for me. I never want to learn it. It's so much better this way.
Samstag, Juli 09, 2011
Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
dass der Wind
hindurchfährt.
Hilde Domin
Heute wünschte ich, ich könnte es.
Du bist jetzt -
draußen vielleicht,
unter Bäumen
oder am Wasser,
in dem Singen,
das der Sommer ist -
glücklich.
Da merk ich, wie klein meine Welt ist grade. Wie unglaublich klein und dass ich Angst habe vor den Wänden, die näher kommen. Ich merke, ich möchte ertrinken und erkenne, ich muss mich ändern. Ich will mich vor fahrende Autos werfen und weiß, dass ich eigentlich nur sagen möchte: Du machst was falsch. Ich will ins Nichts und muss erfahren: Es gibt keinen Weg.
Ich bin hier. Ich sitze das aus. Kotze mich aus.
"Warum hast du nicht um mich
die Erde gelassen - sage?" - Else Lasker-Schüler
Die Tage werden lang...
Bräuchte grade mal jemanden, der mir eine scheuert. Abstruse Situationen sind abstrus und Fäuste passen ja immer noch aufs Auge. Was ich sagen will: Gleich vorbei. Das eine zumindest. Das andere ist es wahrscheinlich längst.
Ich habe vor, meine Zelte hin Leipzig heute abzubrechen. Habe keine Lust mehr darauf. Und meine nicht die Stadt und nicht die Menschen und nicht mal wirklich die Uni. Habe keine Lust mehr darauf und sage: Fickt euch alle.
Freitag, Juli 08, 2011
I have a contract with myself
Testbild
Du meinst, ich wüsste zuviel. Verdächtig viel. Viel zu viel eigentlich. Aber es bringt nichts. Es ist nichts wert. Ich gieße mich ins Feuer wie Benzin und es passiert nichts weiter, als dass ich verbrenne und der Sauerstoff weniger wird. Und hell, ja hell wird es auch. Und warm.
Wir hauen mit der Faust auf den Tisch. War natürlich ein Fehler, gestern über den neugewonnenen Gleichmut zu schreiben. Der ist heute gleich mal weg. Zeit tickt vorbei und ist zu schnell und zu langsam zugleich. Es ist nicht auszuhalten. Da ist zu viel "vielleicht" für ein Leben.
Donnerstag, Juli 07, 2011
If I knew...
What exactly are you doing?
Ok. Still 5 days to get this essay done, still no motivation whatsoever. I feel like I should take the afternoon off, after not really working on the paper for the last 2 days. Sounds like a plan. Might go back to writing later in the evening though... Who am I kidding? I'm thinking about all the things that have to go into this essay... and I kinda know what to look up and write down... I just don't do it. It sucks.
Apart from essay-blues life has given me the equanimity I wasn't even hoping for anymore. Things happen, life goes on. It is wicked how I am so non-plussed. Maybe I am just tired. You never really know. But it is something. Good or bad. It is something.
*ZzzzzzzZzzzzz*
Montag, Juli 04, 2011
Im Wahnsinn
Was die Menschen nicht wissen, ist, was passiert, wenn man den Wahnsinn verliert. Ich hänge fest zwischen Prinzipien und Gefühlen und bin in allem, was ich tue, immer beides: vernünftig und wahnsinnig. Dir muss ich das nicht mehr erzählen, du siehst es doch fast jeden Tag, du hörst ja beide Stimmen, nie nur eine. Jeder Schritt - in welche Richtung auch immer - ist ein Kampf, eine Diskussion, die immerfort in meinem Hinterkopf läuft. Die Frage ist nicht, was ich will. Denn ich will beides: Dich haben und dich freilassen, auf dich warten und dich aufgeben, einen Schritt näher 'rangehen und einen Schritt zurücktreten. Ich will beides.
Dabei ist alles mal wieder nur ein zeitliches Problem. In meinem Kopf ist alles jetzt und weigert sich, in Sequenzen geordnet zu werden. Noch ein Nachteil, wenn es kein Morgen gibt: Die Ordnung geht verloren und Heute wird Müllhalde für eine Menge von Dingen und Ereignissen, die ganz klar 24h sprengt. Ich lasse es geschehen. Im Wahnsinn ist es nicht schlecht: Alles ist wichtig, der Zufall entscheidet, was begonnen wird, was verloren geht - alles ist da. Wartet am Rand des Bewusstseins und muss mühsam zurückgedrängt werden, um ein bisschen gedanklichen Freiraum zu schaffen. Es gibt nichts hypothetisches, keine Experimente - alles ist ernst und echt und lebenswichtig - manchmal lebensgefährlich.
Wahnsinn ist gut, weil Wahnsinn bedeutet, dass ich noch an kausale Zusammenhänge glaube. Den Wahnsinn verlieren, hieße, sich nicht mehr zu wehren gegen das Fehlen von Ursache und Wirkung. Etwas, das erst eines der beiden Herzen in meiner Brust begriffen hat: Es ist, wie es ist. Wir können nichts dafür. Wir haben uns nichts verdient, nicht den Zorn höherer Mächte auf uns gezogen, sind nicht im Karma-Dispo und unser Gute-Taten-Konto ist nicht wertlos, aber unnütz. Es ist, wie es ist. Nimm hin, erdulde, ergib dich! Alles andere wäre Windmühlenkampf. Das eigene Geschick lässt sich nicht überlisten und nicht bestechen - es ist, wie es ist.
Es wäre so einfach! Wäre da nicht das andere Herz mit seiner Überzeugung, dass Sich-Ergeben Sterben heißt. Natürlich, es hat Filme gesehen, Lieder gehört, Gedichte und Romane gelesen - es ist vertraut mit den Motiven, den Figuren und Wendungen. Und wenn man nur festhält, aushält, es irgendwie auf die Heldenposition schafft, dann bekommt alles einen Tauschwert - nichts ist umsonst! Der Lauf der Dinge ist zu beeinflussen: Haltung, Intentionen, Schmerz - alles zahlt sich aus. Verdienen, erringen, herumreißen - mehr sein als eine Spielfigur auf einem unüberschaubaren Brett.
Dumm nur, dass keines Recht hat. Dumm nur, dass ich beiden nicht glauben kann. Denn der Wahnsinn ist beides: Von der Vergeblichkeit des eigenen Wollens wissen, ohne aufhören zu können; von der Notwendigkeit ausdauernden Hoffens überzeugt sein, ohne es fertig zu bringen.
Am Ende werde ich aufgeben. Oder dich kaputt schlagen. Es ist sozusagen ein philosophisches Problem.
Das Gegenteil von gut ist gut gemeint...
Mittwoch, Juni 29, 2011
Aus dem Fenster
Die Hausarbeit läuft so vor sich hin. Sehr langsam, aber das liegt auch nur an mir und daran, dass hier niemand richtig Druck macht. Die andern sind noch gar nicht hier, haben auch noch nicht angefangen, lassen es auf sich zukommen. Nur ich bin hier. Weil ich ohnehin kein anderswo hätte. Weil ich so oder so vor einem Bildschirm säße und F5 drückte. Weil die Zeit zögernd vorbeitickt und alles, was ich tun kann, ist Grammatiken zu wälzen, Inschriftenkataloge zu durchsuchen, Fragment zu vergleichen.
Sie ziehen mit Fackeln gen Himmelblau und wissen dabei nicht, dass es nur aufgemalt ist, getöntes Plexiglas.
Ich kann nichts tun und atme und atme, repariere Fahrräder, die nicht mir gehören, rauche Zigaretten, die nicht meine sind. Ich kann nichts tun. Noch hat niemand gefragt. Aber die Antworten liegen schon hier, abgezählt wie Kleingeld. Dead End.
Sie ziehen mit Fackeln gen Himmelblau, es anzuzünden und sehen nicht: Es ist nur noch Asche.
Montag, Juni 27, 2011
Yay! I already had the impression I was feeling too good...
Aber mir gehts grad nicht gut. Ich hab so leichte (schwere) Panik wegen der Hausarbeit, die ich hier eigentlich schreiben will, keine Lust, eine Wohnung zu suchen, Kopfschmerzen, als würde man meinen Schädel als Messerblock verwenden und das ziemlich bestimmte Gefühl, überhaupt nicht mehr zu wissen, was ich will. Bloß gut, dass das nächste Semester noch ein bisschen auf sich warten lässt. Ich wüsste grad nicht, wohin damit.
Ich wollte eigentlich was von der Zugfahrt erzählen, davon wie ich meisterhaft alle Anschlusszüge bekommen habe, dann zu Hause die alten Kassetten von '86 rausgekramt habe und wie großartig es war, dass meine Familie noch nicht da war und wie noch viel großartiger, als sie dann gestern eintrafen. Aber nein. Ist alles kalter Kaffee, interessiert nicht mehr, ist abgehakt und nicht mal eine Erwähnung mehr wert. Die Wucht des Neuen führt Wangenknochen und Pflasterstein zu einem intensiveren Zusammentreffen als anfangs vielleicht erhofft und was meine Lungen da versuchen,ist nicht Atmen, sondern Kampf.
Es ist schlimm. Das sei gesagt. Aber morgen geht es weiter. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt, ein neuer Gewaltmarsch. Hab ich ja gewusst. Man hat es ja immer schon gewusst.
Montag, Juni 20, 2011
Das bisschen Meer... Das bisschen Mehr...
Sonntag, Juni 19, 2011
So ist es nicht.
es ist so, als wärst du eigentlich noch hier,
so, als müsst ich nur diese Straße hier hinaufgehen
und dich anrufen und dann bin ich bei dir,
aber so ist es nicht, glaub mir, das weiß ich schon, so ist es nicht.
Und dann? - Weiß ich nicht mehr....
Ich lache. Ich kenn mich ja aus. Flüsse oder nicht. Aber dass man zweimal im Leben so dumm sein kann, ist schon beachtlich.
Samstag, Juni 18, 2011
Wer, wenn nicht du? Wer, wenn nicht ihr?
Welten von hier sitzt einer, für den es noch ein letztes bisschen Hoffnung gibt. Ich wünsche ihm Glück. Weil ich weiß, dass er es in jedem Fall gut brauchen kann. Ich hingegen brauche kein Glück. Die Zeit vergeht, ganz ohne dass man etwas macht. Und ich schau ihr zu dabei. Ich hab mir das hier schön ausgedacht. Es war gut, dabei zu sein.
--
Ich hab euer Bild wieder zusammengeklebt, so gut ich konnte - man sieht die Risse kaum. Und wenn man draufguckt, nickt man unweigerlich, sagt "ja", stützt sich kurz an der Wand ab, Sonnenuntergangsszenario. Ich hab euer Bild wieder zusammengeklebt. Aber es ist eben nur ein Bild. Und viel trauriger als die paar Fetzen Fotopapier und nicht so einfach mit Tesa zu retten, ist das andere, was da vor der Kommode liegt. Mir tuts nicht Leid. Aber weh. Ich will dir meinen Arm um die Schultern legen, auf den Horizont zeigen und sagen "Es kommt...", aber es kommt nichts. Das wissen wird beide. Halt dich nur fest. Auch dieses Stück Treibholz wird ein Floß, ein Schiff, ach, eine ganze Armada! Behalt das Bild. Sonnenuntergansszenario. Nimm es mit. Als Kevlarweste für Zukünftiges. Ich wünsch dir Glück.
Donnerstag, Juni 16, 2011
Aber das ist nicht wahr...
Mittwoch, Juni 15, 2011
Home again
--
I'll never forget - or I hope I won't - how my breath caught in my throat, how my heart always skipped a beat when I touched you and your eyes darkened. How the blood was rushing through my ears like the ocean when I touched you and realized you were flood, coming and going in waves, taking me under. I will never forget the hummingbird flutter in my chest when I felt your breath on my ear, your hands on my thighs. I will never forget how I fell into your wide open eyes, how they swallowed me whole and I didn't resist. I will never forget how you took my own weight off my shoulders with a mere brush of your hand. I will never forget how I drowned in your scent and wished I could live on your collarbones forever. I will never forget the pure bliss that I was, that you made me be. I will never forget - or I hope I won't - how you were the sweetest thing.
Mittwoch, Juni 08, 2011
Just focus on breathing...
I'm trying to make this goodbye less messy by taking it outside. Another trip, more distraction and hopefully another escape from insanity: UK Trains.
Freitag, Mai 27, 2011
Mein Schmerz gehört mir. Auch wenn ich ihn nicht empfinde.
Montag, Mai 23, 2011
Es war noch nie so schön - 555. Post
Donnerstag, Mai 19, 2011
"I'm yours, you're mine"
Talking Turtles in my head all day: "We're both each other's heroes - I'm yours, you're mine". In related news: Germany! Dancing in Kaufland, wide range of dairy products, Halle(!), summer, thunderstorm, clean bathroom, own bed - so many things to be thankful for.
The preparations for saturday are in full swing - tables are chosen, beer and wine is bought, flowers are ordered. It's going to be great. At least I hope so. It's going to be stressful and annoying and hopefully sunny, because rain would suck and in the end it will be just great. The ceremony in church starts at 5pm and after that we will have at least 7 hours of what will be a really exhausting party. In the garden. With green flashlights and more wine than 4 strong men could carry. And cake. And 80s music. I like.
I'm fascinated all over by this city, this country, amazed by the increased feeling of strangeness that I have walking these streets. And I miss Bangor. The Erasmus people. The sea and the tide. Even the seagulls. I don't know how to live without it yet. But that will come probably. That will come.
Dienstag, Mai 17, 2011
Kaleidoskope heart - no tomorrow for tomorrow-girl
We’re hanging on a string from the window sill of tomorrow. Cut the lifeline. Don’t anticipate. Just cherish the adrenaline rush of letting tomorrow go. Because even if there is no future, no prospect, no silver lining – you have now. Now is the only thing we ever really have. The lifeline that lets us hope for a parachute, a plan, a chance – this lifeline is only a fluke. We can’t seize tomorrow. It’s not ours. That doesn’t mean we can’t have today.
You go to the land some book has told you about. We come out of books. We carry pages and chapters around in our chests, prologues on our fingertips, epilogues on the backs of our feet. There’s dying in our eyes. But that’s alright. Today we’re beautiful. Use up all the words you have. There’s no sequel, no final version that’s still to come. Use up all the words you have, for this is our story. We need to tell it all now, tonight, before sunrise; we’re vomiting lightning as we reach out for the raindrops on each other’s skin. There’s dying in our eyes. But today we’re beautiful. Use up all the words you have.
I remember it all. Not in the right order. But I remember it all. The feeling of the ground as I lay on it. The fire in my chest. I remember it all. Putting it together differently with lots of tape. You’re looking back and you’re not seeing it. Not the plot I weaved out of all the arbitrary events. I remember it all. We are a story now. And we look at it from outside:
You: Then where was that love when we needed it most?
Me: If only I wasn’t so afraid.
--
This world tosses us through the air, juggling our lives between its hands. And we lie. We feel our stomachs going queasy and our visions getting blurred and we pretend to be sure. But we don’t really know. If this is indeed sheer happiness or only the giddiness before it gets bitter. We are clinging onto this rollercoaster with white knuckles and dishevelled hair, while blood rushes to our head. And it doesn’t really matter. If we’ll get off alive. Because we are here for this ride only, for this is the only thing we feel. This is the closest we can get to reality. However nauseous it might make us feel, however surreal it might seem. This is the closest we can get. And I want to get even closer. I know my limit. And I haven’t reached it yet. I’m in for the bruises and the scars. I’m in because that’s my idea of how life works. It’s totally worth it. The tossing, the turning, the flying, the falling – it’s totally worth it. I wouldn’t trade this rollercoaster ride for anything. It’s the closest I can get to what I think is real.
Mittwoch, Mai 11, 2011
Und draußen zieht jemand die Landschaft vorbei...
So ist es nämlich mit mir: Ich will ganz viele andere Dinge machen, anstatt diese Essays zu kloppen. Dabei ist es im Grunde nur noch eins. Nur noch eins! Klingt gut, mh? Muss aber auch bis morgen Abend fertig sein. Ätzend. Natürlich nur, weil ichs mal wieder nicht auf die Reihe bringe, mir vorher zu überlegen, wie viele Essays so in eine Woche fallen. Trotzdem.
Die anderen Ebenen auf denen mein Zeitmanagement suckt? Ach, auf allen, auf allen! Was soll ich sagen? Ich hab mir in meinem Kopf kluge Sachen ausgedacht, die ich jetzt niemandem erzählen kann, weil andere Menschen geneigt sein werden zu glauben, es wäre Schwachsinn. Die Entscheidung, ob ich mich hier gerade an Scharfsinn übertreffe oder nur mein Hirn zu Brei haue, möchte ich offen lassen. Ich werd aber drauf zurückkommen, sobald konklusive Ergebnisse vorliegen.
Samstag, Mai 07, 2011
A Priori -- Nicht zynisch werden
I think we've left limbo. And now one half of me is screaming: Try harder, godammit, try at all! Are you really going to let this go by?? And the other half says: Leave her be, she has to figure it out herself. It's not the same as letting it go by.
I'm unhappy with both options. And I try to remember the state of a priori gratefulness from a week ago. At this point I'd rather be the ungrateful bitch who tried harder and broke all the rest apart as well. But it is not only my heart on the line, so I try to shrug my shoulders and believe myself when I say "not ready". But I'm not sure.
Donnerstag, Mai 05, 2011
In limbo
Mittwoch, Mai 04, 2011
Es ist doch so...
Montag, Mai 02, 2011
Dinge passieren
Bin ich verrückt nach dir oder bin ich nur verrückt?
My writing isn’t any more effective than yesterday. I’m reading stories about death and decay, about post-war misery and still I am not thinking in literary terms, still my thoughts are occupied by you. My mind lies there like an empty parking lot and you are drawing chalk paintings in every box.
My brain closes down; flooded with all the messages I won’t send you today. With all the messages I’m trying to memorize for tomorrow, for later, for someday. My heartbeat shakes the chair I’m sitting on – that’s how much writing I’ll get done today. I am writing them all on the inside of my skull; the texts, the shouts, the random bits and pieces that have to stay in there for now. A speech on fairness unfinished over my right ear – “there is no such thing”, would have been the point. I leave it there to finish it off later;
right and wrong – no such thing, true and false – no such thing, good and bad – no such thing; only time ticking down with every breath, every futile attempt to focus.
“Five second rule”, denke ich und halte mich bereit. Andere fragen nach dem Verhältnis von Aufwand und Ergebnis, fragen, ob es das wert ist. Ich denke „five second rule“ und hebe die Brauen; noch so eine Frage, die es sich nicht zu stellen lohnt. Ob es das wert ist?! Ich schüttle den Kopf, ungläubig; muss lachen, weil ich weiß, wie es von außen aussieht. Und verpasse es so vielleicht. „Five second rule“; wenn das hier alles – nein, falls – falls es auseinander fällt, bleiben fünf Sekunden. Fünf Sekunden, den Restherzschlag vom Boden zu kratzen, rote Schlieren über hellblaue Fliesen zu ziehen und Katalognummer und Namen darunter zu schreiben; dann ist Unglück eine Installation und kann bewundert werden auch später noch. Aber Zeit bleibt unwägbar und fünf Sekunden nur ein Symbolwert, der nicht im Kopf abgezählt werden kann. Eins vier fünf eins zwei vier drei fünf – Five Second Rule – Reihenfolge ist egal, Zeit läuft ohnehin nicht linear. Lese „Restherzschlag“, denke „reicht“. Reicht endlos.
Ein Schlagzeugsolo. Eins. Dieser Tag schreit förmlich danach. Ein Schlagzeugsolo. Ich denke „Crescendo“; hab es fünf jahrelang nicht mehr gedacht und weiß vielleicht erst jetzt wirklich was du meintest. Crescendo. Und im Hintergrund setzt mein halbes Leben zum Schleudergang an. Tag fast geschafft und die Welle, die auf mich zurollt erst ein Mezzoforte, das schon jetzt die Luft aus meinen Lungen drückt und ansetzt, meine Schlüsselbeine zu brechen. Ich nicke, entrückt lächelnd; der Bass ist nunmehr Teil meines Weltgeräuschs, mehr greifbares Objekt, als Klang. Die Vorboten der Flut wippen bereits im Takt; Salzwasser staubt vor dem heranrollenden Rauschen, das sich bricht, sich selbst einholt und übertönt. Und ich stehe atemlos davor. Crescendo.
Dienstag, April 26, 2011
walking home
So what will you be thinking about then on your walk home? - About what we discussed today: Commitment, promises, guarantees, marriage... that kind of things. - You're still thinking about it? I thought, your mind was made up: No promises, no guarantees. - It sounds harsh, when you say it like that. And that's not what I meant. - Well, what did you mean then? You want to commit, but you can't promise that you won't fall in love with other people and you can't even promise to not act on these feelings, so what kind of promises can you make? - Not a lot obviously. But when I love, then this is unconditional. It's not 'I love you as long as you love me back' or 'I love you as long as you're young and beautiful' or 'as long as you're healthy' or 'until I meet someone better', it's not like that. When I love someone and I want to commit to them, then I'm saying 'You are this person. When I'm with you, I'm good. You make these things happen inside of me. And I like that feeling. I always want to feel that way. I always want to feel that way with you. And if there comes a point where this is starting to slip away, I will do everything I can to keep that feeling. I will fight for it. Because I want to love you. I'm not just doing it.' That's the promise I can make. And if that's not enough, I don't know what would be.
That's it for now. That's what this night held in store for me. There's enough love for each and every one of us out there.
How about the trip? It's all here.
Montag, April 18, 2011
things to come
Sonntag, April 03, 2011
haven't found...
Man weiß nie, dass man verloren geht, bis man verloren ist. Besuch ist ne schwierige Kiste. Und schöne Frauen treffen eine noch schwierigere. Ich denke mir hier so „Dann eben nicht bereit, aber gucken darf man ja“. Und plötzlich, ohne dass mans gewollt oder auch nur geahnt hat, ist der Hals wieder über dem Kopf. Heute Chorkonzert. Die Lieder alle viel besser, als noch in den Proben, die Kleider alle viel kürzer als abends zum tanzen. Und ich ganz „After Party, After Party!“, aber nein. Nur Paddy’s und Yellow Pub und nichtsnichtsnichts.
Ohmygod what’s happening?!
Sonntag, März 27, 2011
müdemüdemüde
Heute habe ich das Zimmer gesaugt, die Stundenplanungen fertig gemacht und die Luftmatrazen aufgepustet, denn ab Dienstag heißt es: Besuchszeit! Erst kommt Christian und dann Kristin, Julia und Stephan. Wie die hier Platz finden weiß ich noch nicht ganz genau. Aber es wird schon gehen, muss ja.
So. Ich gähne. Und geh ins Bett. Bald mehr.
Sonntag, März 06, 2011
The next will be the last...
Since Thursday evening the enemy's been taking over. I could feel its every step. In the early evening I was just tired. Then I read a bit of Schnitzler and decided to call it a night and went to bed, where I lay for hours and hours with first a headache, then a sore throat, then fever - it was adventurous! Lucky me, that I got my Essay for Friday done just a few hours before. I slept through most of friday after that. I called Vera and she printed out my Essay and handed it in and then I sat at home and read and slept and ate and slept and read some more... all that sleeping led to some breathtaking insomnia for the rest of the weekend. At some point on friday night I decided it might be wise to see the signs, stick to reality, speak truth when it hits home and somehow live through this. I am still struggling with it. I don't know exactly what this holds for me. It could be incredibly good. It could be depressing. Sometimes you have to take a plunge.
In all my sleeplessness I watched more than a whole season of Grey's Anatomy, panicked a few times about my "this is the life" decision, went shopping, read Schnitzler and essentially took a weekend off. From it all. And now. Now after I watched the second episode of the fifth season I am going to go out for one of these walks. You know one of these walks, where it doesn't matter where you go and what you see and how the weather is and if you get lost - you just need the feeling you're moving, the feeling the world is still moving. I need that a lot. Like when my friends and me picked on that girl in school bus because she was so pretty and seemingly friends with everyone and we just tried to convince her that she was cross-eyed and when I got home I was so ashamed of myself I had to walk for 8 kilometres to lash out on myself. Or like when I fell in love for the first time since I knew for sure that I was gay and I was really unsure about how to handle it and if I might be to clingy and stop it all together and then she sent an email, a really long email and I only got to read the first few words, where she called me like no one else called me and no one else called me that because I wouldn't let them - and I read the first line and I had to get out and feel this world under my feet and smile like a complete lunatic und just be freakin' happy for me, just me. Or like when I failed my first exam and I wanted to quit it all - Latin, teaching, university, you name it - and I had to make myself walk fast and breath a lot of the late summer's air to convince myself I might be not a failure after all, if I don't let myself be one. That's the thing to do. When all else fails - I walk, I jog, I run. I've been running an awful lot these past few weeks. And I don't want it to be a running away. Because I am not. I just-. Need time to think things out. To put stories together. Stories I probably never tell anyone because I wouldn't know how. Stories that keep me sane. At least I hope they do. Maybe they only keep me out of this great chaos we call life. I don't know that yet. But I decided to rip my chest open, to tell stories or let them go, to try what has to be tried und to bury what is long gone - so I am going for a walk. And when I come back this world still has to be there - waiting for me to mess everything up.
Montag, Februar 28, 2011
Ihr Flug wurde gebucht.
Sonntag, Februar 27, 2011
Weiße Nächte - stummes Telefon
Freitag, Februar 25, 2011
Die 90er und King Lear
Samstagabend haben wir dann trotz großer Erschöpfung noch Almost Famous geschaut und uns für den Sonntag zum Pizzabacken bei Veera verabredet. Dieses artete dann nachdem die Pizza gegessen war in ein Gespräch über Ehe, Kinder und Blumen aus, auf das ich so gar nicht vorbereitet war - und: Einige Menschen stecken voller Überraschungen.
Diese Woche hieß es hier dann Grippewelle, sodass am Dienstag zur 90er Party leider nicht alle erscheinen konnten. Eine echte Tragödie, denn es wurde fast alles gespielt, was ich mir so erträumt hatte und die Tanzfläche hatte genau die richtige Menschendichte. Abgesehen davon, war Lauren da, die in Maine studiert, und mich antanzte als gäbe es kein Morgen und so war der Abend dann nach anfänglicher Unlust meinerseits doch sehr sehr schön. Ich hatte nämlich am Nachmittag plötzlich gar keinen Bock mehr auf nix. Nicht auf Chor und nicht auf 90er und nicht auf Haus verlassen... hab ich aber dann alles gemacht. Und das war gut.
Mittwoch haben wir fix das Hostel in Glasgow für unseren Ostertrip gebucht und uns Mietwagen angeschaut, bevor Vera(nicht Veera) und ich dann hoch zum Main Arts Building stürzten, hinein in den Bus und auf nach Llandudno, wo in der Venue Cymru ein Ensemble mit "King Lear" zu Gast war. Und nicht irgendein Ensemble. Derek Jacobi, Ron Cook, Gina McKee - es war der Wahnsinn! Und es wurde schändlich kurz geklatscht dafür. Josy hat mir aber gesagt, dass das hier ganz normal ist, egal wie gut das Stück nun war. Ich bin jedenfalls begeistert. Und überlege vielleicht öfter mal ins Theater hier zu gehen. Dieses Mal war es sogar kostenlos. Von der Uni gesponsort sozusagen.
Gestern habe ich angefangen in der Bibliothek hier zu arbeiten - ein Alptraum! Man kann hier offenbar alles ausleihen. Und das bedeutet: Alles ist ausgeliehen! Ist nicht zum aushalten! Ich hab nur noch 2 Wochen für diese Essays und die Bücher liegen bei irgendwem zu Hause! Frechheit! Abgesehen davon sind die Regale nicht so top sortiert wie in Leipzig - ich werde also voller Liebe für die Albertina zurückkehren. Am Wochenende gehts weiter und irgendwann werden dann meine 4 Essays fertig sein... hoffe ich.
Seit gestern weilt Jill auch erstmal wieder in Köln. Für 2 Wochen. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Ich könnte jetzt nicht einfach 2 (zwei!) Wochen nach Deutschland. Weil... ich bin ja grad erst hier. Außerdem geht hier alles unheimlich schnell und in 14 Tagen kann man ne Menge verpassen. Ich will nicht nach Hause. Auch wenn ichs ab und an vermisse. Ich will hier sein. Und vielleicht hier bleiben sogar. So genau weiß ich das jetzt noch nicht.
Ich habe hier grade meine erste Kochwäsche in den Trockner geworfen (hab sonst immer alles zusammen gewaschen) und warte, dass es 10 wird, denn dann heißt es Tanzen gegen Brustkrebs! Mir ist es recht. Ich brauche ein bisschen Ablenkung gerade von allem. Morgen ist Tortillaabend und Sonntag bisher noch frei, aber das wird wohl nicht lange so bleiben...
Samstag, Februar 19, 2011
Keeping the distance - you're getting better
Morgen Manchester.
Mittwoch, Februar 16, 2011
Keeping the distance - you're doing it wrong!
Die Deutschlehrerin war krank und so hatte ich die Schüler quasi für mich allein (quasi, weil immer noch ein Lehrer für autoritären Beistand aber ohne Deutschkenntnisse drinsaß) und durfte diverse Arbeitsblätter durcharbeiten. Es war eine dreifach Stunde. Von 9 bis 12 (mit Pause, na klar). Meiner Meinung nach schon für die Schüler eine einzige Quälerei, für mich aber war es die Hölle. Und dementsprechend ausgelaugt fühlte ich mich dann auch, als ich mich nach Hause schleppte mit schmerzendem Kopf und brennenden Augen vom Schlafentzug - ein ungeahntes Tief. Aber auch das ist inzwischen überwunden und ich sitze hier ganz entspannt auf dem Bett und tue das, was ich eigentlich nicht machen will: Ich bin zu nah dran.
Ich schreibe mit Mütze. Und will nicht. Und denke immer: Heute mal nicht. Und dann stolpere ich wie ausversehen in ihre Wohnung oder sie ruft an oder schreibt auf facebook oder mir entwischt doch eine SMS... ich bin eine totale Niete im auf-Armlänge-halten. Mein Herz kann Weitsprung. Und ich versuche es doch. Nicht alles gegen den Baum zu fahren. Zumindest nicht sofort. Aber es ist verdammt schwierig einen kühlen Kopf zu bewahren mit dieser Mütze. Eigentlich unmöglich.
Samstag, Februar 12, 2011
Emotional Turmoil
Am Dienstag ließ ich mein Seminar zu englischsprachiger Walisischer Literatur ausfallen, um mit Viljo, Vera und Jill eine kleine Tour unter diesem wunderbar blauen Himmel zu machen. Nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung. Wir sind ein bisschen auf Anglesey rumgehackt, haben Schafe geguckt und wolllten eigentlich beide Brücken überqueren, sind aber an der zweiten gescheitert, weil es keine Fußgängerspur gab. Deswegen gab es auch vorerst nicht die Waterfalls auf der Festlandseite zu sehen, aber das wird in bälde nachgeholt!
Auch noch am Dienstag war die erste Chorprobe für mich. Ein bisschen U2, ein bisschen Musical, ein bisschen Irisches Volksliedergut und ein Bass, der uns (die drei Austauschstudenten im Chor) direkt für demnächst in sein Haus einlädt, um mehr über Leipzig, Jyväskylä und Maine, NY zu erfahren. So sind sie eben, die Briten.
Jetzt emotional turmoil. Wir sind noch nicht ganz einen Monat hier und wir sind teilweise schon recht nah an einander dran. Im Rahmen dieses Nicht-Für-Immers wird offen gelegt, was man anderswo vielleicht verborgen hätte, werden Gespräche geführt, denen man sich an anderer Stelle gar nicht gewachsen fühlt. Manchmal streifen wir die Zukunft und unsere Hände zucken zurück, wie verbrannt: Wir haben bis hierher gedacht, bis Bangor und oft nicht weiter. Nun, da Zeit dafür wäre, ist es schwierig - zu sehr hämmert jetztjetztjetzt auf uns ein. Das hier ist unser Limbus.
Das zur allgemeinen Situation. Zudem war gestern Freitag und gestern Nacht dementsprechend Freitagnacht. Das hieß: Gala der internationalen Studenten. Die war nicht besonders atemberaubend, aber nachdem wir zu viert 2 Flaschen Sekt geleert hatten, sind wir doch kurz rein, um uns das anzuschauen, dann aber recht schnell weiter, was essen, dann zum trinken und Rascals und zum tanzen ins Octagon. Ab irgendeiner Station dieses Weges war ich alkoholmäßig ziemlich gut dabei (wie die anderen auch) und es wurde gesungen und hingefallen und nach einer recht kurzen Zeit im Octagon war für mich dann auch der Punkt des Heimweges gekommen. Der gestaltete sich dann etwas surreal mit Abba, Gesprächen über Affären und emotionales Involviertsein in diesen, SMS-Feuerwerk und schließlich angekommensein/nichtweiterwissen. Der Morgen begrüßt mich mit der unbestimmten Furcht gestern eine Linie übertreten zu haben, hinter die ich nicht mehr zurückkann. Aber das weiß ich noch nicht sicher. Das wird sich erst noch zeigen im Verlauf des Tages.
Und Mütze! Wenn ihr wüsstet! Ich hab doch keine Superkräfte, dass ich vor so einer Schönheit stehen könnte, ohne Dummheiten zu machen. Dabei bemühe ich mich. Ich fürchte, ich bin nicht sehr erfolgreich dabei.
Dienstag, Februar 08, 2011
Müde und angetrunken. Immer.
Gestern Abend haben wir unsere Osterferien geplant. Es soll erst nach Irland gehen und dann weiter nach Schottland. Ein Trip, der mich vermutlich in den Ruin treiben wird und dem ich doch voller Freude entgegenblicke. Gerade habe ich den Flug von Dublin nach Glasgow gebucht - es gitb also kein zurück mehr! Abgesehen davon habe ich gestern auch das erste Lied in Bangor aufgenommen und direkt auf Facebook gepostet - ein Stück voller Kitsch und Koffeinschock. (hier)
Heute dann wieder LGBT Treffen. Diesmal mit Vicky, deren Freundin laut eigener Aussagen gorgeous ist und morgen im Ras cals unbedingt von mir begutachtet werden soll. Weiß aber noch nicht, ob ich hingehe, da als Alternative ein Treffen mit Mütze auf dem Plan steht... was auf jeden Fall morgen geht: Ich werde zur Chorprobe gehen. Zusammen mit Viljo. Das wird bestimmt ein Spaß!
Das soll hier nur einen kurzen Abriss liefern. Die Aufzeichnung emotionalen turmoils kommt später.
Samstag, Februar 05, 2011
Der Schlaf überkommt dich so oder so // Hormonstau
Zum Vagebleiben gehören auch coole, illustre Decknamen. Und hier sind zwei: Handschuh und Mütze (brr, das klingt ja schon alles sehr winterlich...). Beide sind sehr unterhaltsam, attraktiv, (halten warm?) und hetero aber offen (zumindest Mütze [das sind tolle Decknamen. Ich habe schon jetzt unglaublich viel Spaß damit]). Ernsthafte Chance male ich mir bei keiner aus, nein schlimmer noch, bei beiden habe ich das Gefühl, dass eine Beziehung für mich nicht the-way-to-go wäre. Worauf bin ich also aus? Ich will sie ins Bett kriegen (übrigens nicht beide gleichzeitig), klar. Aber eben auch mehr als das. Ich will mit ihnen Filme schauen, Lieder singen, tanzen gehen, blöde SMS schreiben, Kaffee trinken, kurz: Ich will mit ihnen befreundet sein. Und dazu dann mehr oder weniger separat den Sex. Casual also. Friends with benefits. So in der Art. Das ist neu. Sonst will ich entweder nur Sex oder nur Freundschaft oder ne Beziehung. Könnte aber natürlich auch an der Aussicht liegen, die meisten hier nach dem halben Jahr wohl nicht wieder zu sehen.
Warum erzähle ich das? [Abgesehen davon, dass ich nicht schlafen kann] Damit ich hier einen kleinen Poll starten kann: Friends with benefits - wolltet ihr das schon mal mit jemandem sein?
Freitag, Februar 04, 2011
Leben ist wie Fußball
Wenn man bei der dritten Wodkacola ist und immer noch nicht weiß, dass es besser wird, muss man gehen, muss man aufhören, muss man Pause machen. Ich sage nur soviel: Ich dachte, 17 ist man nur einmal und wenn man das überwunden hat, ist alles gut.
@M: Im Englischen nennt sie sich "Um". Und ein Mann mit schwarzen Handschuhen? Ich muss mehr erfahren!
Dienstag, Februar 01, 2011
Und immer denk ich: Morgen.
Wo anfangen? Die letzten Tage waren gewohnt ereignisreich. Am Donnerstag hatte Viljo Geburtstag und wir haben uns aus diesem Grunde alle hier auf der Normal Site getroffen und zeitig angefangen, uns warmzutrinken. Halb Zehn sind wir dann in die Stadt gewankt und direkt in die Silent Disco hineingestolpert, wo viele Menschen mit Kopfhörern zu Musik auf verschiedenen Channels abgehen. Nette Sache und ich gegen vierteldrei auch schon wieder daheim und am Freitagmorgen dementsprechend bereit für meine Vorlesung. Freitagabend wurde dann der Restalkohol vernichtet, Spiele gespielt, Lieder gesungen und dann recht früh ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag sollte es nach Chester gehen.
Ging es dann auch. Um 9 trafen wir uns alle am Bahnhof und dann sind wir nach Chester zum Shoppen, Kathedralegucken, Stadtmauerablaufen. Ein wirklich ganz malerisches Städtchen voller Leben und wunderbarer alter Gebäude. Nur kalt wars. Wirklich kalt. Und als wir kurz nach 6 wieder Richtung Bangor fuhren, waren wir alle breit, schliefen schon im Zug oder konnten selbiges nur mit Mühe verhindern - die Müdigkeit sitzt einem hier ständig im Nacken.
Gestern dann war mein erster "social evening" ohne ausgehen. Wir waren zu siebent bei Jill um neidisch ihr Zimmer zu bestaunen, zu kochen und Alice im Wunderland zu schauen. Es war großartig und hat mich ein bisschen an zu Hause erinnert, besonders als wir uns gegenseitig ein paar Youtubevideos vorgespielt haben (ich kenne jetzt einige grandiose finnische Comedians). Was soll ich sagen? Ich vermisse euch schon ein bisschen. [Ein bisschen?! Nur ein bisschen?! Ja. Zu sehr hält mich das alles in Atem, zu fasziniert bin ich von neuneuneu.]
Heute dann war ich mit Chris und Jésus bei der lgbt Society. Viele Männer, wenig Frauen. Aber die anwesenden Männer einfach göttlich und cute. Bangor ist - so habe ich das Gefühl - beinahe overwhelmingly gay. Oder zumindest sehr offen. Vielleicht fällt es auch nur noch mehr auf, weil hier alles noch ein bisschen dichter aufeinander ist, als in Leipzig, mir jedenfalls fällt es auf und offensichtlich nicht nur mir, wenn ich die Kommentare der anderen Erasmusstudenten so höre.
Gay Society also schön und gut, jetzt muss ich nur noch Bangor's Lesben finden und alles ist schön. Ich kämpfe nämlich anscheinend gerade mit einem hormonellen Notstand. Die Frau mit den roten Handschuhe ist aus dem einfachen Grund, dass ich sie jetzt 2 Tage nicht gesehen habe, mehr oder weniger abgemeldet und ich habe bereits ein neues Objekt der Begierde aufgetan. Da zeichnet sich vielleicht ein Trend zu Psychologiestudentinnen ab? Aber abwarten. Gebt mir noch 2 Tage, dann sieht das schon wieder anders aus.
Apropos sehen: Heute ist meine Digitalkamera angekommen und ich werde in den nächsten Tagen ganz schrecklich viele Fotos machen und euch zeigen, wie es hier so ist.
Über Postsendungen freue ich mich im Grunde immer, besonders gern gesehen Sind Schoki oder irgendwelche Poster, mit denen ich mein trostloses Zimmer etwas gestalten kann. Sollte euch so etwas über den Weg laufen, einfach hierher:
Neuadd Arfon Room 45
Holyhead Road
Bangor, Gwynedd LL57 2PJ
United Kingdom
Sonstso: Ich habe inzwischen einen Platz im Foreign Language Assistantship Programme und werde dementsprechend an Schulen im Umland beim Deutschunterricht helfen dürfen. Dass ich den Platz erst jetzt zugewiesen bekommen habe, liegt daran, dass unser Koordinator, Andrew, seit einer Woche krank ist und ohne ihn anscheinend nichts geht. So kann auch niemand meine Immatrikulationsbescheinigung unterzeichnen, die ich eigentlich bis heute hätte einreichen sollen. Ich hoffe nun, dass die deutschen Ämter Gnade zeigen und sich noch ein paar Tage gedulden können.
Morgen Abend ist das erste Treffen mit unseren Tandempartnern und ich bin schon ganz gespannt, wer hier ernsthaft Deutsch lernen möchte (das scheint eine ganze Menge zu sein, denn in fast allen meinen Kursen ist irgendwer, der Deutsch studiert oder mal gelernt hat oder Familie dort hat oder oder - sehr faszinierend). Soweit erstmal. Was macht Deutschland? Alles gut?
Mittwoch, Januar 26, 2011
Und Handschuhe aus Licht
Zur Uni: Das Lesepensum ist sportlich, die Vorlesungen dafür aber lächerlich kurz. 60 Minuten. Und es wird immer c.t. angefangen also eigentlich nur 50 Minuten. Dafür bin ich eigentlich gar nicht bereit 20 Minuten in die Stadt zu laufen. Aber seis drum, die machen das hier eben so. Dafür ist mein Seminar über englischsprachige Walisische Literatur dann gleich mal 2 Stunden lang und das heißt für jeden der 6 Seminarteilnehmer gibt es 20 Minuten Redezeit. Erfrischend, gerade dann, wenn man sich in Walisischer Geschichte und Kultur so meisterhaft auskennt, wie ich *ironieaus*. Beschweren will ich mich trotzdem nicht. Ich hab mir ja die Seminare so gewählt, damit ich schön viel lesen kann. Übrigens nicht nur englische Literatur, nein, auch Schnitzlers "Professor Bernhardi" und Schlinks "Vorleser" werden dabei sein. Ich bin schon ganz gespannt, ob ich dieses Mal einen Draht zu Schlink finde.
So. Ich wollt ja noch ein bisschen dies und das erzählen neulich. Erst zur Wohnsituation. Das Wohnheim ist nicht schlecht, aber auch nicht gerade ein Luxusschuppen. Im Bad gibt es 3 Duschen und eine Badewanne und ich durfte bereits feststellen, dass die Briten offenbar ein perfides Vergnügen daran haben, die verschiedensten Funktionsmechanismen an Badarmaturen zu entwerfen. Alle 3 Duschen müssen unterschiedlich bedient werden. Mit der Wanne hab ich nix zu schaffen, die wirkt auch nicht so sauber. Ausnehmend schmutzig hingegen ist die Küche. Hier wird mindestens einmal die Woche sauber gemacht und danach sieht es immer einen halben Tag lang gut aus und dann stellt sich irgendwer was in die Mikrowelle (denn das bedeutet hier offensichtlich kochen ;)) und schon sind wieder überall Krümel, undefinierbare Flüssigkeiten, klebrige Stellen, dreckiges Geschirr... Eben alles sehr wohnheimtypisch. Ich bin immer noch dabei mir ein Fach in den 2 Kühlschränken zu erkämpfen, die wir uns zu siebent teilen. Das klingt erstmal nach viel Platz, wenn man aber bedenkt, dass hier offensichtlich jeder Stundent einen 750g Becher Margarine lagert, den er wahrscheinlich niemals alleine aufbrauchen wird, sind 2 Kühlschränke zu wenig. Wozu man hier Margarine braucht, weiß ich aber ohnehin nicht, Brot essen die Studenten hier nämlich offensichtlich genau so wenig wie ich. Aber auch die 2kg-Beutel Haferflocken finden nicht den Weg in ihre Küchenschränke, nur die zwei Gefrierschränke sehen aus, als wollten sie ein Tiefkühlpizzageschäft eröffnen.
Fein. Jetzt hab ich noch eine Minute. Und werde etwas über Frauen ohne Internet erzählen. Nur noch 30 Sekunden. Das Internet lassen wir weg. Also: Ich trat auf Bangors Straßen, zum ersten Mal allein und ziemlich orientierungslos und da stand sie mit roten Handschuhen und der gleichen Karte in den Fingern und wir sagten: "Hi! - Visiting student? - Where are you from?" und da war es im Grunde vorbei, war alles gelaufen und nun schlägt mein Herz schneller, wenn ich an rote Handschuhe denke. So viel in Kürze.
Montag, Januar 24, 2011
"Du bist doch lesbisch, oder?"
Erst eine Woche hier. Das ist schwer zu glauben. Wir waren viel unterwegs. In der Stadt, in Pubs und Clubs, in der Umgebung, in der Uni - immer gibt es irgendwas zu sehen, immer eine Party oder irgendwas in der Art. Gestern war Karaoke im Partick's, am Samstag End of Exams Party in der Bar Uno und anschließend fröhliches abspacken im Rascals, das im oberen Stockwerk sehr gaylastig ist, am Freitag war Undergrad Party im Octagon, Donnerstag Abendbier im Patrick's, Mittwoch Dinner im Fat Cat und Dienstag war der bewusste Kennenlernabend. Es ist also abends immer was los. Aber auch tagsüber sind wir bisher immer recht beschäftigt gewesen. Ein Ausflug über die Brücke nach Menai, ein Spaziergang an der Küste, Teetreffen in den Halls... es nimmt kein Ende. Viele sind müde abends oder müssen auch mal aufs Geld schauen oder wollen schlicht mal alleine sein, aber sie sind trotzdem dabei, sie wissen, dass man Erstwochenerlebnisse nicht irgendwann später nachholen kann. Gespart und geschlafen werden muss später. Vorerst ist alles einfach nur jetzt.
Ich habe gerade meine erste Vorlesung hinter mir und kann mich noch nicht so recht mit dem 60-Minuten-Konzept anfreunden, aber das wird wohl auch noch werden. Sonst ist erfreulicherweise festzustellen, dass ich alle meine Veranstaltungen im gleichen Gebäude habe und nachdem ich es heute gefunden habe, muss ich wohl vorerst keine Räume mehr suchen. Und dast ist definitiv ein Vorteil, denn vom Schilderwald ist hier nichts zu sehen, zwar sind alle ganz freundlich und hilfsbereit, wenn man sie fragt, wenn aber niemand da ist, hat man Pech.
Ich würd gern noch dies und das erzählen, von hübschen Frauen ohne Internet und chaotischen Küchen... vielleicht später, vielleicht heute Abend. Jetzt muss ich grade mal ein bisschen Schlaf nachholen.
Mittwoch, Januar 19, 2011
Und unter deinen Schwingen rauscht das Meer
Gestern war das Welcome meeting, wo die wichtigsten Informationen verteilt wurden und ich auch Antonia aus Leipzig wiedersah, die ich hier schon gar nicht mehr erwartet hatte, da sie per Mail nicht so richtig erreichbar war. Auch ein paar andere aus Deutschland waren da - aus Berlin, aus Mainz, aus irgendwo in BaWue und sonst vor allem Amerikaner, Italiener, aber auch Finnen, Spanier, Oesterreicher, Luxemburger, Franzosen, Kreolen, Polen - eine bunte Mischung. Nach dem Papierkram folgte direkt noch mehr Papierkram und am fruehen Nachmittag hatte ich auch schon 2 Module, einen Studentenausweis und Internet - kurz im Wohnheim die Fuesse hochgelegt und dann auf in die Bar Uno zum Kennenlernabend. Gluecklicherweise ohne Kennenlernspiele, dafuer aber mit kostenlosem Essen. Gegen 9 ist unser Tisch (Spanien, Polen, Finnland, Oesterreich, Deutschland) den Amerikanern ins Rascals gefolgt auf eine Wodka-Cola und ein Billarspiel. Als stark dezimierte Gruppe - nur die trinkfesten Finnen und Deutschen - schauten wir dann noch ins Patrick's, wo die Drinks billiger waren und schliesslich gingen wir - nunmehr zu viert - auf ein letztes Bier zurueck ins Rascals und unterhielten uns noch ein bisschen mit den Amerikanern.
Der anschliessende Spaziergang zum Wohnheim (15-20min zu Fuss vom Zentrum) verging mit Thea und Viljo wie im Flug - dabei hatte ich schon befuerchtet, alleine gehen zu muessen, nachdem sich Jesus und Patrizia, die wie ich in Arfon wohnen, sich bereits halb elf auf den Heimweg machten. Ich habe naemlich hier noch keine Musik dabei, sondern bin ganz Ohr fuer diese Stadt.
Shoppingmaessig bin ich in 3 Tagen schon ziemlich herumgekommen: Morrison's, Iceland, Aldi, M&S... wobei Iceland vor allem Tiefkuehlprodukte verkauft, was ziemlich cool ist, Aldi sich bis auf ein wirklich gutes und grosses Bierangebot sich nicht sehr vom deutschen Aldi abhebt und Morrison's preislich okay ist. Da gehen hier anscheinend alle einkaufen, denn staendig sehe ich Leute mit diesen Tueten... Mir persoenlich waere eine Mischung aus Iceland und Aldi am liebsten, aber Morrison's ist einfach naeher gelegen - einkaufen muss ich wahrscheinlich trotzdem jeden zweiten Tag, denn die Strecke ist zu weit und zu huegelig um grossartig was mitzunehmen.
Bangor steht mehr oder weniger unter dem Motto "Training am Berg". Das bietet zwar einerseits tolle Moeglichkeiten zum Konditionstraining, andererseits hat der morgendliche Weg in die Stadt auf den reifueberzogenen Strassen immer ein wenig Abfahrtsflair - und Wintersport is ja nun nicht so meins.
Die permanente Feuchtigkeit, die sich ueber Nacht in Reif verwandelt, kommt vom Meer - wo man hinblickt, ueberall ist Wasser: entweder der Menai Strait oder das Meer. Und so riecht es in Bangor auch: nach viel, viel Wasser und damit auch irgendwie nach Sommer. Danach sieht auch das lange Pier aus, auf dem wir heute waren, ueber uns die Moewen und unter uns das Wellenrauschen.
Es ist das uebliche Phaenomen: Die Neuheit von allem laesst die Tage irgendwie zu Wochen werden, immer ist man unterwegs, hat man zu tun, muss man auf etwas warten, immer ist man hellwach, immer todmuede.
Freitag, Januar 14, 2011
Adieu, Leipzig!
Es geht los, Freunde. Die Koffer noch ungepackt, die Flugtickets noch nicht ausgedruckt, geht es schon los. Die Wohnung ist aus meiner Verantwortung wieder in die des Vermieters übergeben, die Alkoholreste sind vernichtet, die Reisewünsche empfangen und die Leipziger allesamt verabschiedet. Es kann losgehen. Na ja, zumindest fast. Ein bisschen organisatorische Vorarbeit ist noch zu leisten, aber meine Schultern haben die Last des vorhernochschnell abgeworfen und das Gefühl beim Blick aus dem Zugfenster, hinter dem Leipzig langsam in die Ferne rückt, ist ein gutes, ein leichtes, mehr so wie ich mir das mal vorgestellt habe.
Einer detailreichen Dokumentation der Reise steht nichts im Weg: 4 Reisetagebücher, ein Blog und eine Digitalkamera stehen bereit, um eine ganze Menge Eindrücke einzufangen. Dabei schreibe ich für niemanden, schreibe ich für alle, ist nichts geheim, aber alles meins, kann ich nicht sagen, was miterlebt werden soll und was nur zwischen mir und Papier existiert. Ich werde schreiben, was da ist und was fehlt, werde an euch denken und Leipzig aus der Hand geben für dieses halbe Jahr und ich werde das tun, was ich so liebe: Ein Name sein und ein Woher und das Wohin und das Dahinter erst werden und selbst neu entdecken.
Mittwoch, Januar 12, 2011
is this it? is it?is this it? this is it...
Freitag, Dezember 31, 2010
ZwanzigZehn - Ein Jahr in Songs
Anfangen will ich mit Bands, die noch aus Vorjahresalben auskoppelten und zumeist auch auf Tour waren, um die Promotionmaschine weiter anzuheizen. Besonders eindrücklich waren mir da the Gossip, die auf deutschem Boden ja diverse Festivals bestritten haben und Ende des Jahres auch in Leipzig waren. Mein bisher liebstes Nebenprodukt: What's love got to do with it - das einzige legitime Cover. Finde ich.
Nicht zu unterschlagen ist auch die Fortsetzung von Lady Gagas Machtergreifung, da mich Alejandro selbst in den verlassensten Ecken der brandenburgischen Pampa beschallte. Ich und mein politisches Gewissen sind gerade jetzt nach der Abschaffung von "Don't ask, don't tell", sind gerade sehr pro-Gaga, aber weil Alejandro mir jetzt schon ein bisschen über ist, will ich euch lieber teilhaben lassen an der wunderbaren Akustikversion von Pokerface.
Und zu meiner großen Freude kann auch Shakira hier Platz finden, da sie in diesem Jahr für das Album Shewolf auf Tour war. Mich persönlich hat Did it again dieses Jahr irgendwie stetig begleitet und kam immer genau dann im Radio, wenn ich zuhörte, was wohl nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken ist, dass es in diesem Jahr einen Remix mit Kid Cudi gab. Nach einer kurzen Recherche muss ich sagen, dass Shakiras Liveperformance nicht an das großartige Video mit dem Bettgetanze rankommt.
Das soll an Altlasten aber genügen, schließlich gab es ZwanzigZehn auch ganz beeindruckende neue Musik. So zum Beispiel auf meinem ersten Konzert (*) in diesem Jahr, auf dem Bratze ihr neues Album "Korrektur nach unten" in die Wände des Absturz klopften. Ein kleiner Raum voller Menschen, Schweiß und laut und dazu mehr geschrien als gesungen "Die auswendigen Muster". Mitgebracht hatten Bratze Ira Atari & Rampue, die ich seitdem für Ausgehstimmung fest auf die Playlist gesetzt habe und weil ein Lied gar nicht genügt, muss ich zu Space Rocket auch noch Dance in the rain hier angeben.
Zum Mitklatschen regen auch die letzten Töne von Sia an. Für mich ein Quell schier unendlicher Freude, dass diese wunderbare Musikerin endlich einer größeren Menge an Hörern zuteil wird. Gerade weil eben auch Clap your hands oder Bring night nicht etwa untypisch sind, sondern ganz und gar von ihrem Stil durchdrungen. Ich warte darauf, endlich das Album in den Händen zu halten.
Ähnlich wie über Sias Airplay habe ich mich auch über die Veröffentlichung von Sara Bareilles' neuem Album gefreut, da sich das Vorgängeralbum sehr hartnäckig auf meinem MP3-Player hält und ich dessen bisher noch nicht müde geworden bin. King of Anything hat eine tolle Hookline, die mich schon ganz eingenommen hat und die ich sicher noch einen guten Teil von 2011 vor mich hin pfeifen werde.
So. Lieblingsalbum 2010? Von den Gehörten sind 3 ziemlich gleichauf. Da wäre zuerst "Bring mich nach Hause" von Wir sind Helden, das mich im Sturm erobert hat und mir immer noch besser gefällt von mal zu mal. Ein Lieblingslied mag ich gar nicht wählen, zu unterschiedlich ist das alles und zu gut. Hier poste ich Kreise, weil es der erste Song war, den ich von dem Album gehört habe.
Keine Liebe im ersten Moment war es mit "Das wird alles einmal dir gehören" von Herrenmagazin, obwohl ich die Band schon lange mag und mich in ihre Texte lesen. Nachdem ich mich aber 20 min im Zug lustlos durch das Album gespult hatte, begleitete mich Krieg hinaus in den Regen und vom Bahnhof nach Hause und dann hatte es mich gepackt. Leider konnte ich am 19.12. nicht aufs Konzert, aber mein Bruder hat mir die Setlist mitgebracht und ich bin wild entschlossen, Herrenmagazin in nicht allzu ferner Zukunft nochmal live zu sehen.
Das dritte Album schließlich ist "The Suburbs" von Arcade Fire. Denn schon als es im Radion vorgestellt und angespielt wurde, erwartete ich großes, als ich dann Rococo hörte, war ich schon süchtig, als Ready to Start kam nur noch ein willenloses Häufchen Verzückung.
Ich schaue auf meine Liste und weiß, das vieles unerwähnt blieb. Auch, was mich als Geniesoundtrack durch meine Bachelorarbeit getragen hat, auch wozu ich halb abwaschend, halb mit Wasser spritzend tanzte. Es bleibt nur ein Ausblick auf das kommende Jahr. Ich fiebere dem Erscheinen von Adeles Album 21 entgegen, die erste Auskopplung Rolling in the Deep kündigt schon an, was da an musikalischen Perlen wartet. Gespannt bin ich auch auf Born this Way von Lady Gaga und ob vielleicht mal was neues von Madonna kommt. Zeit wäre es ja.
* mein zweites Konzert war übrigens Im Konzerthaus Dortmund Get Well Soon und just aus diesem Konzert gibt es nun 6 Songs zum anhören und downloaden.
Dienstag, Dezember 28, 2010
Gipfelstürmer
Halb eins waren waren wir da und es schneite ganz leicht. Wir entschieden uns angesichts des bereits angebrochenen Tages für die kürzeste Strecke mit dem steilsten Anstieg: Den Hexenstieg. Der Pfad war bereits durch andere Wanderwütige plattgetrampelt, allerdings in einer Breite, die gerade für einen Wanderer geeignet war. Wir sind also immer hintereinander her und standen gelegentlich fast hüfthoch im Schnee, um entgegenkommenden Rodlern und Wanderern auszuweichen. Umweht von einer recht steifen, eisigen Brise erreichten wir den Gipfel, drehten eine Runde um das Brockenhochhaus, tranken einen Tee und stiefelten dann auch ziemlich zügig wieder bergab, wo die Temperaturen deutlich milder waren. Halb fünf waren wir wieder am Auto, ein bisschen nass und verfroren zwar, aber auch höchst zufrieden mit dem gelungenen Tagesausflug. Gut 500 Höhenmeter rauf und wieder runter in 4 Stunden, das fetzt einfach nur.
Ansonsten mache ich hier gerade noch einen Tag Pause. Was ich mir gar nicht leisten kann, da längst schon wieder die Uni nach mir ruft. Bestimmt hat irgendein weiser Mann mal gesagt: Man muss manchmal einfach schleifen lassen und hoffen, dass alles gut wird. In diesem Sinne: An die Arbeit! Morgen dann...